Meldungen Nr. 571-580
vom 20.-30.12.2002
Zu den aktuellen Meldungen


Grote Reber, Pionier der Radioastronomie, 1911-2002

Was sollte ein Radioingenieur und Funkamateur in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts machen, der schon alles erreicht hatte, was die Technik auf der Erde hergab? Für Grote Reber in Wheaton im US-Bundesstaat Illinois war die Antwort klar, als er von der Entdeckung kosmischer Radiowellen durch Karl Jansky im Jahre 1932 erfuhr: Hier tat sich ein völlig neues Betätigungsfeld auf, das die Wissenschaft indes praktisch ignorierte. 1937 baute Reber kurzerhand in seinem Garten eine 9.6 Meter große Parabolantenne (nur in Elevation schwenkbar) und dazu die leistungsfähigste Empfängerelektronik, die damals möglich war - allerdings versuchte er es zunächst bei viel zu hohen Frequenzen und fand nichts.

1939 war es dann schließlich weit: Bei 1.9 Metern Wellenlänge konnte Reber die kosmische Radiostrahlung bestätigen - und dieses »kosmische Rauschen«, wie man es damals nannte (»cosmic static«), mit besserer Winkelauflösung abtasten als es Jansky möglich war. 1942 war eine Intensitätskarte des ganzen Himmels über Illinois fertig, auf der sich die Milchstraße klar als breites Band abzeichnete. Reber schloß daraus auch schon korrekt, daß das galaktische Zentrum in Richtung des Sternbilds Schütze liegen mußte, wo die Strahlung am stärksten war.

Die Physik hinter diesem »galaktischen Rauschen« konnte Reber allerdings nicht erklären, und auch die astronomische Fachwelt, die sich nach dem 2. WK endlich für den Radiobereich zu interessieren begann, tat sich noch viele Jahre schwer damit. Angesichts der geringen Radiohelligkeit der Sonne im Meterwellenbereich war schon Reber klar gewesen, daß es nicht die kombinierte (thermische) Radioemission der Sterne der Milchstraße sein konnte: Heute wissen wir, daß es sich vielmehr um Synchrotronstrahlung energiereicher Elektronen im Magnetfeld der Milchstraße handelt. Am 20. 12. 2002 starb der wohl einflußreichste Amateurastronom des letzten Jahrhunderts zwei Tage vor seinem 91. Geburtstag in Tasmanien. [30.12.2002]

[580] Links: Nachrufe von NRAO und NYT, mehr über Rebers Leben & Werk vom NRAO und MIT und eine Liste von Rebers Veröffentlichungen aus dem ADS (teilweise mit Links zu den kompletten Papers in Faksimile).


Streit um »Galileo«-Satelliten schärfer denn je

Kaum daß es im Frühjahr grünes Licht für die Entwicklung eines eigenen europäischen Systems von Navigationssatelliten gegeben hatte (
Artikel 449), begann ein heftiges Ringen um die Führungsrolle bei dem Projekt, die sich in großen Industrieaufträgen für das entsprechende Land niederschlagen dürfte. Vor allem Deutschland und Italien ringen um die Projektleitung - und an diesem Streit ist Ende Dezember auch der bisher letzte Versuch eines Kompromisses gescheitert (wobei die Bundesregierung die Schuld allein auf italienischer Seite sieht). Die ESA-Führung ist außer sich: Jetzt seien Verzögerungen nicht mehr zu verhindern, tobt Generaldirektor Rodotá, der von einem »harten Schlag für Europa« und immensem Schaden für die Raumfahrtindustrie insgesamt spricht ... [30.12.2002]

[579] Links: eine ESA PM und Artikel von AFP und Space Today.

Die ersten Starts von Proton-Raketen seit einer Panne im November gelangen am 25. und 29.12., als eine Proton-K drei russische Navigationssatelliten des GLONASS-Systems in den Orbit brachte und eine Proton-M einen Nachrichtensatelliten: Space Today (früher).

Bei dem Fehlstart am 26.11. hatte die DM-Oberstufe einer Proton versagt, und ein Astra-TV-Satellit war auf einer unbrauchbar niedrigen Bahn gelandet - später brachte man ihn kontrolliert zum Absturz: Space Today (früher und noch früher).

Die Rosetta-Startvorbereitungen laufen trotz des Ariane-Disasters weiter, weil der Fehlstart am 11. 12. mit Eigenheiten der »10-Tonnen-Ariane« zusammenhängen dürfte, die die klassische Rosetta-Ariane nicht betreffen (ein Untersuchungsbericht wird für den 6.1. erwartet): ein ESA Press Release und ein BBC-Artikel über die Startvorbereitungen und AW&ST über die Auswirkungen des Fehlstarts.


Schnelles Teleskop fängt Licht eines »dunklen GRB«

Zum zweiten Mal überhaupt ist es einem automatischen kleinen Teleskop gelungen, innerhalb einer Minute nach einem Gamma Ray Burst das schwindende optische Gegenstück zu sichten - und der Erfolg des RAPTOR-Systems, das am 11.12. vom Satelliten HETE-2 alarmiert worden war, könnte sogar noch wichtiger sein als der andere Fall von Anfang 1999. Denn diesmal verblaßte das optische Nachglühen binnen Stunden völlig: »Normale« Teleskope hätten an dieser Stelle vielleicht schon gar nichts mehr gefunden, womit der Burst als Vertreter der »dunklen« Kategorie verbucht worden wäre.

Schon scheinen die Beobachtungen RAPTORs (und ein paar anderer Teleskope, die den Lichtpunkt ebenfalls rasch auf's Korn nahmen) eine der vorgeschlagenen Erklärungen für »dunkle GRBs« widerlegt zu haben, nach der dichter Staub die optische Strahlung schluckt. Im Gegenteil scheinen GRBs dieser Klasse in besonders dünnem interstellarem Medium zu explodieren: Ihnen fehlt das sonst übliche Nachleuchten im Optischen wohl deshalb, weil es nicht genug Gas gibt, in das der expandierende Feuerball hineinlaufen und das er schocken kann. Immerhin jedem zweitem langen GRB fehlt ein optisches Nachglühen. Der Burst vom 11.12. lag mit seinen 2.5 Sekunden Dauer übrigens genau auf der Definitionsgrenze zwischen langen und kurzen Bursts. [30.12.2002]

[578] Links: ein GSFC Press Release, ein APOD und die Homepage von RAPTOR.


Im Prinzip alle einig: ab 2006 größere Besatzung auf der ISS

Diesmal ging es friedlicher zu als bei einem gereizten Treffen der ISS-Partner im Juni: Als Vertreter aller an der Internationalen Raumstation beteiligten Raumfahrtbehörden Anfang Dezember in Tokio erneut zusammenkamen, wurde tatsächlich ein weitreichender Beschluß gefaßt. Danach soll die Größe der Besatzung ab 2006 über die derzeit maximal möglichen drei Personen hinaus wachsen, indem ein zusätzliches Soyuz-Raumschiff als Rettungsboot an die Station gekoppelt wird. Dann endlich soll anständig an Bord geforscht werden können, doch viele zentrale Fragen ließ auch dieses Meeting offen: etwa, wer die Extra-Soyuzze bezahlt, und wie groß die Stärke der Besatzung eigentlich werden soll. [30.12.2002]

[577] Quelle: AW&ST vom 16.12. S.39. Links: ein beim Meeting verabschiedetes Papier und Artikel von Space Today und Fla. Today.

Bis 2010 ein »Orbital Space Plane« zu entwickeln (siehe Artikel 569), wird ein hartes Stück Arbeit - aber die alte Space Launch Initiative war noch unrealistischer und hätte leicht 35 Mrd.$ verschlingen können: Florida Today (anderer Artikel), Space.com.


Strömendes Mars-Wasser nur nach Einschlägen?

Die großen Talsysteme auf dem Mars wurden schon immer als Hinweis auf ein einstmals viel wärmeres Klima auf dem Planeten gesehen, das über längere Zeit fließendes Wasser (und damit natürlich auch die Entstehung von Leben) ermöglichte. Doch die Theoretiker tun sich immer noch schwer, dem Mars eine stabile dichte Atmosphäre zu verschaffen - und nun gibt es ein alternatives Modell, bei dem große Einschläge in der Epoche des »starken Bombardements« vor 3.5 Mrd. Jahren für kurzzeitig fließendes Wasser gesorgt haben. Denn nach jedem Impakt legte sich eine viele Meter dicke heiße Schicht aus Auswurfmaterial über den ganzen Planeten und wärmte ihn genug, daß Wasser Jahrzehnte bis Jahrtausende lang flüssig bleiben konnte. Auch gelangten große Mengen Wasserdampf in die Atmosphäre, der dann wieder ausregnete: Auch so könnten die Flußläufe auf dem Mars entstanden sein. [30.12.2002]

[576] Quelle: Segura & al., Science 298 [6.12.] 1977-80. Links: Press Releases der Univ. of Colorado und des ARC und Artikel von Spaceflight Now, SF Gate und NYT.

Freiliegendes Wassereis nahe des Südpols des Mars scheint sich in Infrarotspektren von TES und THEMIS auf den beiden aktuellen Marsorbitern zu verraten: ein USGS Press Release und Artikel von Space Today und Florida Today. Auch das Gamma-Instrument von Odyssey sieht immer mehr Eis im Marsboden: Nature Science Update. Und Messungen seines Neutronenspektrometers deuten Klimaveränderungen an: ein LANL Press Release.

Auch kleine Impakte können bereits Mars-Meteoriten starten, sagen neue Simulationen, und sogar die seltsame Dominanz von jungen Meteoriten aus Artikel 124 findet dabei eine plausible Erklärung: Sky & Telescope.

Vier Finalisten für den ersten »Mars Scout«, der 2007 starten soll, hat die NASA ausgewählt - noch im Rennen sind ein Lander, ein Flugzeug, ein Orbiter und eine Staub-Sample Return Mission: ein NASA Press Release und Artikel von Space.com und Astronomy.

Amalthea hat eine sehr geringe Dichte, hat sich beim Vorbeiflug Galileos an dem Jupitermond am 5.11. gezeigt: ein JPL Release und ein Artikel aus der NetZeitung. Der Bandrekorder Galileos ist endlich wieder unter Kontrolle: Status.

Wolken auf dem Saturnmond Titan zeigen die bisher schärfsten erdgebundenen IR-Aufnahmen mit Adaptiver Optik: ein Caltech Press Release, die Bilder und ein Artikel von Sky & Telescope.


Kurze SoFi erfreut Afrika und Australien

Es war eine harte Entscheidung gewesen: Ginge man wieder ins südliche Afrika, wo im Juni 2001 die letzte totale Sonnenfinsternis unter besten Bedingungen zu beobachten war (siehe Artikel 294), diesmal aber die beginnende Regenzeit drohte - oder lieber nach Australien, wo die Sonnenfinsternis bei etwas besserer Wetterstatistik zu sehen sein würde, allerdings in einer besonders entlegenen Gegend, nur wenige Grad über dem Horizont und mit gerade einmal ½ Minute Dauer? In Afrika lockten wenigstens 85 Sekunden.

In Afrika war das Bild gemischt: Dichte Wolken, die sich von Osten heranschoben, runierten die Beobachtung in Mosambik und Teilen Südafrikas, doch im äußersten Nordwesten von dessen Provinz Limpopo bei Messina sowie im angrenzenden Simbabwe und Botswana blieb der Himmel noch klar. Das Wolkenmodell des südafrikanischen Wetterdienstes war sogar derart genau, daß man der Wolkenfront gezielt davonfahren konnte, wie es der Expedition des Autors gelang.

In Süd-Australien hatten - drei Stunden - später fast alle Glück: Im Küstenstädtchen Ceduna verzogen sich die Wolken im letzten Augenblick, und im Landesinneren herrschte perfekte Sicht auf die geradezu blitzartig ablaufende SoFi knapp über dem Horizont. Besonders beeindruckend war der schmale Schattenkegel des Mondes, der schräg in die Atmosphäre stach - manch weitgereister Augenzeuge war darob so begeistert, daß schon die ersten Planungen laufen, auch die nächste gut erreichbare SoFi im Jahr 2006 in Zentralasien kurz vor Sonnenuntergang zu bestaunen ... [20.12.2002]

[575] Ausgewählte Berichte und Bilder aus dem südlichen Afrika von Kramer & al. Kern, Fischer, den Poitevins und Yen und aus Australien von Farrell, Bruenjes, Voss, Marlot und Jacquot; zahlreiche weitere Bilder und Artikel sind im Header des Cosmic Mirror # 246 gelinkt.

Präzise Messungen des »Finsternis-Winds« scheinen während der 1999er SoFi trotz Wolken in England gelungen zu sein: BBC.

Wie die Penumbren von Sonnenflecken entstehen, ist jetzt im Rechner simuliert worden: Univ. of Rochester Press Release.

Das Plasma-Sheet der Erdmagnetosphäre im ganzen abbilden kann der Satellit IMAGE: SwRI Press Release.


Neutrinos immer besser im Griff

Kaum daß dem Sudbury Neutrino Observatory (SNO) die Aufklärung des Jahrzehnte alten Sonnen-Neutrinoproblems gelungen ist (siehe
Artikel 290), gibt es jetzt auch direkte Messungen der zugrundeliegenden Neutrinooszillationen »im Labor.« Na ja, nicht wirklich: Als Detektor diente der japanische KamLAND, ein Szintillationszähler speziell für den Nachweis von Elektron-Antineutrinos - doch als deren Quelle wurden kurzerhand alle Kernkraftwerke Japans und Südkoreas zweckentfremded. Die Physiker berechneten aus deren Stromproduktion, wie viele Antineutrinos freigesetzt werden sollten und dann, wie viele davon KamLAND sehen müßte, wenn sie sich alle unverändert ausbreiten würden.

Die erwartete Zahl nach den ersten 145 Meßtagen war 87, gesehen wurden aber nur 54. Das ist nun genau das Defizit, das man erwarten würde, wenn ein Teil der Antineutrinos auf dem Weg von den KKWs zu KamLAND seinen Flavor geändert hat und sich so dem Nachweis entzieht. Für manche Physiker sind die Neutrinooszillation erst durch dieses Experiment mit kontrollierter Quelle wirklich »real« geworden - und schon jetzt schränken die KamLAND-Zahlen (trotz mäßiger Statistik) den erlaubten Parameterraum der Neutrino-Oszillationen um 6 Größenordnungen gegenüber den Messungen von SNO alleine ein. Und umgekehrt läßt sich nun konstatieren, daß der gemessene Fluß von Bor-8-Neutrinos aus der Sonne bis auf wenige Prozent genau mit dem Theoriewert übereinstimmt. [20.12.2002]

[574] Links: Papers von Eguchi & al., Barger & Marfatia und Bahcall & al., Pressemitteilungen von Caltech und Louisiana State Univ. und KamLAND-Seiten von Stanford und Caltech.

Noch ein Experiment zur Kosmischen Hintergrundstrahlung hat erste Daten veröffentlicht, ACBAR auf Viper am Südpol: ein Paper von Kuo & al., eine Pressemitteilung der NSF und Artikel von BBC, Post-Gazette und SF Gate.

Auch vom Klassiker BOOMERANG gibt es neue Auswertungen der CMBR-Messungen (siehe auch Artikel 11 und 265): ein Paper von Ruhl & al.

Und die neueste Meta-Auswertung sämtlicher CMBR-Experimente und anderer kosmologischer Messungen liefern mal wieder Wang & al. - diesmal nicht ohne Widersprüche!


Bessere Leoniden-Zahlen: 2500 und 2900 Meteore pro Stunde

Inzwischen sind über 57'000 einzelne Meteore in die Auswertung der International Meteor Organization eingegangen (siehe Artikel 570 für die erste Analyse): Demnach haben die beiden Leoniden-Stürme 2002 um 4:10 UTC und 10:47 UTC (jeweils ±1 min.) maximale Zenitstundenraten von 2510±60 und 2900±200 erreicht. Das starke Mondlicht erschwert die Datenanalyse erheblich, da bei vielen Beobachtern die Grenzgröße weit unter 5m gedrückt wurde; in die obigen Zahlen gehen nur die Beobachtungen an den besten Standorten ein.

Leider wurde in den USA viel unsystematischer beobachtet als in Europa, was sich im größeren Fehlerbalken für den 2. Peak niederschlägt. Gleichwohl hat sich der Eindruck bestätigt, daß der US-Peak aus im Mittel schwächeren Meteoren als der europäische bestand, weshalb er viele Beobachter weniger beeindruckte als der zahlenmäßig nur wenig mehr als halb so große amerikanische Peak von 2001. Auch die geringen Halbwertsbreiten der 2002er Peaks haben sich bestätigt: 40 bzw. nur 25 Minuten. Diese letzten Leo-Stürmchen für lange Zeit waren leicht zu verpassen, und das diesmal in Europa und den USA besonders schlechte Wetter tat ein Übriges: Es gab weit weniger erfolgreiche Beobachtungen als in den Vorjahren ... [20.12.2002]

[573] Quelle: Arlt & al., WGN 30 [Dez. 2002] 205-12. Links: Weitere Seiten mit Berichten und Auswertungen von Langbroek, Lüthen, Tomescu und Gährken sowie Sky & Tel. über Persistent Trains.

Neuer (Amateur-)Komet kommt der Sonne nahe: C/2002 X5 (Kudo-Fujikawa) wird sich Ende Januar bis auf 0.18 AU der Sonne nähern und vielleicht 0m hell, dann aber leider fast genau hinter ihr stehen: eine Ephemeride und Artikel von Sky & Tel. und Space.com.


Die erste astrometrische Massenbestimmung eines Exoplaneten

ist mit einem der Fine Guidance Sensors des Hubble Space Telescope gelungen, die normalerweise zur präzisen räumlichen Ausrichtung des Weltraumteleskops dienen: Der Stern Gliese 876 beschreibt unter dem Schwerkraftzug eines seiner beiden - per Radialgeschwindigkeit entdeckten - Planeten eine Ellipse mit einer großen Halbachse von 0.25±0.06 Millibogensekunden am Himmel. Zusammen mit allen bekannten Radial-Messungen ergibt sich eine Masse des Planeten Gl 876b von 1.9±0.5 Jupitermassen: Einen derart präzisen Wert für einen Exoplaneten gab es bisher nur im Fall HD 209458, wo der Planet genau vor dem Stern herzieht und daher die räumliche Lage seiner Bahn bekannt ist. [20.12.2002]

[572] Links: ein Paper von Benedict & al., Pressemitteilungen von STScI und der Univ. of TX und Artikel von Sky & Tel. und Space Today.

Entstehen jupiterartige Planeten binnen weniger hundert Jahre? Das legt eine neue Computersimulation nahe: ein U. Wash. Press Release und Artikel von Astronomy und Space Today.

Doppel-Kuiperoids durch Einfang statt Kollisionen? Ein neues Modell könnte erklären, warum es derart viele (siehe Artikel 523) Binärkörper im Kuiper Belt gibt: Caltech Press Release.

Die Impakt-Frequenz von kleinen Asteroiden ist aus vormals geheimen Beobachtungen atmosphärischer Airbursts durch Satelliten ermittelt worden: ein UWO Press Release, ein Nature Science Update und ein Artikel aus der NetZeitung.


»Beyond Einstein«: Ein neues großangelegtes Forschungsprogramm der NASA

im Stil von »Origins« (zur Galaxien- und Planetenbildung) und »Living with a Star« (Sonne) wird derzeit vorbereitet und könnte die großen Satellitenprojekte der nächsten 25 Jahre beeinflussen. Diesmal soll es um grundlegende Fragen der Kosmologie (Inflation, Dunkle Energie) und die Physik Schwarzer Löcher gehen - und wenn sich der Kongreß für »Beyond Einstein« erwärmen sollte, dann könnte es jedes Jahr mehrere hundert Millionen Dollar für ambitionierte Projekte geben, große wie auch kleine Satelliten. Die ersten beiden der großen Kategorie wären der Gravitationswellendetektor LISA und der Röntgensatellit Constellation-X (siehe
Artikel 519), beide auch von mehreren Gremien der letzten Jahre als besonders förderungswürdig empfohlen. [20.12.2002]

[571] Quelle: Nature vom 12.12. S. 593-4.

Der Prototyp des 1. kommerziellen Mondorbiters ist gestartet, zusammen mit 5 anderen Kleinsatelliten - und der echte TrailBlazer soll schon 2003 folgen: Spaceflight Now, Space Today und ein früherer Press Release zu den Startverträgen.

CONTOUR und NEAR antworteten nicht, als man im Dezember noch einmal Kommandos zu der verschollenen Kometensonde bzw. dem gelandeten Asteroidenorbiter schickte - beide werden jetzt endgültig aufgegeben: CONTOUR News und eine AFP-Meldung sowie ein NEAR Flash.

Pioneer 10 hat sich dagegen wieder gemeldet, wenn das Signal auch für sinnvolle Kommunikation zu schwach war: Status.


Zu den 10 vorangegangenen Meldungen,
den aktuellen Meldungen
oder zum Archiv.