Noch ein Blog ... über das Universum und mehr
Aktive Spezial-Blogs
: Planetarisches, Deep Impact (zuweilen), SoFi'08, Mintron (selten)
Heisse News und Links dazu gibt's im Cosmic Mirror in Englisch und hier in Deutsch!


2008 - So, 6. Januar: Immer noch stehen zwei leichte Feldstecherkometen am Himmel, wobei der extrem diffus - und seit dem Ausbruch auch deutlich schwaecher - gewordene Holnes inzwischen auch an gutem Heisterbacherrotter Himmel im Zenit hoechstens noch indirekt mit dem blossen Auge zu erkennen ist. Tuttle ist leicht aber klein im 11x70 zu sehen - und widersetzt sich wegen der Stellung in Aequatornaehe der Mintronisierung mit dem Comet Catcher bei langem Integration.
Nach der allerletzten Umfrage von heute Abend (MEZ) liegt Obama schon 10% vor Clinton in New Hampshire ...
Anlaesslich des Jahrs der Mathematik handelt WDR 2 in erschuetterner Kuerze - aber doch ueberzeugend - jenes Game-Show-Denkspiel ab, das als sog. Ziegenproblem in den 1990-er Jahren auch grosse Denker zur Verzweiflung treiben konnte ... [6.1.] ... und selbst heute noch eine Art Forschungsgegenstand ist! [8.4.]
Sa, 5. Januar: VOXtours Chile konzentriert sich ganz auf die Osterinsel und San Pedro de Atacama - wo ausgiebig der franzoesische Ex-NEO-Jaeger Alain Maury vorgesetllt wird, der in der Naehe eine kommerzielle Feriensternwarte "with the largest touristic telescope in Chile" betreibt (und kuerzlich auch schon bei der ARD vorkam). Zu sehen auch eine Meteoritensuche in einem Impaktkrater, bei es sich um Monturaqui handeln muss: Mehr Krater sind in Chile gar nicht bekannt. Ein kleiner magnetischer Brocken wird schliesslich gefunden - Maury dazu in einem Mail vom 6.1.: "As far as the meteorite, I didn't believe it. I had just told Steffen that it was impossible to find anything in the crater, because normally they are thrown outside of it, and he just found one. It was not staged, I was amazed. I have been now like 6 times to Monturaqui, including 2 days camping there, and never found anything in the crater." [6.1.]
Geht's noch bizarrer? Ein NEO wird fuer ein Werbevideo fuer den exotischen Praesidentschaftsbewerber Ron Paul missbraucht ... [16.1.]
Das Flugmodel des grossen ESA-IR-Satelliten Herschel erreicht das ESTEC fuer umfangreiche Tests vor dem Start in der 2. Jahreshaelfte. [14.1.]
Fr, 4. Januar: Ueberraschend dramatisch verlaufen die Iowa Caucusses - um 2:00 MEZ beginnen die Versammlungen, und bereits knapp vor 3:00 kann CNN schon Huckabee auf der Rep.- und kurz vor 3:30 MEZ auch Obama auf der Dem.-Seite als Sieger erklaeren. Die Pundits ueberschlagen sich, und als erstes Fazit mag vielleicht gelten, dass selbst die nicht gerade repraesentativen paar Hunderttausend in Iowa - auf beiden Seiten - den Wunsch nach einem richtigen Wechsel in Washington ausgedrueckt haetten. In einem Monat, nach dem Super Tuesday, sollte man's klarer wissen ... [3:45] Obama Takes Iowa in a Big Turnout as Clinton Falters; Huckabee Victor. Why Obama's Win is Bigger Than You Think. It's not that the coverage was "bad," it was just bereft of substantive analysis. [15:45] Und was hat das alles mit der Raumfahrt zu tun? [20:15 MEZ]
Heute vor vier Jahren landete Spirit auf dem Mars und rollte bald los - und heute fährt der Rover noch immer!!! Auch der Kometenstaubfang von Stardust ist schon vier Jahre her, plus einen Tag; jetzt gibt's mal wieder neue Papers, die allerdings im Wesentlichen ein bekanntes Resultat untermauern.
"Google ist die mächtigste Detektei, die es je gab" : Das Unternehmen soll zu einer "Bedrohung der Menschheit" geworden sein - was man auch Google Earth schon nachgesagt hat ... [4.1.] Das Wiki-Movement will immerhin versuchen, Google Konkurrenz zu machen. [13.1.] Und darf das Weltwissen in der Hand privater Firmen liegen? [18.1.]
Do, 3. Januar: Auf einer Telecon gibt die NASA Auskunft ueber Fortschritte beim Shuttle - der allerfruehestmoegliche Starttermin ist nunmehr der 24. Januar, wenn aber auch gar nichts schiefgeht; "much more likely" ist der 2. Februar, und wenn noch ein weiterer Tanktest (vgl. 18.12.2007) beschlossen werden sollte (was am 20./21.1. entschieden wuerde), dann eher der 7. Februar. Noch aber gibt es keinen konkreten neuen Starttermin (s.a. 30.12.2007): Erst werden die Erkenntnisse der kommenden 10 bis 14 Tage abgewartet, wenn ab Montag das ausgebaute (und durch einen Propfen ersetzte) Verbindungsstueck zwischen Aussenstecker und Feed-through des Aussentanks, das als Hauptverdaechtiger fuer die Sensorstoerungen gilt, an einem Kryostaten am MSFC getestet wird. Ein "fairly elegant change" an dieser kritischen Stelle ist vorgesehen, basierend auf Erfahrungen mit der Atlas-Centaur, wo es einst aehnliche Probleme gab. Erst wenn ein neuer Starttermin genannt wird, sollen auch die Folgen fuer die nachfolgenden Missionen praezisiert werden. Da zwischen zwei Starts mindestens 5 Wochen liegen muessen, um die Rampe zu reinigen und neu vorzubereiten, muss der fuer den 14.2. geplante Start auf jeden Fall verschoben werden; wie es der immer noch als "nicht frueher als 7.8." gelisteten letzten Mission zu Hubble ergeht, diese Frage des Bloggers konnte oder wollte das NASA-Management daher heute nicht beantworten.
Ein umwerfendes High-Resolution-Video von einer Cassini-Kreuzung der Saturnringebene hat ein Fan aus Bildern in voller Auflösung aus dem finalen Archiv gebastelt: unbedingt in voller Aufloesung anschauen! [4.1.]
The enigmatic snowflake: The beautiful symmetry of snowflakes masks the complex physics that governs how ice crystals grow and develop under different environmental conditions. [4.1.] And why water is so weird. [29.1.]
Di, 1. - Mi, 2. Januar: Entgegen den Vorhersagen ist es die ganze Nacht Di/Mi sehr klar, so dass selbst von Sankt Augustin aus die
beiden Kometen Holmes und Tuttle leichte Feldstecherobjekte schon mit 7x50 sind. Und von Heisterbacherrott aus ist Holmes wieder einfach (wenn auch nicht gerade strahlend hell) mit den blossen Auge zu sehen und Tuttle noch in geringer Hoehe im Untergang zu mintronisieren.
(Mi, 2. Januar) Och noeh, schon wieder ein Impakt in der Glotze ... diesmal auf Pro 7 der neue US-TV-Film Comet Impact alias Impact Earth - der insofern eine ueberraschende Wende nimmt, als sich ein Astronom schliesslich gegen die Militaers durchsetzt und einen 1.5-km-Kometen auf die halb evakuierten USA (konkret: Pittsburgh) krachen laesst anstatt ihn durch eine Standoff-Nuklearexplosion abzulenken. Warum diese in der Fachliteratur populaere Technik das groessere Uebel sein soll, wird nicht recht plausibel gemacht, dafuer wirft der Film aber mit durchweg realem NEO-Jargon nur so um sich (Minor Planet Center, Sentry, Catalina Sky Survey, Torino-Skala, Stardust-Mission, Arecibo, Goldstone, Deep Impact, Shoemaker-Levy 9, ...), und ein in mehrere Teile zerbrochener langperiodischer Komet ist auch mal was Neues. Nun isses aber gut mit den Impakten: Erst kuerzlich liess Pro 7 Berlin treffen (siehe 9.11.) und das ZDF Mexiko (siehe 25.+26.9.). Und die bereits am 10.12.2006 hinreichend abgewatschten Pseudo-Doku "Apokalypse" haette Pro 7 auch nicht gleich noch zu wiederholen brauchen ... [4.1.]
Das populaerste Cassini-Bild bisher ist natuerlich der Planet im Gegenlicht - was aber nicht jedem einleuchtet ... [4.1.]
Die Impaktwahrscheinlichkeit von 2007 WD5 auf dem Mars (s. 28.12.2007) ist geringfuegig gefallen, auf 3.6%, nachdem neue Astrometrie hereingekommen ist. [4.1.]
(Di, 1. Januar) 2007 zweitwaermstes Jahr in Deutschland: Das vergangene Jahr hat den Waermerekord zwar knapp verfehlt, wird aber als zweitwaermstes Jahr in die deutsche Wettergeschichte eingehen. [3.1.] Ein Trend seit 20 Jahren wird damit bestaetigt. [6.1.] Auch im UK war 2007 das zweitwärmste Jahr. [8.1.] Und auch weltweit, gleichauf mit 1998 ... [16.1.] ... wobei die Zahlen nicht ganz eindeutig sind. [22.1.]
WHAT HAVE YOU CHANGED YOUR MIND ABOUT? Das hat "The Edge" gefragt, und ziemlich viele Promis haben geantwortet, mitunter tiefschuerfende Einsichten verratend - gleich die allererste ist, dass wir ganz allein seien. [6.1.]
2007 - Mo, 31. Dezember: EPOXI alias Deep Impact im Anflug auf die Erde - und vorgestern wurde zu Kalibrationszwecken bereits der Mond im sichtbaren und IR-Licht aufgenommen. "The EPOXI lunar calibration was very successful and nearly three years after launch it sure is nice to get new data from an old friend!"


So, 30. Dezember: WDR 2 interviewt den deutschen Astronauten H. Schlegel ueber die Startverschiebung (s. 27.12.): "Ende Januar oder Anfang Februar" rechnet er nun mit dem Start, einen neuen Termin werde es in ca. einer Woche geben, und z.Z. macht er Ferien in den Rocky Mountains. [31.12.]
Sa, 29. Dezember: Heute vor 40 Jahren fuehrte J.A. Wheeler den Begriff "Schwarzes Loch" ein - aber die Webseite und Videotextseite zum Stichtag des WDR bringen das komplett mit der Entdeckung der Pulsare durcheinander. Auf die konnte sich Wheeler Ende 1967 schon deshalb nicht bezogen haben, weil deren Entdecker bis zum Erscheinen des ersten Papers im Februar 1968 totales Stillschweigen bewahrten! Kurioserweise stellte Wheeler selbst den irrigen Zusammenhang in einem Interview von 2003 her ... [31.12.] ... und auch die Princeton University wiederholt den Fehler ("In the fall of 1967, he was invited to give a talk on pulsars, then-mysterious deep-space objects") - und weigert sich, ihn zu korrigieren! Wheeler hat den Begriff am 29.12.1967 in einem oeffentlichen Vortrag zwar verwendet aber - da erinnert sich sich richtig - nur uebernommen (und spaeter massgeblich popularisiert); erfunden wurde er wohl schon Jahre frueher. [28.5.2008]
Fr, 28. Dezember: Ueberraschend sehr klarer Himmel ueber Bochum liefert "Auf dem Kalwes" in der Naehe der Uni recht gute Beobachtungsbedingungen fuer beide aktuellen Kometen - Tuttle steht im Zenit in der Andromeda und ist - gut kondensiert - trotz 6. Groesse in einem 7x50 leichter zu sehen als der extrem aufgeblaehte aber drei Magnituden hellere Holmes. Der ist immerhin mit indirekter Sicht mit dem blossen Auge blickweise zu erahnen. [29.12.] Am Abend des 29. ist dann Holmes von Heisterbacherrott aus wieder leicht mit dem blossen Auge zu erkennen und der nahe Tuttle auffaellig im 11x70 und Comet Catcher, wenn auch dicht neben einem Stern stehend. [31.12.]
Die Wahrscheinlichkeit eines kleinen Asteroideneinschlags auf dem Mars (s. 21.12.) ist auf 4 Prozent gestiegen - aber das bedeutet noch nicht viel: Beim engen Verfehlen eines Planeten steigt sie typischerweise erst mal an, bevor sie schlagartig auf Null sinkt. Schreibt David Morrision in den NEO News: "In case of a close pass (but a miss), it is normal for the impact odds to increase before they drop to zero. This is because there is a time, as knowledge of the orbit improves, when the error ellipse (the uncertainty in the miss distance) shrinks while the target (in this case Mars) remains within the ellipse. Thus the change in odds of a hit from 1 in 75 to 1 in 25 does not mean it will hit - it still has a 96% chance of missing - but it sure is interesting! It would be even more 'interesting' if the target were Earth not Mars. Think about it." Besonders stabil scheinen die Zahlen jedenfalls noch nicht zu sein ... [29.12.]
Do, 27. Dezember: Makaber und faszinierend zugleich - nur drei Stunden nach der Ermordung Benazir Bhuttos sind die Wikipedia-Seiten auf Englisch und die Deutsch laengst auf dem neuesten Stand (und es gibt eine eigene zum Attentat). Bei Reuters gibt's marginal geschnittenes Videomaterial, dramatischer noch als die fertigen Berichte bei AP, CNN, Yahoo oder n-tv. Und die Live Stats der BBC-Webseiten (wo es schon Q&A gibt) zeigen eine um 21% gegenueber normal gestiegene Nachfrage, mit den meisten Clicks in Asien ...
Columbus hat keinen Starttermin mehr: Die NASA will erst die daemlichen Sensorleitungen reparieren (s. 18.12.), was vielleicht auf der Rampe moeglich ist, anderenfalls droht ein Rollback. Und erst danach wird ein neues Startdatum angepeilt ... [28.12.]
Dieses Jahr gab es in Deutschland UFO-Sichtungen in grosser Zahl - aber fast immer steckten Mini-Heissluftballons dahinter (s.a. 24.6.!) ... [28.12.]
Eine Zusammenstellung bemerkenswerter Clips in Zeitlupe wird aus der Versenkung geholt. In der Sammlung gibt's auch ein bisschen Astronomie, inklusive alter Sagan-Auftritte. [28.12.]
Der Hartford Courant portraitiert den Weltraummaler & Amateurastronomen Rick Costello - der eigentlich Schaedlingsbekaempfer war. Und der Sydney Morning Herald weiss, "where you should be looking in the universe for some real action" ...
Mi, 26. Dezember: Der US-Haushalt 2008 ist unterschrieben - und zumindest der NASA ist es nach vielen Monaten Chaos ganz gut ergangen, waehrend andere schwer sauer sind. [28.12.]
Di, 25. Dezember: Einen fröhlichen Newton-Tag! Auch wenn das nur stimmt, wenn man den julianischen Kalender benutzt (der aber am Geburtstag und -ort von Isaac noch gültig war). Und auch wenn es der geniale Physiker in manchen Dingen mit der wissenschaftlichen Methode nicht so genau nahm, wie jüngst in einer wütigen Buchbesprechung zur Sprache gekommen.
The World at Night ist jetzt online: "The project is to produce and present a collection of stunning photographs of the world's most beautiful and historic sites against the nighttime backdrop of stars, planets and celestial events", so Babak A. Tafreshi in einem Rundschreiben.
Mo, 24. Dezember: Auch zu Weihnachten gibt es noch Forschungsbedarf - so ist offenbar das typische Outfit des Weihnachtsmanns keine Erfindung von US-Werbeleuten aus dem 20. Jh. Zur Anmerkung eines RP-Kommentarschreibers siehe aber auch den deutschen Wikipedia-Eintrag, eine Seite der Ohio State University und einen 5 Jahre alten ZEIT-Artikel zu T. Nast sowie den englischen Wikipedia-Eintrag zu Santa Claus ...


So, 23. Dezember: Etwas hat - am 10. November - den alten Forschungssatelliten UARS im Orbit getroffen und ein paar kleine Fragmente abgebrochen. Der Taeter ist unbekannt, kann ebenso ein Meteoroid wie Raumschrott gewesen sein - auf jeden Fall war's ein (zum Glueck) seltener Vorgang. [23.12.] Der Verdacht faellt inzwischen auf Truemmer eines alten russischen Satelliten, der selbst einst Opfer einer Kollision im Orbit war. [28.12.]
Sa, 22. Dezember: Eisiger Spass mit den Ursiden - obwohl der hochstehende Mond einen Tag vor voll den Himmel stark aufhellt (aber die Grenzgroesse liegt bei etwa 4.3 mag.: Zeta UMi ist gerade noch zu sehen), ist dieser so klar, dass sich eine kurze Terassen-Session rund um das erwartete Maximum, von 21:55 bis 22:25 MEZ doch zu lohnen scheint. Drei Ursiden lassen sich blicken, der dritte sogar ein spektakulaeres Exemplar: hell und im Norden langsam senkrecht zum Horizont sinkend, mit mehreren Maxima - der schoenste Individual-Meteor des ganzen Jahres! Von 22:40-50 MEZ tut sich hingegen nix: Das war's auch schon. Kein Vergleich mit den mondfreien Geminiden (siehe 15.-16.12.) oder den Aurigiden, aber doch recht erbaulich - nicht so hingegen fuer das Videoequipment, das trotz frischer Batterien schon nach 17 Minuten den Geist aufgab. Bis zu den Quadrantiden muss noch was passieren ...
Fr, 21. Dezember: Michael Ramsey-Musolf stellt im Bonner Physik-Kolloquium klar, dass nicht nur die Hochenergiephysik mit LHC & Co. (siehe 30.11.) sondern auch die Kernphysik mit Experimenten auf dem Labortisch, die dafür besonders genau sind, im nächsten Jahrzehnt Entscheidendes über die Grundfragen des Universum aussagen können sollte. Das gemeinsame Ziel müsse ein "New Standard Model" der Physik sein, das über das bewährte Standardmodell hinausgeht, das an seine Grenzen stösst, wenn man sich dem Urknall nähert. Es muss im frühen Kosmos Symmetrien (=Kräfte) henseits des Standardmodells gegeben haben, die entscheidende Weichen stellten: Schon das vor 40 Jahren von Sacharow formulierte Problem der Baryogenese - warum gibt es überhaupt Materie? - ist so unbeantwortet wie zuvor! Womit wir über den Ursprung der Ingredienzien des heutigen Alls praktisch gar nichts wissen, denn das besteht bekanntlich aus nämlichen Baryonen und noch viel mehr dunklem Zeug...

Ramsey-Musolf sieht "two frontiers" auf der Suche nach der Neuen Physik: einerseits die Hochenergieexperimente mit Riesenbeschleunigern u.ä., zum anderen Hochpräzisionsmessungen bei niedriger Energie (für deren technische Details er als reiner Theoretiker gar nicht zuständig ist). Die ersteren Versuche jagen gewissermassen die "Viecher" selbst, die letzteren nach ihren "Fussabdrücken". Bei der Suche nach dem Topquark hat das schon mal geklappt, da seine Eigenschaften aufgrund von kleinen Experimenten relativ gut vorausgesagt wurden. Die wichtigsten Stossrichtungen der Kernphysik - die das in den USA zuständige DOE bereits als deren wichtigste Aufgaben der Zukunft (ade, Quark-Gluonen-Plasma!) definiert - sind die Suche nach dem neutrinoless double beta decay, wobei Ramsey-Musolf v.a. auf die Experimente GERDA, CUORE und EXO setzt, und die Messung des elektrischen Dipolmoments von Teilchen und Systemen. Denn hier sagt die Neue Physik oft deutlich größere Werte als das Standardmodell voraus - und die Messgenauigkeit erreicht just jetzt den Bereich, wo man Effekte erkennen könnte.

In etwa 5 Jahren, so Ramsey-Musolf zum Blogger, sollten viele der Experimente Ergebnisse liefern, um 2012 also - ungefähr dem Jahr, in dem auch der LHC Signifikantes von sich gegeben haben sollte und in dem harte Resultate des Planck-Satelliten (siehe 7.12.) und des Megamaser Cosmology Projects (siehe 19.12.) erwartet werden. (Und jenem Jahr, in dem nach verbreiteter westlich-esoterischer Vorstellung ohne jede Basis in der Realität etwas Erderschütterndes passieren wird, weil der Maya-Kalender am 21.12. eine neue erste Longcount-Ziffer erreicht. :-) Vor 10 Jahren geriet die Kosmologie - und Physik insgesamt - in einen angeregten Zustand (s.a. 3.12.), aus dem bisher noch kein neues Großes Bild hervorgegangen ist. Aber nun scheint endlich abzusehen, dass die beobachtenden Kosmologen, Hoch- und Niederenergiephysiker (und die zugehörenden Theoretiker natürlich :-) binnen weniger Jahre zu fundamentalen Antworten kommen könnten: "an era of discovery" für Ramsey-Musolf, noch dazu "richly interdisciplinary". Oder werden die tiefen Fragen in 10 Jahren noch größer geworden sein? Wenn das mal keine weihnachtlichen Gedanken sind ...
Ein 50-m-Asteroid könnte am 30. Januar den Mars treffen und eine sichtbare Staubwolke aufwirbeln - allerdings liegt die Impaktwahrscheinlichkeit bei nur 1:75.
AC 360 hat eine selbst fuer US-Verhaeltnisse bizarre Story ueber Anwohner der Interstate 35 ("I 35"), die darin den in Isaiah 35 ("I 35") erwaehnten "Highway of Holiness" erkennen - und ihn von suendigen Geschaeften am Rande der Strasse befreien wollen ... [22.12.] Was der Chef-Exeget dazu sagt. [20.1.2008]
Do, 20. Dezember (im zweiten Jahr schon Tradition ... der Carl Sagan Memorial Blog-a-thon zu Seinem Todestag - also wieder ein Eintrag in Englisch): As noted in the invitation, this year marks the 10th anniversary of the release of the movie Contact, based on a novel based on an even older treatment written by Carl Sagan and his wife Ann Druyan around 1980 - thus the story was meant to become a movie from the beginning. And what a movie it is: arguably the most accurate representation of astronomers at work ever hitting the silver screen, though what the leading characters experience is far from typical. :-) The discovery of the alien message takes place at the Very Large Array, and much of the footage was shot on location - with various real radio astronomers cast as extras! I had the pleasure of touring the observatory in New Mexico (which is very welcoming to the public at all times) a few years after Contact came out, as part of field trip during an astronomy conference in Albuquerque, and a young astronomer - who actually had one line in the movie that ended up on the cutting room floor - gave the tour of the VLA control room. (There was even a little wall plaque in memory of the movie shoot.) He explained to us how they made sure that the astronomy in Contact is as accurate as permitted by the plot, and that unusual desire for a Hollywood movie is widely appreciated in the community. Incidentally yesterday I heard a talk by the current director of the National Radio Astronomy Observatory which runs the VLA, Fred Lo (German-speaking readers: see below): The instrument is currently being upgraded (to the Expanded VLA), and when that work is complete in 2012, the telescopes will be ten times more sensitive. Perhaps then ...
Es hat geklappt: Die UN-Vollversammlung ruft das Internationale Astronomiejahr 2009 aus! Mehr zu den Plänen steht in einem Tagungsbericht vom Oktober; die deutsche Webseite entsteht gerade erst. [20.12.] Aber erstmal kommt (bzw. hat bereits am 18.10. begonnen) das Jahr der Kartoffel 2008 ... [28.12.]
Im Bonner PI gibt's eine Weihnachtsversion der Physikshow (s.a. 6.1.) mit 20 Versuchen. [20.12.2007/14.4.2008] Da vor Veranstaltungsbeginn die Innentüren des Wolfgang-Paul-Hörsaals geschlossen sind, fällt des Bloggers Blick zum 1. Mal (in 25 Jahren) auf die Türgriffe - in Abwandlung von Jakobus 1,22 steht da zu lesen: "Seid auch Täter des Wortes, nicht nur Hörer allein". Eine Aufforderung an die Bonner Physiker, mehr zu publizieren? :-)
Endlich Anerkennung für McNaught: Der seinerzeit von der Nicht-Astro-Presse ungebührlich ignorierte Januar-Komet taucht nun immerhin auf Platz 3 der Images of the Year des heutigen Nature auf; auch die ersten beiden sind astronomischer Natur (Enceladus, Uranus RPX).
CoRoT hat seinen zweiten (offiziellen) Exoplaneten, teilt die ESA mit - Michel Mayor (siehe 14.12.) wusste noch von einigen weiteren durch Bodenbeobachtungen bestätigten Funden, von denen allerdings keiner irgendwie besonders sei. [21.12.]
Mi, 19. Dezember: In einem spannenden MPI-Kolloquium stellt der Direktor des NRAO, Fred Lo, das Water Maser Cosmology Project von CfA, NRAO und MPIfR vor, das innerhalb der nächsten 5 Jahre die Hubble-Konstante auf 3% genau bestimmen soll - mit heute verfügbarer Technologie. Einerseits ist eine direkte Messung der Konstanten (?) der kosmischen Expansion unerlässlich, um zentrale kosmologische Parameter wie die Gesamt- und Baryonendichte des Alls aus anderen Daten (u.a. des Planck-Satelliten; siehe 7.12.) zu berechnen, andererseits ist ihr Wert heute nur auf rund 10% genau bekannt -womit die abgeleiteten Zahlen wg. quadratischen Eingehens einen Mindestfehler von 20% behalten, der die Ungenauigkeit der kosmologischen Zahlen aus Planck dominieren würde. Das Ho Key Project war auf 72±8 gekommen, aus dem SZ-Effekt plus Röntgendaten folgt 77±10, aus Gravitationslinsen 70±10. Ziel des auch Megamaser Cosmology Project genannten Unterfangens ist die jeweils auf 10% genaue Entfernungsbestimmung von mindestens 10 Galaxien mit Megamasern, die über 100 Mpc entfernt sind.

Die Entfernungsbestimmung erfolgt dabei rein geometrisch, wie es exemplarisch bei NGC 4258 alias Messier 106 gelungen ist (deren so gemessene 7.2 Mpc inzwischen unbestritten sind). Gesucht werden die Galaxien mit dem Green Bank Telescope, sechs vielversprechende sind bereits untersucht: z.B. NGC 6323, für die 117 Mpc herauskommt (was wiederum eine Hubblekonstante von nur rund 67 bedeuten würde). Die systematischen Fehler werden laut Lo geringer als die statistischen 3% sein. Er diskutiert auch den Status und die Zukunft des NRAO: So werde der EVLA (siehe 10.11.2006) mit seiner 10-fach besseren Empfindlichkeit ein ganz neues Observatorium darstellen, erste Wissenschaft 2010, fertig 2012, während bei ALMA mit erster Science ebenfalls 2010 und dem Vollbetrieb 2013 gerechnet werden dürfe; die härteste Phase steht dem Projekt aber noch bevor, da nun eine Antenne nach der anderen abgenommen und aufgestellt werden muss. Und unter zahlreichen Entdeckungen mit NRAO-Teleskopen der letzten Zeit erwähnt Lo einen Pulsar im Kugelsternhaufen NGC 6440, der 2 oder 3 Planeten zu besitzen scheint, und einen anderen, der so schnell ist, dass er die Milchstrasse verlassen duerfte.
Heute morgen stand der Mars in Erdnaehe - näher kommt er erst wieder 2016. Kurz vor der größten Nähe hat das HST mehrere Bilder gemacht, aus denen auch eine Gesamtkarte entstand.
2001 hatte das MIT angekuendigt, binnen 10 Jahren "the materials for nearly all its courses freely available on the Internet" zu machen: Ueber das entprechende Portal ist nunmehr das meiste verfuegbar, und der eine oder andere Prof ist schon eine Beruehmtheit weit ausserhalb des Campus geworden. Etliche der Kurse haben mit Astronomie zu tun und reichen von Hands-On Astronomy: Observing Stars and Planets bis Particle Physics of the Early Universe. [23.12.]
US budget cuts a 'body blow' to particle accelerator: The US has now slashed funding for the International Linear Collider (ILC; siehe 8.2.), just over a week after the UK pulled out of the project.
Die Schweiz plattmachen hilft nicht, um ihre Grundfläche um ein Vielfaches zu vergrößern ...
Di, 18. Dezember: Ein systematischer Betankungstest der Atlantis hat entscheidende Hinweise geliefert, warum die ECO-Tanksensoren immer wieder ausfallen, berichtet Wayne Hale am Abend auf einer PK - es liegt an den Feed-through-connectors, durch die die Sensorkabel in die Tanks gelangen! "Zum Glueck" (Hales Worte) gab es bei dem Test wieder mehrere Ausfaelle, waehrend derer u.a. die Unterbrechung der Signalwege - durch Laufzeitmessung von Impulsen - lokalisiert werden konnte: Die Sensoren selbst sind unschuldig, es liegt an der Durchfuehrung ihrer Kabel, die moeglicherweise bei einer Modifikatikon verschlimmbessert worden ist. Sobald die Temperatur sinkt, wenn der superkalte Treibstoff in die Tanks stroemt, beginnen die Kontakte zu spinnen. Jetzt muss untersucht werden, ob bessere Konnektoren auf Lager sind oder die aktuellen repariert werden koennen: Der "root cause" ist noch nicht gefunden, und die Loesung des Problems kann Tage, Wochen oder Monate dauern, so dass STS-122 derzeit keinen Starttermin mehr hat; der 10.1.2008 ist ein "no earlier than"-Datum. Hale ist aber zuversichtlich, dass eine endgueltige Loesung des Problems gefunden werden kann, doch unter Zeitdruck wolle man sich nicht setzen lassen. Parallel zum Tanktest hatte auch die 100. ISS-EVA stattgefunden, zur Ueberpruefung der Solarzellenmechanik; die ganze Action konnte bei Fla. Today und Spacefl. Now live verfolgt werden.
Ungewoehnlich ergiebige Sternbedeckung durch einen Asteroiden (Thusnelda), jedenfalls in Florida: Eine Kamera zeichnet eine seltene streifende Bedeckung mit zwei Events auf - und ein TV-Sender berichtete gross im Vorfeld! [22.12.]
Ein Paper in PLOS Biology sorgt für Aufsehen: "[M]onkeys can mentally add the numerical values of two sets of objects and choose a visual array that roughly corresponds to the arithmetic sum of these two sets. Furthermore, monkeys' performance during these calculations adheres to the same pattern as humans tested on the same nonverbal addition task. Our data demonstrate that nonverbal arithmetic is not unique to humans but is instead part of an evolutionarily primitive system for mathematical thinking shared by monkeys." [21.12]
Der schon wieder mehr als halb volle Mond macht sich heute wieder an Holmes heran, so dass der Komet trotz sehr klaren Himmels nicht mehr mit dem blossen Auge sichtbar ist und auch im 11x70-Feldstecher zu einer schemenhaften Gestalt zu werden droht. [18.12.] Dito am Abend des 19., 20., 21. und erst recht - kurz vor Vollmond - 22.12. (der andererseits die neunte Beobachtungsnacht in Folge darstellt und die 27. insgesamt): Selbst die Mintron zeigt zunehmend Diffuseres auf hellem Grund. Geduld, der kommt bald wieder ... [20./21./22.12.]
Sensationelle Entwicklung bei den Annals of Improbable Research: Wie im zugehörigen Newsletter mitgeteilt wird, kann es nun kostenlos online gelesen werden, auch ältere Ausgaben! [19.12.]
Mo, 17. Dezember: Auf einer Telecon stellt die NASA einen Fall vor, bei dem ein galaktischer Jet einen Nachbarn trifft - was fuer die Bewohner eventueller Planeten daselbst unangenehm waere. Neil deGrasse Tyson als unabhaengiger "Einordner" der Entdeckung feiert den Triumph der Multi-Wellenlaengen-Astronomie. Und fragt sich, ob sich das Leben auf der Erde nicht unter der Erde versteckt habe, um den grossen Massensterben zu entgehen.


Sa, 15. - So, 16. Dezember: Auch 7½ Wochen nach dem Ausbruch ist Holmes immer noch leicht mit dem blossen Auge zu sehen, als gewaltiges mattes Scheibchen, das es an Auffaelligkeit locker mit h & chi Persei aufnehmen kann und eher der Praesepe in entsprechender Hoehe und bei gleich dunklem Himmelshintergrund entspricht - bei der dem Blogger erst jetzt aufgefallen ist, wie praegnant der Sternhaufen fuer das blosse Auge erscheinen kann, wenn der Himmel gut dunkel ist. Und v.a. am Sa-Morgen ist er es, was auch den immer noch aktiven Geminiden zu gute kommt, die laut IMO-Echtzeitanalyse noch eine ZHR von rund 75 haben; in der Tat sind z.B. zwischen 2:35 und 2:45 MEZ gleich 7 Stueck zu sehen. Videotechnisch "kommt" der Komet inzwischen mit der Meteoroptik am besten (6 mm f/0.8), die ihn zusammen mit h & chi zeigt, als zwei diffuse Woelkchen; mit 45 mm f/1.2 wird's langsam blaesslich, und fuer den 11x70-Feldstecher ist Holmes (Beobachtungsnaechte Nr. 19 bis 21!) eigentlich schon zu gross geworden ...
(So, 16. Dezember) Heute wird er 90 Jahre alt: Arthur C. Clarke, der seit Jahrzehnten in Sri Lanka wohnt und als einer der Vaeter des Nachrichtensatelliten gilt. Und nun 3 Wuensche hat ... [17.12.] ... und eine Videobotschaft. [19.12.]
Ein grosser Artikel ueber Lichtverschmutzung in einer kleinen US-Zeitung. Steter Tropfen ...? [17.12.]
(Sa, 15. Dezember) Wie man kosmische Entfernungen richtig praezise angibt: "The protostar and its stellar cradle are located in the constellation Cepheus, about 800 light years, nearly 5 quadrillion miles, from East Central Illinois." [17.12.]
Hat die Welt das auch noch gebraucht: Twitter ... [19.12.] "Das Zwitschern im Internet wird lauter" ... [19.1.2008]
Fr, 14. Dezember: Im Physik-Kolloquium spricht Michel Mayor von der Geneva Extrasolar Planet Search ueber die fortschreitende Annaeherung an den Nachweis von Planeten mit einer(!) Erdmasse ueber die Radialgeschwindigkeit. Planeten mit zwei Erdmassen auf idealen Bahnen waeren schon mit heutiger Technik klar zu sehen, und bei rund 0.3 m/s ist Mayors Gruppe mit HARPS bereits angekommen, dreimal besser als die einstige Spezifikation; selbst die 10-cm/s-Marke sollte noch zu unterbieten sein. Die Grenze bilden jetzt schon die Sterne selbst mit ihrer intrinsischen Variabilitaet (oft 1 m/s) durch v.a. Pulsationen. Als man mit HARPS 400 inaktive FGK-Sterne beobachtete, zeigten sie eine typische Radialgeschw.-Dispersion von 1.5 m/s. Und eine intensive Ueberwachung von 6 Sternen (je 50 Beob. in 150 Tagen) entlarvte ziemlich oft eine periodische Komponente von 50 bis 100 Tagen: "Almost all have low-mass planets," schliesst Mayor, der ohnehin hochrechnet, dass praktisch 100% aller Sterne der Milchstrasse ueber Planeten irgendeiner Art verfuegen (konkret gefunden hat man welche, mit heutiger Technik, bei 7% der untersuchten). Die Zukunft? Viele Photonen, d.h. Extremely Large Telescopes und lange Messreihen, supergenaue Referenzspektrallinien durch Laser und besonders inaktive Sterne: Dann muessten Radialgeschwindigkeiten noch von 1 bis 10 cm/s messbar werden. Ueber konkrete Instrumente dafuer wird bereits nachgedacht. [16.12.]
Neuer Generaldirektor des CERN wird der deutsche Physikprofessor Rolf-Dieter Heuer, der am 1.1.2009 anfaengt - und dem dann die ersten Daten des LHC in den Schoss fallen sollten. Am Rande des Mayor-Vortrags (s.o.) war uebrigens von einem enormen Konkurrenzkampf zwischen den ATLAS- und CMS-Teams jeweils tausender Physiker zu hoeren, die gerne mal die Gruppe wechseln und dann vertrauliche Daten mitnehmen. Vor wichtigen Veroeffentlichungen wird daher nur eine Handvoll der hunderten von Autoren eingeweiht, die auf dem Paper stehen - der Rest bekommt es erst Tage vor der Einreichung zu Gesicht ... [16.12.] Wie man den LHC verkaufen kann: ein cooles Werbe-Video! [18.1.2008]
Auf einer der letzten PKn des AGU Fall Meeting 2007 (s. 10.-11.,12. und 13.12.) wird um 0:00 MEZ der Ozean des Jupitermonds Europa diskutiert, dessen Existenz als absolut erwiesen gilt - und die naechsten Missionen, die man haben sollte, denn die Technik hat in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte gemacht, wie Erd-, Mars- und Saturnorbiterdaten demonstrieren. Zuerst kaeme naehere Erkundung Europas aus dem Orbit, um insbesondere per Radar die Dicke der Eiskruste festzustellen (nach letzter Auswertung der Galileo-Daten < 30 km) und ggf. per IR Hotspots rezenten Vulkanismus' zu finden. Das Eis-Wasser-Interface, Radar vermutlich durch geschickte Frequenzwahl zugaenglich, sollte Modellen zufolge die erdaehnlichsten Bedingungen im ganzen Sonnensystem bieten! Wenn man dann weiss, wo das Wasser - und wie dick die Kruste - ist, waere der naechste Schritt ein Lander mit Uboot: Die grundlegende Technik wird bereits getestet und demnaechst in der Antarktis eingesetzt. Im Februar 2008 gibt es Vortests in Wisconsin, Ende des Jahres geht's dann in den Sueden.
Do, 13. Dezember: Auf NASA-TV gibt's ein ISS Status Briefing um 20:00 MEZ - die Probleme mit dem Solar Alpha Rotary Joint machen weiter Kopfzerbrechen, aber Experten fuer solcherlei Gelenke aus dem ganzen Land hat man zusammengerufen, und bei der naechsten EVA am 18.12. (der 100. fuer die ISS) wird der SARJ intensiv erforscht ("a fact-finding mission") und ein Teil in die Station geholt, das der naechste Shuttle zur Erde schaffen soll. Auch Beta Gimbal Assembly wird inspiziert, die klemmt: Ein Manager erklaert die verschiedenen Drehachsen der ISS-Sonnensegel mittels einer Spontan-Demo anhand eines Buches und eines Kugelschreibers. (Ein paar Stunden spaeter wird bekannt, dass der naechste Shuttle-Start am 10. Januar 2008 stattfinden soll.)
Wunder der Technik ... Dank DSL-Splitter lassen sich ab 19:00 MEZ gleichzeitig eine AGU-PK ueber New Horizons-Messungen der Jupitermagnetosphaere via Telefon aus San Francisco und eine PK mit der ISS-Besatzung (die Tonqualitaet von der Station ist endlich besser geworden) auf NASA TV verfolgen - und dieser Blog-Eintrag schreiben. :-)
Mi, 12. Dezember: Die Erkenntnisse ueber die Natur der Saturnringe, die bei einer AGU-PK (s. 10.-11.12.) um 23:00 MEZ verkuendet werden, sind so neu nicht - in einem kuerzlich verfassten Review der Cassini-Ergebnisse stehen bereits beide 'Neuigkeiten' im Ring-Kapitel. Naemlich dass die Masse des Ringsystems groesser als gedacht ist (wie sich aus mehrfachen Sternbedeckungen schliessen laesst) und die Ringe vielleicht so alt wie das Sonnensystem sind: Man koenne sie mit Beijing vergleichen, das eine alte Stadt sei aber sich staendig erneuere. Und die Entdeckung von 8 'Propellern' in einem 3000 km schmalen Band im A-Ring, die von unsichtbaren Minimonden hervorgerufen werden, die selbst wieder die Truemmer eines zerstoerten Mondes sein duerften.
Wie das aktuelle Presserecht Blogger gefaehrdet, am Beispiel des Aufklaerungsportals Call-in-TV, das Ungeheures erleben musste (wie es ueberhaupt an der Tagesordnung zu sein scheint). [16.12.]
Ein Vortrag von G. Wolfschmidt im Deutschen Museum ueber das Weltbild im Wandel bringt wenig Erkenntnisse ueber eine Geschichtstabelle hinaus, die der Blogger zufaelligerweise gerade entwickelt. Wieder mal volles Haus und halbstuendige Diskussion.
Mo, 10. - Di, 11. Dezember: Es ist wieder "Fall Meeting" der American Geophysical Union in San Francisco, mit der ueblichen Flut von Pressekonferenzen, die per Telefon mal gut, mal schlecht mitgehoert werden koennen (s.a. 11.-15.12.2006). Interessant an den ersten beiden Tagen z.B. das: Andere Pressekonferenzen handelten von den Problemen, ein Warnsystem fuer Erdbeben einzurichten, das einige Sekunden vor der Ankunft der Wellen Alarm ausloesen kann (in Japan, Rumaenien und den USA gibt es entsprechende Versuche), und dramatischen Veraenderungen hydrologischer Zyklen in den letzten 50 Jahren in den USA, die sich im Rahmen des Klimawandels exakt modellieren lassen: Das laesst fuer die naechsten 20 Jahre Boeses ahnen. [12.12. - erstmals ueber eine neue DSL-Verbindung und den SSH-Client PUTTY direkt aus dem Wohnzimmer des Bloggers gepostet!]
(Di, 11. Dezember) Mammuts und andere Tiere von Meteoritensplittern durchsiebt? Funde in 8 Stosszaehnen regen die Fantasie an - und fuer die Plattentektonik sollen auch Impakte verantwortlich gewesen sein ... [18.12.]
(Mo, 10. Dezember) Warum der Shuttle gestern wirklich nicht gestartet ist ... :-) [19.12.]


So, 9. Dezember: Columbus-Start abgesagt! NASA's Mission Management Team today delayed launch of the shuttle Atlantis on a critical space station assembly mission to at least Jan. 2 to troubleshoot elusive, intermittent electrical problems with low-level hydrogen fuel sensors that derailed launch attempts Thursday and again this morning.
Großer Andrang bei den Hertz-Feierlichkeiten in Bonn (s.a. 3.12.): Der Paul-Hörsaal (rund 500 Plätze) ist zeitweise fast voll. Alle drei Referenten führen auch Experimente vor (so viel Szenenapplaus bekommt die Physik selten), wobei K.-H. Althoff noch einen Tag vor seinem 82. Geburtstag(!) die Hertz'schen Originalapparaturen bändigt, und der Abschlussvortrag von K. Buse mündet in eine fulminante Lasershow von Lightline aus Osnabrück, die bei einer ähnlichen Veranstaltung vor ein paar Jahren schon mal aufgetreten waren. Zuvor waren auch eine Reihe Besichtigungen möglich, z.B. von ELSA.
Welche Sprache sprechen Außerirdische? Seitdem es Science-Fiction gibt, warten Menschen auf den ersten Kontakt mit Aliens. In den USA versuchen Wissenschaftler, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. WELT ONLINE traf Douglas Vakoch vom Seti-Institut, um mit ihm über die Kommunikation quer durchs All zu sprechen. [9.12.] Sollten die Aliens uebrigens Kölsch bevorzugen, könnte sie einen neuen Service von Wikipedia in Anspruch nehmen ... [16.12.]
Sa, 8. Dezember: Eine wunderliche Licht-Aus!-Aktion findet nur mässigen Anklang - und es gibt weder einen nennenswerten Rückgang des Energieverbrauchs (in Bonn z.B. um ca. 3%, werden die Stadtwerke am nächsten Tag in Radio Bonn-RheinSieg zitiert), noch den befürchteten Zusammenbruch des europäischen Stromnetzes. Inzwischen haben andere Umweltschützer zur Aktion Licht an! aufgerufen: "Ob Sie das Licht ausschalten oder nicht, ist nebensächlich. Schalten Sie nur bitte auf keinen Fall Ihr Hirn aus." [9.12.]
Fr, 7. Dezember: Abends strahlt Holmes - leicht für das blosse Auge zu sehen - kometengleicher denn je vom Himmel, mit einem erstaunlichen Durchmesser. Nur die Flächenhelligkeit sinkt leider immer weiter, so dass ihn die Mintron inzwischen nur noch mit einem lichtstarken 45-mm-Objektiv gut erwischt. [9.12.]
Im Rahmen der SYNTOPIA!-Ausstellung (siehe gestern) gibt es im Deutschen Museum Bonn ein ungewöhnliches Konzert: Kompositionsschüler der Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf hatte David Graham einst in nämliches Museum mitgenommen, wo sie sich von denselben Exponaten, mit denen sich auch Sacharow-Ross beschäftigte, inspirieren liessen. Ausnehmend junge Klavierschüler von Susanne Kessel (und zuweilen auch sie selbst) bringen nun insgesamt 11 kurze aber heftige Pianostücke zur (Erst-)Aufführung - mehreren Exponaten, darunter dem Neutrinoteleskop im Baikalsee (s. 16.10.), sind gleich zwei gewidmet, und zuweilen ist durchaus erkennbar, welcher physikalische Vorgang in die meist sehr modernen Klänge verwandelt wurde.

Bemerkenswerte 'Entdeckung' am Rande des Konzerts: Der gestern bei der Vernissage kennengelernte Schriftsteller Henning Boetius - mit sehr bewegter Vergangenheit! - entpuppt sich im Gespräch als begeisterter Deep-Sky-Beobachter mit 8-Zöller, der unabhängig die Ausbruch von Holmes entdeckte (und vor einem Jahr in einem Interview andeutete, er werde demnächst einen astronomischen Roman verfassen). [9.12.]
"Fliegende Untertassen" im Saturnsystem entdeckt! Die beiden Monde Pan und Atlas haben auf Cassini-Bildern prominente äquatoriale Höhenzüge - die nun ein Modell als akkretiertes Material von den Ringen interpretiert (Charnoz & al., Science 318, 1622-4). Solcherlei "Fossilien von Akkretionsscheiben" können nur unter sehr speziellen Bedingungen entstehen, andererseits drängen sich aber auch Parallelen mit der Entstehung ganzer Planetensysteme auf. [9.12.]
Der Planck-Projektwissenschaftler Jan Tauber vom ESTEC wirbt im MPI-Kolloquium für die Kosmologie-Mission, als deren Starttermin inzwischen nicht mehr "Mitte 2008", sondern nur noch "2008" genannt wird - also die 2. Jahreshälfte. Der Satellit ist jedenfalls gerade fertig geworden und im Moment in Schütteltests. Nach dem Start und ausgiebigen Tests wird es zwei komplette Himmelsdurchmusterungen geben, und erst nach deren gemeinsamer Auswertung sollen frühestens im April 2012 die kosmologischen Datenprodukte vorgelegt werden (s.a. 14.2.), hoffentlich ohne nennenswerte systematische Fehler - allein sieben verschiedene Arten von Vordergrundquellen müssen eliminiert werden. Man darf ein superbes Powerspektrum der CMBR erwarten, mehrere Polarisationseffekte derselben und auch eine Menge Nicht-CMB-Astronomie aus den Himmelskarten (von der es auch schon 2011 oder so etwas zu sehen geben soll).

Der Satellit, dessen Entwicklung sich als überaus komplex erwies, soll mit seinem 1.5-m-Teleskop eine Winkelauflösung von 5' (bei 217-857 GHz) und eine Temperaturgenauigkeit von 1 µK pro Pixel erreichen, was nach "extreme attention to systematic effects [...] will take precision cosmology into the 1% range." Was das alles kostet, lässt sich gar nicht sagen: Die Satelliten Planck und Herschel zusammen haben 1.1 Mrd. Euro gekostet, zzgl. 600 Mio. Euro für ihre Instrumente. Dafür sollte mit Planck die Erkundung des CMB-Powerspektrums aus dem Weltraum zu einem Abschluss gekommen sein; um die Polarisation der Hintergrundstrahlung sollten sich aber weitere Kosmologiesatelliten (der dann 4. Generation) kümmern, über die bereits nachgedacht wird.
Wurde in der Kosmischen Hintergrundstrahlung ein 'kosmischer Defekt' alias Textur nachgewiesen? Für Cruz & al. (Science 318, 1612-5) ist das zwar "certainly radical", aber doch "the most plausible explanation yet proposed" für einen 10° großen Cold Spot in der WMAP-Karte. [9.12.]
Do, 6. Dezember: Am Abend Doppel-Vernissage der Ausstellung(en) SYNTOPIA!, die parallel im Deutschen Museum und Kunstmuseum Bonn stattfinden. Während Igor Sacharow-Ross, dessen Werk um die "abgebrochene Verbindung" zwischen Wissenschaft und Kunst kreist, im DM acht technischen Exponaten seine Bilder gegenüber stellt, konfrontiert er im KM in drei Räumen die Kunstwerke mit Technik (z.B. einem Mössbauerspektrometer aus der Marsforschung). Die Zusammenführung der beiden Welten wird neuerdings als "Syntopie" bezeichnet, ein Begriff, den der Neurologe Ernst Poeppel erfand. Der ist natürlich bei den Vernissagen dabei, die auch Min.Dir. H. Grübel vom BMBF und den Bonner Kulturdezernenten L. Krapf anlocken. Im KM kommt es auch zu einem gewagten Happening durch Bonner Schüler, die den Spruch "Jetzt Aufbruch SYNTOPIA!" auf zwei riesige Matten sprayen - die freilich die Farbe ziemlich schnell aufsaugen. Was wohl die meisten für eine Panne halten, war indes genau so gewollt, erklärt Sacharow-Ross später dem Blogger bei einem Empfang - wo es ausnehmend leckeren (und koscher gekelterten!) Fortant-Chardonnay der Skalli Family von 2003 gibt. [7.12.]
Eine ausnehmend gelungene SF-Kurzgeschichte von Sarah Castle erscheint in der "Futures"-Serie in Nature (450, 920): erster Kontakt mit underirdischen Lebensformen auf dem Mars - wobei die breite Öffentlichkeit bei dessen systematischer Erkundung eine wesentliche Rolle spielt. In ihrem Blog schreibt die Autorin: "The story was partially inspired by a visit with my youngest nieces. Now I get to brag to my professor friends that I've been published in Nature!" [9.12.]
Columbus bleibt am Boden, because of apparent problems with two of four low-level fuel sensors at the base of the ship's external tank - wie es weitergeht, steht meistens hier. [6.12.] Frühestens am Samstag soll der nächste Versuch stattfinden. [7.12.]
Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet ein deutscher Privatsender - RTL - wagt sich in Afghanistan ganz nach vorne. Und der Frontreporter schreibt auch noch ein vielbeachtetes Blog (Einträge vom 29. und 30. 11., 3.12. und heute). [9.12.] Lange geblieben ist Schlender aber nicht. [22.12.]
Am Morgen ist der inzwischen ein Grad große Holmes am mondlosen Königswinterer Himmel leicht mit dem bloßen Auge zu sehen, als gewaltige matte Scheibe. Im 11x70-Feldstecher sind durchaus Komadetails zu unterscheiden, und die Mintron mit 45-mm-Normalobjektiv hat weiter keine Probleme, das Ungetüm in Echtzeit zu filmen.
Mi, 5. Dezember: 200 Millionen Dollar Privatspende der Gordon and Betty Moore Foundation macht 30-Meter-Teleskop moeglich! [6.12.] Aber ein Okular hat's keins, das Riesenteleskop ... [17.12.]
Auf dem Bonner Dies Academicus spricht Eva Orthmann von der Abt. Islamwissenschaft über die Rolle von Abu Ma'shar al-Balkhi alias Albumasar bei der Verbreitung orientalischer astrologischer Vorstellungen (die selbst wiederum in Teilen auf Aristoteles zurückgehen) im mittelalterlichen Europa. Die zentrale Rolle spielte die Abfolge der "Großen Konjunktionen" von Jupiter und Saturn, die alle 20 Jahre stattfinden, und zwar jeweils etwa 120° im Tierkreis versetzt: Jeweils 13 bis 14 nacheinander fallen in denselben Gedrittschein, und erst nach 2880 Jahren wiederholt sich der Zyklus mit Konjunktionen in den ursprünglichen Tierkreiszeichen. Diesen Periodizitäten stellte Abu Ma'shar große Entwicklungen auf der Welt gegenüber, wobei er diese "Konjuktionenlehre" von den Sassaniden übernommen haben dürfte - und sie in Europa populär machte, wo sie im 12. Jh. von Adelard von Bath (dem "ersten britischen Wissenschaftler") erstmals nachweislich aufgegriffen wurde, ebenso Roger Bacon im 13. und Pierre d'Ailly im 14. Jh. Auch Luther soll drauf abgefahren sein (und sogar sein Geburtsjahr anders angegeben haben, damit es besser passte), und selbst Kepler machte sich Gedanken zu Jupiter-Saturn-Konjunktionen. Nachdem 1623 wieder einmal der Weltuntergang ausfiel, trotz einigen Wirbels im Vorfeld einer solchen Paarung, war die Blütezeit der apokalyptischen Astrologie allerdings vorüber.
Di, 4. Dezember: In einem langen NYT-Artikel über die nächste und letzte HST-Servicing-Mission (siehe 31.10.2006) erfährt man, dass die ausgefallene Kamera ACS (siehe 27.1.2007) entgegen ersten Aussagen nun doch repariert werden soll. Bereits im April war Bewegung in die Sache gekommen und im Sommer ein Plan entwickelt worden - durch den der definitiv letzte Flug zu Hubble nicht gerade einfacher wird ... [9.12.] Auch die offizielle STScI-Outreach-Seite der 'Servicing Mission 4' enthaelt inzwischen den unqualifizierten Hinweis, dass die ACS waehrend der Mission repariert werden soll - eine explizite Pressemitteilung zu dieser nicht unerheblichen Entscheidung scheint es aber nie gegeben zu haben. [16.12.] Und im Aufruf zum 17. Beobachtungszyklus mit dem HST ist nur vage von "potential repairs to both STIS and ACS" waehrend der SM 4 die Rede - aber der neueste Trailer kommt schon mal gut ... [22.12.]
Mo, 3. Dezember: Dark passions - understanding the accelerating universe is almost as difficult as deciding who should gain credit for its discovery. [13.12.]
3Sat zeigt eine 45-Minuten-Doku über Trends in der Planetarienwelt - gut recherchiert und voll diverser Meinungen, aber doch mit einer Unstimmigkeit. Zwischen dem Gottorfer Globus (bei dem es sich nur um einen Nachbau handelt) und dem Projektionsplanetar nach Bauersfeld kam nämlich noch 1913 die berühmte Atwood Sphere, in die man ebenfalls hineinsteigt - aber die Sterne sind Löcher, durch die Licht von außen hineinströmt. Noch besser: Das Original kann heute noch im Adler-Planetarium Chicago ausprobiert werden, so geschehen durch den Blogger 1999. [6.12.] Und ist offenbar besser als die modernen Shows dort ... [17.2.2008]
"What 'Space Is the Place' shows is that the intersection of space and the arts is more than just conventional spacescapes. What it doesn't prove, though, is whether any of that additional art is worth viewing" - sagt die Besprechung einer Ausstellung in Philadelphia. [5.12.]
Über Bonn sind wieder grelle Laserstrahlen zu sehen: Teil der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag von Heinrich Hertz, der in Bonn - einer seiner Wirkungsstätten - groß gefeiert werden wird. [6.12.]
Fortran faces the future at 50: This year marks the 50th anniversary of the first high-level computer programming language, and even now Fortran is still the language of choice in many areas of physics. [13.12.]


So, 2. Dezember: Der entgegen anderslautenden Meldungen (siehe 30.8.) weiterhin gestrichene Flug des Alpha Magnetic Spectrometer zur ISS ist großes Thema in der Washington Post und dem Orlando Sentinel - "at a recent congressional hearing, NASA officials were unwavering. They said all the remaining shuttle missions are booked". [3.11.]
Sa, 1. Dezember: Im Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel gibt's die Premiere des Leben des Galilei in Brechts 3. Fassung in einer mitreissenden Inszenierung. [3.11.]
Die Dämmerung ist noch nicht zuende, da kann der feiste Holmes bereits von Witten-Herbede aus mit indirekter Sicht aber blossem Auge als enorme fahle Scheibe gesichtet werden - und später auch blickweise von der A 43 östlich von Bochum aus ... :-) [3.11.]
Fr, 30. November: John Ellis vom CERN spricht im Bonner Physik-Kolloquium über die Fragen, die der LHC beantworten soll (s.a. 18.11.). Der Ursprung der Masse ist für den britischen Physiker das "most pressing" Problem der modernen Physik, mit einer - fast sicheren - Antwort in jenem Energiebereich, den der LHC ab Mitte 2008 beackern wird. Ausserdem werde er eine Menge spekulative Ideen zu anderer Physik jenseits des Standardmodells (für Ellis die "cosmic DNA") testen können. Auch zum Ursprung der Materie-Antimaterie-Asymmetrie des Universums und der Physik des Universums in seiner ersten Mikrosekunde sollte der LHC (der noch zwei weitere Spezial-Detektoren besitzt) fundamentale Beiträge leisten können, vielleicht bis hin zu experimentellen Tests der String-Theorie, die Ellis für "the only game in town" auf dem Weg zur Theory of Everything hält (s.a. 18.10.). Jedes Mal wenn er dies in einem Paper schreibe, erhalte er allerdings eine beleidigende E-Mail von Lee Smolin, der bekanntlich die gesamte String-Theorie für The Trouble with Physics hält ...
Ein Lobgesang auf die Freuden der Amateurastronomie bei CNN 'Living' aus Anlass der kommenden Geminiden. [1.12.]
Grünes Licht für den Start von Columbus mit der Atlantis am 6. Dezember (22:31 MEZ) - während heute in Science (318, 1374-5) das ESA-Modul für die ISS als "crowning achievement of ESA's human space-flight effort" gefeiert wird, das "should dramatically increase the capacity for research on the station", die nun doch noch dank der Europäer "from a political point in space to a real laboratory" werden könne. Na denn ... [1.12.] Eine Woche später spricht auch Nature (450 [6.12.2007] 766-7) von einer "voyage of discovery" dank Columbus' "broader set of fundamental research questions", denen die ESA im Gegensatz zur NASA nachgehen wolle (und auch das Cosmic Log sieht "science getting a boost" von Columbus). Allerdings werden - bis zur Aufstockung der Besatzung auf 6 - pro Halbjahr nur 15 bis 20 Crewstunden für europäische Experimente zur Verfügung stehen! [9.12.]
Di, 27. - Do, 29. November: Obwohl noch der waning gibbous moon (ist "Dreiviertelmond" eine gängige deutsche Übersetzung? Google findet gerade einmal 1700 Dreiviertelmonde, aber 500'000 Halb- und 1.4 Mio. Vollmonde. Für "gibbous" fällt jedenfalls selbst LEO nur "vorspringend" als Übersetzung ein ...) am Himmel steht, ist Holmes wieder/noch eindeutig mit dem blossen Auge zu sehen - bei indirekter Sicht als riesige matt leuchtende Scheibe. Dies gelingt (bei ausnehmend klarem Himmel allerdings, nach einigem Regen) am Do-Morgen aber auch schon - grenzwertig - in der Nacht Di/Mi. Und das genau 5 Wochen nach dem Ausbruch! Auch erstaunlich: Jetzt hat es schon 15 Beobachtungsnächte in 35 Tagen gegeben, fast doppelt so viele wie die Statistik (mit nur jeder 4. Nacht astrobrauchbar) erwarten ließe. [30.11.]
(Do, 29. November) Bei der zweiten CNN/YouTube-Debatte (s.a. 24.7.), die mehrfach verschoben werden mußte (und um die sich sogar eine Kampagne sorgte) gehen sich die republikanischen Bewerber an die Gurgel, mit viel Applaus aber auch lauten Buhrufen aus dem Auditorium. Die Fragen sind teils bizarr (mal sollen die Kandidaten bekennen, ob sie die Bibel wörtlich glauben, mal die Waffen in ihrem Haushalt aufzählen) - und es kommt einer von der Mars Society zum Zuge! Er will wissen, ob die Kandidaten denn bitteschön versprechen würden, bis 2020 einen Menschen zum Mars zu schicken: Huckabee findet das eine gute Idee (und würde Hillary Clinton mitschicken - hei, wurde da applaudiert), aber Tancredo sieht hinter dem Wunsch das typische Denken, jeder könne alles verlangen, und der Staat würde es schon bezahlen. Mit ihm ginge es definitiv nicht zum Mars. Einziger Exot auf der Bühne ist Ron Paul, der als einziger eine klar anti-interventionistische Linie aber offenbar auch seltsame Verschwörungstheorien vertritt, nach denen die Vereinigung der USA mit Kanada und Mexiko bevorstehe - und sogar Fans in Bayern hat. [30.11.]
(Mi, 28. November) Aus Anlass der endlich morgen in Nature (450, 629-62) erscheinenden ersten Papers vom Venus Express veranstaltet die ESA eine Pressekonferenz in Paris, die via Telefon mitgehört werden kann. Es geht im Wesentlichen um atmosphärische Strömungseffekte und Parallelen zum Erdklima; erst am Ende kommt David Grinspoon - zugleich der charismatischste Sprecher - mit den News heraus, dass das Magnetometer des Orbiters Blitze nachgewiesen habe, nach denen die Venusforschung seit Jahrzehnten fahndete. [30.11.]
(Di, 27. November) Mission zu Komet Boethin abgesagt! Weil niemand den eigentlich als neues Ziel von Deep Impact vorgesehenen Kometen Boethin am Himmel wiederfinden konnte, wird die Sonde jetzt zu Hartley 2 umgeleitet - wo sie aber 2 Jahre später ankommt, und das wiederum ist noch nicht finanziert ... [1.12.]
Heute wäre Jimi Hendrix 65 geworden.
Newly completed map of Antarctica expected to revolutionize research: zusammengesetzt aus über 1000 Landsat-Bildern. [3.12.]
Mo, 26. November: Die ersten Mondbilder von Chang'e werden mit großem Brimborium in China vorgestellt. [26.11.] Was die Chinesen nicht ahnen: Bald kommen Gerüchte auf, das Bild sei eine Fälschung - das lässt sich zwar rasch widerlegen, aber wenn der böse Verdacht erst einmal in der Welt ist ... [7.12.]
Heute wird der Antrag gestellt, den Flugabenteurer Steve Fossett für tot zu erklären: Er war am 3. September in Nevada losgeflogen und ist seitdem spurlos verschwunden. Ein paar Stunden später kam der Blogger übrigens ganz in der Nähe vorbei, auf einem Flug von San Francisco nach Cincinatti ... [30.11.] Auch weitere Suchen 2008 bleiben erfolglos ... [16.9.2008] ... bis schliesslich das Wrack und wahrscheinlich Fossetts Ueberreste entdeckt werden. [31.10.2008] Genetische Untersuchungen raeumen alle Zweifel aus. [4.11.2008]


So, 25. November: Welt der Wunder wieder schwer skeptisch: Nostradamus und v.a. der Astrologie geht es massiv an den Kragen; auch die Prinzipien des Cold Reading werden ziemlich gut erklärt. [26.11.]
Heute vor 55 Jahren wurde "Die Mausefalle" in einem Londoner Theater uraufgeführt - und läuft noch immer (der Blogger war schon zweimal drin, 1978 und 1992)!
Br-Alpha wiederholt die Faszination Wissen-Sendung zum angeblichen Chiemgau-Impakt: zwar im Gegensatz zu vielen früheren TV-Sendungen auch mal mit Kritikern der wilden Spekulationen - aber leider wieder keinerlei Diskussion der Kriterien für einen echten Impaktkrater, nur wunderlichen Einzelbefunden ... [26.11.]
Do, 22. - Sa, 24. November: Just als der Vollmond dicht neben dem Kometen steht und die Sichtbarkeit sehr schlecht geworden ist, bricht ein überraschender Medienrummel um Holmes aus, genau einen Monat nach dem Ausbruch - warum nur? Am Do gibt's im Wetterbericht der Tagesthemen ein Bild von Holmes neben Mirfak von R. Yogeshwar, am Fr strahlt der Komet auf der Titelseite der WAZ über dem Falz, und am Sa gibt es einen längeren Beitrag in den Sat.1-Hauptnachrichten um 18:30 MEZ - gar nicht schlecht und mit hübschen Amateurvideos (wohl von Darmstädter Sternfreunden), nur einen ganzen Monat zu spät (s.a. 13.1. zu einer ähnlichen 'Verspätung' der letzeren in Sachen McNaught, dem die Normal-Medien erheblich übler mitgespielt hatten als Holmes). Auch PaperBall findet aus den letzten Tagen überraschend viele Artikel, so bei der TZ, T-Online und Bild (wo's sogar auf Seite 1 gestanden haben soll) - und Auslöser des Ganzen dürften SPIEGEL-Online-Artikel von Montag und Donnerstag gewesen sein, vielleicht auch die DPA-Dezembervorschau vom Dienstag, die mit dem Fall Holmes aufmachte. [25.11.]
(Fr, 23. - Sa, 24. November) Trotz Vollmonds in z.T. nur 15° Abstand (!) ist Holmes immer noch ein leichtes Feldstecherobjekt, so lange der Himmel klar ist und er hoch am Himmel steht. Zu viel Vergrößerung schadet allerdings nur: Im Fernrohr sieht man, wenn überhaupt, nur einen riesigen diffusen Nebel. Schon kurios: Kometenbeobachtung dicht neben dem gleissend hellen Mond, der am Fr so hell strahlt, dass Farben wie am Tage zu sehen sind, z.B. das leuchtende Orange des Comet Catcher - laut einem Artikel von Science@NASA von vor einem Jahr verfügt der Blogger demnach über "moonvision", was eine Seltenheit sei. Wirklich? [25.11.]
((Sa, 24. November)) The Screening Room auf CNN-I verkündet die endgültige Ankunft des 3D-Kinos, nach mehreren Fehlstarts während der über 100-jährigen Geschichte des Kinos. Vor allem zwei konkurrierende Systeme würden dafür sorgen, dass binnen 10 Jahren die meisten Kinofilme in 3D gedreht würden und die meisten Kinos in der Lage seien, sie auch vorzuführen. Ein entsprechender Trend soll tatsächlich bereits in Deutschland spürbar sein. Weltmarktführer derzeit ist REAL D, auch anderswo als mögliche "3D-Revolution" diskutiert, aber Dolby kann's auch - mit dem Infitec-Verfahren aus Deutschland, das jüngst im Planetarium Laupheim (siehe 27.5.) demonstriert wurde. [25.11.]
Der New Scientist (S. 58-9) stellt das Expertise Project der Uni Cardiff vor, insbesondere den - auch anderswo für Aufsehen sorgenden - Periodic Table of Expertises. [6.12.]
((Fr, 23. November)) Im Physikalischen Kolloquium berichtet Heino Falcke (inzwischen bei ASTRON in den NL) über die Jagd nach UHECRs mit Auger und LOFAR. Danach gibt's in kleinem Kreis noch ein ganz neues Werbevideo von EADS über ein unbemannt zu landendes Radioteleskop auf dem Mond, das inzwischen als "Lunar LOFAR" propagiert wird (mit einem Start 2017). Und vor dem Vortrag hatte Falcke erwähnt, dass das Mond-Proposal für die ESA-NEXT-Mission ein 2½-kg-Radiotelesköpchen beinhaltet - die grosse Frage sei nun, ob es im Rahmen des Aurora-Programms erst zum Mond oder aber zum Mars geht. [23.11.] Laut AW&ST vom 24.12. S. 25 wollen EADS Astrium und das DLR im Maerz 2008 gemeinsame Technologie-Testprogramme fuer einen Mondlander beginnen, in der Hoffnung, dass spaeter die ESA einsteigt - selbst dann wuerde aber fruehestens 2015 gelandet. [5.1.2008]
Schon 5000-mal um den Mars ist der Mars Express seit seiner Ankunft im Orbit vor 4 Jahren geflogen. [25.11.]
Einigung über Galileo: Trotz deutschen Widerstands wird das europäische SatNav-System mit Agrargeld durchgefüttert. [25.11.] Eine Woche später stehen die Pläne - nach weiterem Zoff - im Detail. [1.12.]
(Do, 22. November) Zeitdehnung der Relativitätstheorie Einsteins mit weltweit höchster Genauigkeit gemessen: So was ist wichtig für genaue GPS-Navigation. Und ein verschärftes Klonverbot für Quantenzustände wurde gefunden.
In einem Vortrag über Gravitationslinsen im Forum Astronomie verweist Joachim Wambsganß darauf, dass bereits 1801 Johann Georg von Soldner die Lichtablenkung an der Sonne voraussagte. [23.11.]
Peer Review auf die richtig harte Tour hat Nature (450, 457-458) zum ersten Mal praktiziert: Noch vor der Veröffentlichung wurde ein unabhängiges Labor gebeten, kritische (aber relativ einfache) Experimente zu wiederholen!
Wir danken ... für das Hubble-Gesetz (das in Wirklichkeit aber von Lemaitre 2 Jahre vor Hubble in identischer Form hingeschrieben wurde). [23.11.] Immerhin wird jetzt darüber diskutiert! [3.12.]
Dem Internet droht 2010 der Infarkt, weil immer mehr Menschen Videos im Netz anschauen und auch das Fernsehen ins Internet wandert. [22.11.] Oder sind die Sorgen uebertrieben? [28.12.]
Mi, 21. November: Neuerlicher Ausbruch von Holmes? Bisher gibt es nur einen einzigen Bericht, nachdem der false nucleus heute Morgen erheblich heller als zuvor erschienen sei. [21.11.] Unbestritten indes die Helligkeitssteigerung des Mars mitten in den Zwillingen - der heute nacht aber immer noch sehr rötlich aussieht. Bei mancher Perihelopposition wurde er irgendwann so hell, dass er weiss erschien. [22.11.]
"Have we sealed the universe's fate by looking at it?" Die - umstrittene, s. 15.11.! - Rolle des Beobachters in der Quantenmechanik auf die Spitze getrieben ... [22.11.] ... was Befremden auslöst. [23.11.] Und die "Nachricht" macht die Runde, nebst tiefsinnigen Kommentaren ... [25.11.] ... und sogar Cartoons! Wo doch alles ziemlicher Unfug ist. [7.12.] Das - inzwischen leicht revidierte - Paper diskutiert einer der Autoren in einem Podcast. [13.12.]
Langsame aber stetige Fortschritte beim Raumfahrtprogramm von Amazon behauptet der Firmengründer: Mehrfach sei der allererste Prototyp (s.a. 13.11.2006 und 6.1.2007) in geringer Höhe geschwebt. China plant derweil den nächsten bemannten Flug im Oktober 2008 - mit einer EVA. [22.11.]
Di, 20. November: New Way to ID Stars in Night Sky Photos - ein Artikel über Astrometry.net, bereits erwähnt im Bericht über die CAP2007, wo man dieses Verfahren im Zusammenhang mit dem VAMP-Standard für sehr bedeutsam hielt. [21.11.]
Eine Weltraumausstellung in London, die nicht überzeugt: Der Besucher "didn't expect it to be quite so, well, empty". [21.11.] Der FT gefaellts dagegen: "A wonderfully evocative period tableau." [23.12.]
Mo, 19. November: Im 2. Teil der "Ausserirdischen" (s. 12.11.) geht es im Wesentlichen um den bizarren Streit zwischen A. Zaitsev und D. Brin, ob man ein "Hallo!" oder gar ganze Bibliotheken in den Weltraum ausstrahlen soll (s.a. 30.9.2006) - letzterer hält das für "Verrat an der Menschheit" ... [23.11.] Und die Debatte wird schärfer ... [17.12.] ... während über die Gründe für ausbleibende Antworten spekuliert wird. [19.12.]
Chang'e hat heute mit seinen Mondbeobachtungen begonnen: Bilder gibt's aber erst am Monatsende. [21.11.] Und zwar am 26.11. [23.11.]
"Die Deutschen wollen sich nicht länger für dumm verkaufen lassen" - nextpractice-Studie zeigt: Medienkonsumenten zunehmend genervt von der Trivialität der Inhalte. Und das Web 2.0 ist keine Lösung - wie hier schon am 17.12.2006 konstatiert wurde ... [23.11.] ... waehrend andere das gut finden ... [23.12.] ... und wieder andere ueberhaupt nicht oder es nur staunend beobachten. [6.1.2008] Und eine mathematische Untersuchung hat die 100 Top Blogs for News ermittelt. [7.2.2008]


Sa, 17. - So, 18. November: Holmes steht jetzt direkt neben dem grellen Mirfak, der mit der Koma Kontakt hat - aber ist, sofern die Bedingungen nicht extrem schlecht sind, immer noch mit dem blossen Auge zu erkennen! So am Sa-Abend in Wattenscheid und Witten und am So-Abend in Königswinter. Im Feldstecher ist der Komet zu einer riesigen kaum mehr strukturierenden matt schimmernden Scheibe geworden. Am So erste Aufnahmen mit dem 205-85-mm-Zoom und einem UV/IR-Sperrfilter, der am Rande der BoHeTa (s.u.) zu kaufen war: Die Sterne erscheinen der Mintron nun deutlich schärfer; leider ist die Flächenhelligkeit von Holmes bereits so weit gefallen, dass es selbst mit 128-facher Integration knapp wird (mit Kleinbild-Normalobjektiv ist er aber immer noch sehr hell). [19.11.]
(So, 18. November) Im Sonntagstreff Wissenschaft des Deutschen Museums Bonn wird im Vorfeld der Einschaltung des LHC im kommenden Sommer (wie es nun heisst) in drei Vorträgen auf die Grundlagen der Teilchenphysik, die Geschichte der Beschleuniger und die Erwartungen an den LHC (speziell was den möglichen Nachweis Dunkler Materie betrifft) eingegangen. Letzteres Thema des kürzlich an die Uni Bonn berufenen Volker Büscher, der mit dem (teilweise in Bonn entwickelten) ATLAS-Detektor die Supersymmetrie beweisen möchte. Dass der LHC das Higgs findet, das dem größten Konkurrenten verwehrt blieb (vgl. 8.1. und 30.3.), scheint man schon fast für selbstverständlich zu halten. [19.11.]
Für den Dezember ist erneut ein Sagan-"Blogathon" geplant - der 2006-er war ein großer Erfolg. [1.12.]
(Sa, 17. November) Abends in der Gaststätte Vogelsang in Wattenscheid Geburtstagsparty für Sylvia Sommerfeld von der Schallwende e.V.. Livemusik von Suriya (mit einem indischen Gaststar): "sphärische Musik zwischen EM-Musik und Jazz mit ethnischen Einflüssen". [19.11.]
Auf der 26. BoHeTa fallen unter den Vorträgen u.a. Andreas Rörig mit detaillierten Überlegungen zum Stacking von Bildern, Bernd Gährken mit seinen 2007-er Venusergebnissen, Hans-Günter Diederich mit 11 Fällen von ram pressure stripping von Galaxien, Thomas Eversberg mit dem MESSY-Spektrographen für das Schnörringen Telescope Science Institute bei Köln und Stefan Binnewies über die (Remote-)Beobachtung von galaktischen Reflektionsnebeln auf, die das integrale Licht der Milchstrasse bescheint, am Capella Observatory auf Kreta (das der Blogger am 9.5.2004 noch am alten Standort in Namibia sah). Während der BoHeTa konnte auch das FlareLab der Uni besucht werden. Die nächste Tagung ist am 15.11.2008. [19.11.]
Das IPCC legt die Quintessenz des AR 4 für die Politik in Valencia vor. [21.11.] Science (318 [23.11.2007] 1230-1) sieht in dem Dokument "reasons for immediate and forceful action". [25.11.]
Fr, 16. November: Nachmittags bei einem Sternfreund im Ruhrgebiet erste "Begegnung" mit einem Full-HD-Fernseher, der tatsächlich (auch) astronomische Motive in bemerkenswerter Klarheit zeigt, die mit einem entsprechenden Camcorder (und moderatem Televorsatz) aufgenommen wurden. Die Schärfe des HDTV-Bildes mag der einer einfachen Digital-Standbildkameraaufnahme (mit 2 Megapixeln) entsprechen, aber etwas ist - leider! - sehr anders: An harten Kontrastkanten (insbesondere dem Mond- oder Sonnenrand vor nicht völlig schwarzem Himmel) treten üble dunkle Ränder auf. Wohl eine Folge interner Signalverarbeitung zur Konturenschärfung: Bei 160'000-Euro-Kameras kann man das regeln, bei Consumer-Kameras leider nicht ... [19.11.]
Die Leopoldina in Halle wird Deutschlands erste nationale Akademie der Wissenschaften: eine überraschende Bekanntgabe des BMBF (Nature 450 [22.11.2007] 470+468), die auf ein geteiltes Echo trifft - insbesondere der Union der deutschen AdW schmeckt das Durchgreifen Schavans gar nicht ... [25.11.] "Despire bruised egos among the other academies," weiss aber Science (318 [30.11.2007] 1367), "many in the scientific community welcome Schavan's decision." [1.12.]
Frank Eisenhauer berichtet im MPIfR-Kolloquium über den neuesten Stand in Sachen Galaktisches Zentrum und Sternorbits um Sgr A*. Demnach ist der neueste Wert für die Masse des letzteren 3.8±0.2 Mio. Sonnenmassen (1996 waren's 'nur' 2.6, seitdem ist es immer weiter aufwärts gegangen), wobei es 7.94±0.52 kpc von uns entfernt ist. Wegen der Problematik, ein Referenzsystem für den astrometrischen Anschluss zu bekommen, bleibt einstweilen eine Unsicherheit der Distanzbestimmung von mehreren Prozent, auch wenn die geometrische Methode per se perfekt ist. Eisenhauer stellt auch das GRAVITY-Proposal für die supergenaue Vermessung der Sternorbits um Sgr A* mit dem VLTI vor, das sogar den Test von vorausgesagten Effekten der Allgemeinen Relativität ermöglichen würde. [19.11.]
23 Tage nach dem Ausbruch ist Holmes im Zenit an dunklem Himmel kurz nach Mitternacht trotz der Annäherung an Mirfak noch leicht mit dem blossen Auge zu sehen und im Feldstecher einfach unheimlich gross. Die Mintron mit einem 85-205-mm-Zoomobjektiv ist jetzt die ideale Optik, nachdem er Teleskopen 'entwachsen' ist.
Do, 15. November: In einem Seminar am MPIfR gibt Klaus Hasselmann einen 2½-Stunden-Vortrag über seine Alternative zur Kopenhagener Deutung der Quantentheorie: Teilchen werden als Solitonen-Lösungen der Einstein'schen Feldgleichungen in einem höherdimensionalen Raum verstanden, wobei ein dichter Innenbereich die Teilchen- und ein periodisches Aussenfeld die Wellennatur repräsentiert - die beide gleichzeitig real sind. Für Wikipedia ist das "fringe science", für den Gastgeber W. Kundt "more promising than any other model for the fundamental particles I know" - und für Hasselmann ein "Hobby" mit dem er allerdings "die ganze Physik auf einmal umzukrempeln" versuche. Ein Vierteljahrhundert Direktor des MPI für Meteorologie, kam Hasselmann über das Studium von Meereswellen und die Erkenntnis von erstaunlichen mathematischen Parallelen zur Elementarteilchenphysik zu seinem faszinierenden Entwurf der Großen Vereinheitlichten Theorie jenseits der populären Ansätze. [16.11.] Interessanterweise macht sich in Nature 453 [1.5.2008] 39 auch Max Schlosshauer tiefe Gedanken ueber die wunderliche traditionelle Denkweise zur kollabierenden Wellenfunktion ... [18.5.2008]
Grossbritannien zieht sich aus den Gemini-Observatorien zurück - ein Schock für die RAS und die ganze Astronomie ... [16.11.]
Ein paar Hubble-Bilder von Holmes sind veröffentlicht, zeigen aber lange nicht so viel near-nucleus-Detail wie z.B. Aufnahmen vom Pic du Midi. Und es gibt nun die ganze Erde bei Nacht: ein OSIRIS-Komposit von Rosetta.
Mi, 14. November: Der Komet Holmes ist riesengroß - und schon recht diffus - geworden, zeigt sich heute abend; erstmals kann man ihn bei direkter Sicht mit dem blossen Auge an mäßig dunklem Himmel glatt verschwinden lassen, während er bei indirekter Sicht immer noch sehr auffällig ist und weiterhin h & chi 'in den Schatten' stellt. Nun ist es auch höchste Zeit, nach neuen Optiken Ausschau zu halten: Das Gesichtsfeld von Comet Catcher + Mintron füllt er exakt aus, d.h. die Staubkoma - an einer Seite immer noch sehr scharf begrenzt - hat Vollmonddurchmesser erreicht ... [15.11.]
Im Deutschen Museum Bonn ein Vortrag über die Astronomie in der "Flucht nach Ägypten" von Adam Elsheimer: Vor einigen Jahren hatten Analysen zu der Vermutung geführt, Elsheimer habe teleskopische Beobachtungen einfliessen lassen (vorhanden gewesen wären erste Fernrohre im Jahre 1609, auf das das Bild datiert ist). Der Vortrag löst eine an diesem Schauplatz ungewöhnlich engagierte Diskussion mit manchen Widerworten aus, und das zu Recht: Wie auch immer: Was Elsheimer - vermutlich intuitiv - perfekt gelungen ist, ist die Helligkeitsverteilung der Sterne und ihr generelles Muster: Die "Stellarstatistik" kommt der Wirklichkeit erstaunlich nahe. Und exzellent ist auch die atmosphärische Optik rund um den Mond und die Wolken umgesetzt, praktisch fotorealistisch. Leider wurden in dem Vortrag weder andere Werke Elsheimers gezeigt (derer es nur etwa 30 gibt) noch Beispiele "üblicher" Himmelsdarstellungen in der Kunst aus seiner Zeit oder kurz davor - da gibt es sicher noch mehr zu forschen! [15.11.]
Jetzt gibt's auch die ersten Bilder der Rosetta-Kamera OSIRIS von der Nachtseite der Erde! Der ESA-Blog sollte noch eine Weile beobachtet werden. [16:00 MEZ] Die ersten Bilder Rosettas vom gestrigen Erd-Flyby liegen vor, der problemlos erfolgt ist. [12:00 MEZ]
Di, 13. November: NASA stoppt EVAs! Weil es bei einem Bodentest merkwürdig roch, sind vorerst keine Ausstiege aus der ISS mehr gestattet - was den engen Zeitplan für den Rest des Jahres in Frage stellen könnte. [14.11.] Am 15.11. wird der Bann wieder aufgehoben. [19.11.]
Fand heute vor genau 100 Jahren der erste erfolgreiche Flug eines Hubschraubers statt? Davon geht AW&ST (vom 12.11.2007 S. 66-8) aus, andere Historien wissen schon von etwas früheren Flügen. [19.11.]
Mehr geniale Videos von Kaguya mit Erdauf- und untergängen! [14.11.]


So, 11. - Mo, 12. November: Gegen Mitternacht So/Mo mehrfach durch Wolkenlücken erspäht (unterbrochen durch Regenschauer), ist Holmes für das bloße Auge endlich ein 'richtiger' Komet mit großer diffuser aber heller Koma geworden! Und selbst im Feldstecher sieht man inzwischen, dass die Koma nicht mehr rund ist. So riesig wie sie inzwischen geworden ist, wird sie früher als gedacht mit Mirfak 'zusammenstossen'. Die langen Wetterzwangspausen zwischen den Sichtungen (siehe 28.-31.10. und 6.11.) haben übrigens einen Vorteil: Das Gesicht des Kometen hat sich jeweils deutlich gewandelt, da kommt nie Langeweile auf ...
(Mo, 12. November) Gibt es derzeit einen neuen (unbemannten) Wettlauf zum Mond? Ein Weltraumhistoriker glaubt's nicht, hat allerdings auch keinen Durchblick in Sachen 'deutsche Mondpläne' - siehe 11.3. und 24.8. und 7.11.
Arte zeigt den ersten Teil von Die Ausserirdischen, der - natürlich - nichts Neues bieten kann, aber die aktuellen SETI-Aktivisten unterhaltsam darstellt. Der Allen Telescope Array (siehe 31.8.2006 und 11.10.2007) kommt ausgiebig ins Bild, nebst SKA-Sitetesting in Südafrika, bei der SETI League singt Paul Shuch ("I'm a believer, with a good receiver ...") - und der Jesuiten-Astronom Guy Consolmagno interpretiert Hiob 38, 4-7 ("Wo warst Du, als ich die Erde gegründet? [...] Wer hat ihren Eckstein gelegt, als alle Morgensterne jauchzten, als jubelten alle Gottessöhne?") als klaren(!) Beweis aus der Bibel für die Existenz Außerirdischer, die schon vor der Erschaffung/Entstehung der Erde existierten und dabei zuguckten. (Diese Textstelle treibt auch die Präastronautiker um.) Unter den "Morgensternen" sind nach verbreiteter Meinung Engel zu verstehen (womit der angebliche "Stern von Bethlehem" eine ganz eigene Bedeutung bekäme), und in der jüdischen Lesart sind ausschliesslich "divine beings" Zeugen der Schöpfung. Aber da man in die Bibel bekanntlich alles hineininterpretieren kann, warum nicht auch Schallwellen von Sternen :-). Die im nächsten Halbsatz genannten 'Söhne Elohims' sind ebenfalls problematisch, zumal der Begriff im ganzen AT kaum vorkommt - auch hier gibt es widersprüchlichste Deutungen. Dass sich ein bekannter Astronom der vatikanischen Sternwarte hier derart festlegt ... [14.11.]

"Der Vers schildert die himmlische Umgebung JHWHs. Die Morgensterne sind altorientalische Astralgottheiten, die als 'Gottessöhne' zum Himmelsheer JHWHs gehören und ihm untergeordnet werden," sagt indes Prof. Dr. Frank-Lothar Hossfeld (pers. Mitt. 27.11.2007): "Umstritten ist, ob Ijob 3,9 'Sterne der/seiner Dämmerung' als Parallele für 38,7 in Frage kommt oder sich auf die Abenddämmerung bezieht." [3.12.] "The point I was trying to make (and failing badly at, I guess) is NOT that the Bible has evidence of extraterrestrial aliens," antwortet Consolmagno (pers. Mitt. 4.12.2007): "Rather, my point is that, to the writers of the Bible, there is no problem in imagining other created beings besides humans who would also be in a relationship with God. Angels are created beings; the Nephelim mentioned in Genesis are created beings; ancient oriental astral deities are created beings; none of them are humans; all of them are in a relationship with God that in some ways is very different from the relationship that humans have with God. Notice that for my point to be valid, I don't insist that these entities are literal scientific descriptions of extraterrestrial beings. (Almost certainly they aren't.) It is not the beings that I am interested in; it is the attitude of the writer of these Biblical books that I am interested it. They specifically reject the attitude (that one tends to run into now and again) that religion somehow insists that there is just God and Humans, and nothing else is possible. Rather, other entities are presented as certainly being possible." [6.12.] In dieser Sache aeussert sich Consolmagno uebrigens oefters ... [15.5.2008]
Auf Asteroidenjagd in All und Wohnzimmer: Universität Jena präsentiert neues Brettspiel zur "Langen Nacht der Wissenschaften".
(So, 11. November) Noch zwei Tage bis zum 2. Erdvorbeiflug von Rosetta (s.a. 9.11.) - und die ESA berichtet umfassend in einem eigenen Blog! Ab dem Mittwochmorgen soll es Bilder geben, u.a. von der Nachtseite der Erde und vielleicht mit Meteoren.
Letzte Nacht ist eine Delta 4 Heavy gestartet, was der hellste Raketenstart seit der letzten Saturn 5 vor 35 Jahren gewesen sein dürfte - und es gibt trotzdem ein Bild der Raketenspur mit Komet Holmes, der seine Helligkeit stur weiter hält ...
Death of Spy Satellite Program: ein ellenlanger Artikel der NYT über "perhaps the most spectacular and expensive failure in the 50-year history of American spy satellite projects", die 4 Mrd.$ kostete.
Sa, 10. November: Norman Mailer ist tot - eines seiner Werke befasste sich mit Apollo 11 aus der speziellen Schriftsteller-Perspektive. [11.11.]
"Supernova rettet den FC!" tönt es von der Titelseite der BILD, Ausgabe Köln: Gemeint waren die zwei entscheidenden Tore eines Herrn Milivoje Novakovic bei einem 3:2 des 1. FC Köln gegen Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga. Während echte Supernovae schon seit 2000+ Jahren beobachtet werden, taucht der Begriff laut ADS (Suche in Abstracts) erstmals 1934 mit Bindestrich ("super-novae") und 1936 ohne auf, nachdem die Distanz zur Andromedagalaxie bestimmt und die absolute Helligkeit der Sternexplosion von 1885 (S And) klargeworden war. Wäre mal interessant - aber mühsam! - zu erforschen, wann & wie der Begriff in die Popkultur eingedrungen ist. Und was man sich so unter einer "Supernova" vorstellt: Das Exemplar zum Beispiel, mit dem es Raumschiff Orion in der 2. Episode von "Raumpatrouille" zu tun bekommt, ist ein von den bösen Frogs ferngesteuerter und Richtung Erde rasender Planet, der mächtig dampft. Für den grandiosen Special Effect war "eine Holzkugel mit Brandmasse eingeschmiert und einfach an einem Seil aufgehängt" worden ... [11.11.]
Larry King tischt zum x-ten Mal das ausgelutschte (siehe auch 24.6.) Thema "UFOS: Are They for Real?" auf. Anlass diesmal ein für kommenden Montag geplanter Auftritt von "[f]ormer high level government employees, military officials and pilots from all over the world" im National Press Club in Washington, DC, das ganze moderiert vom umtriebigen neumexikanischen Ex-Gouverneur, den CNN ins Herz geschlossen zu haben scheint (siehe 22.3.!) ... Immerhin ist bei dem Talk "ohne Pfeffer" auch diesmal wieder ein Skeptiker zugeschaltet: der Amateurastronom und Ex-USAF-Pilot James McGaha aus Tucson (den der Blogger dort vor 10 Jahren auf der skeptischen Tagung "UFOs - 50 Years of Myth" traf). Hinter ihm auf einem Computermonitor die ganze Zeit: ein Bild von Komet Holmes ... [11.11.] Die Montags-PK ohne jede skeptische Stimme ist dann CNN abermals ein längeres Segment von AC 360 wert, natürlich erneut ohne die simple Erklärung des Carter-UFOs ... [14.11.]
Fr, 9. November: Anfliegende Rosetta-Sonde für einen Asteroiden gehalten! Zwar wurde der Irrtum bald geklärt, aber der Verbleib der irdischen Sendboten im Raum ist schlecht katalogisiert ... [11.11.] ... doch das anfliegende 'Objekt' wurde von den Suchprogrammen gefunden - also war der 'Zwischenfall' am Ende eher eine gute Nachricht. [14.11.]
Galileo Mystery of Pro 7 läßt einen 100-m-Asteroid auf Berlin stürzen und 'simuliert' die Reaktion der Katastrophenschützer (keine wirklich neue Idee: Vor 10 Jahren stürzte in einem RTL-Special ein Asteroid auf Köln ...) - zwar kommt kurz der Impaktologe Christian Gritzner zu Wort, aber die entscheidende Frage wird nie angerissen. Naemlich wie schnell die Impakt-Fehlerellipse schrumpft, während neue Astrometrie hereinkommt: Ob man überhaupt eine Stadt oder Teile davon evakuieren kann oder soll, hängt in erster Linie von diesem (zuweilen auch auf Astrotagungen diskutierten) Problem ab. [11.11.]
Im Abspann des Historien-Schinkens Barry Lyndon (im Rahmen von Kubrik-Wochen auf arte zu sehen) heisst es an prominenter Stelle: "Lenses for candlelight photography made by Carl Zeiss West Germany, adapted for cinematography by Ed di Giulio" - aber das ist nur die halbe Story. Für die in der Tat in dem 3-Stunden-Epos üppig eingesetzten Szenen im Kerzenschein wurde ein Objektiv mit einem Öffnungsverhältnis von 1:0.7 verwendet: Ursprünglich war es für die NASA entwickelt und dann mit erheblichem Aufwand in eine Filmkamera eingebaut worden. Laut Zeiss wurde das nämliche 50 mm Planar f/0.7 "created for NASA to take pictures of the dark side of the moon" während des Apollo-Programms. [11.11.] Ein Besuch in Kubriks Haus ... [2.3.2008]
Do, 8. November: Ein europäischer "space tether world record"? Die Berichte waren seinerzeit eher negativ ausgefallen - aber jetzt feiert die ESA: "All of the data we now have available point to the fact that the tether unwound fully before the Fotino capsule was released." [9.11.] Space Mail System Works (Except for that Lost Package) ... [17.12.]
Mi, 7. November: Die Rückkehr der Discovery wird von CNN-I und v.a. n-tv ungewöhnlich ausführlich übertragen. [9.11.]
Die ersten HDTV-Filmchen aus dem Mondorbit hat Kaguya geliefert, während Chang'es Bahn kreisförmig gemacht wurde: Ende November beginnen die Beobachtungen. [9.11.] Und Hintze träumt weiter von einem deutschen Mond-Orbiter. [11.11.]
Startschuß für FAIR: Die Facility for Antiproton and Ion Research in Darmstadt soll bis 2015 fertig gestellt werden. [9.11.]
Di, 6. November: Nach 5 wolkigen Nächten zeigt sich Komet Holmes wieder, immer noch rund 2.5 mag. hell aber viel größer (und dabei natürlich auch flächenschwächer) als Ende Oktober. Im 11x70-Feldstecher sieht der Komet inzwischen so aus wie damals im Comet Catcher - letzter zeigt (jedenfalls kontrastverstärkt per Mintron) dafür nun, dass die Koma nicht mehr rund ist, sondern auf einer Seite offen erscheint, in der Richtung, in der die zentrale Staubwolke offset ist. Gaskoma und -schweif sind nicht eindeutig auszumachen. Auch interessant: Mit dem blossen Auge an mäßig dunklem Himmel ist Holmes immer noch drastisch auffälliger als M 31 oder sogar h & Chi! [9.11.]
"An Exceptionally Simple Theory of Everything" wird vorgestellt - die laut dem New Scientist vom 17.11.2007 (S. 8-10) Teile der Fachwelt verzückt. Und so viele exotische Teilchen voraussagt, dass sie sogar recht bald testbar sein dürfte. [22.11.]
Leuchtende Nachtwolken beunruhigen Forscher: Die Zunahme dieser eigenartigen Gebilde signalisiert den drohenden Klimawandel. [12.11.]
Auf einer Telecon wird der 5. Planet von 55 Cnc präsentiert: Die Entdeckung "has me jumping out of my socks," verkündet Geoff Marcy angesichts des ersten Quintupel-Exoplaneten-Systems. Das Signal des 5. Planeten (zwischen dem vormals 3. und 4.) verbarg sich lange im Rauschen; erst neue Hardware ermöglichte nun den klaren Nachweis, womit die Bahnen der anderen 4 nun auch viel besser gefittet werden können. [9.11.]
Offenbar wurden die Magnetsensoren der Zugvögel entdeckt: lichtempfindliche Moleküle im Auge der Gartengrasmücke. [12.11.] Zugvoegel haben ein Gespuer fuer geographische Laenge und Breite. [2.2.2008]
Mo, 5. November: Chang'e ist im Mondorbit angekommen, zunächst auf einer elliptischen Bahn - angesichts der Erfolge wird in China inzwischen recht frei über die Zukunftsplanung der Raumfahrt gesprochen, und bemannte Mondflüge gehören trotz entsprechender amerikanischer Wahnvorstellungen nicht dazu (AW&ST von heute S. 29-30). Aber vielleicht eine eigene Raumstation, so 2020? Auch wieder falsch, sagen die Chinesen. [9.11.]
Mit Neutrinos das Erdinnere kartieren? IceCube könnte das u.U. schaffen. [23.11./18.12.]


Sa, 3. November: Auf der Tagung der VdS im Stuttgarter Planetarium wird der Vorsitzende O. Guthier wiedergewählt, der Großteil des restlichen Vorstands ist neu; alle Wahlen finden einstimmig statt. Halte eine flammende Rede über das IYA 2009, die auf Wohlgefallen stößt. In Referaten waren zuvor ein neues Redaktionssystem für die VdS-Webseite, der Bau eines Dobsons (durch Danner), die neue Astromesse AME (die nächste ist am 13.9.2008), Veränderlichenbeobachtung mit CCD (durch Flechsig) und das Freilandplanetarium in Rettenbach von Alfons Evers vorgestellt worden. Die nächste VdS-Tagung ist im September 2009 in Jena. [9.11.]
Die Reparatur der ISS gelingt bei einer ungeplanten EVA! [9.11.]
Arte stellt in Lascaux, le ciel des premiers hommes die kontroversen Thesen von Chantal Jègues-Wolkiewiez zur astronomischen Deutung der Höhlenzeichnungen von Lascaux vor. Bleibt zwar etwas skeptisch, lässt aber jeden statistischen Test der Glaubwürdigkeit vermissen ... [9.11.]
Fr, 2. November: Morgen soll das eingerissene ISS-Sonnensegel repariert werden, wobei ein Astronaut will stand at the end of a boom attached to the station's arm to reach the damaged panel on the P6 truss segment. He will then install several makeshift "cufflinks" to stabilize the array and allow it to fully extend safely. Die improvisierte Operation ist dabei wegen stromführender Teile nicht ungefährlich.
Komet Holmes - immer noch 2.3 mag. hell - hat sich inzwischen (auch wenn's 'Experten' zunächst für unmöglich erklärten ...) einen schwachen Schweif zugelegt, der wiederholt fotografiert und vergangene Nacht auch visuell gesichtet wurde, während die Staubkoma auf 13' und die Gaskoma auf mindestens 36' angeschwollen sind.
Chang'e auf gutem Weg zum Mond, der am 31.10. "unerwartet präzise" eingeschlagen wurde - und gesteuert wird die Sonde zum Teil über ESA-Bodenstationen. Nature (vom 1.11.2007 S. 2) findet die ganze asiatische Mondfliegerei indes "neither particularly worrying nor especially inspiring."

Ein paar Bilder des Bloggers von Ende Oktober, u.a. Holmes mit einfachsten Mitteln und Impressionen aus London, sind jetzt hier zu sehen!

Do, 1. November: Der dritte deutsche militärische Radarsatellit startet in Plesetsk; noch zwei weitere SAR-Lupen folgen 2008. [2.11.]
Der erste "sprechende" Schimpanse ist tot: Washoe war vermutlich der erste Affe, der sich in Taubstummensprache verständigen konnte. [2.11.] Aber dass dieser - oder ein anderer Menschenaffe - jemals richtige Grammatik beherrscht habe, was wohl als eigentliches Wesen von Sprache gilt, scheint unbewiesen. [14.11.] Oder haben "einige Schimpansen es geschafft, die Sprachbarriere zu uns Menschen zu überbrücken"? [25.12.]
England braucht bemannte Raumfahrt ... behauptet ein ISS-Manager. Und letzten Monat the government said it would review studies assessing the benefits of human space activities and could reach a decision next year. [2.11.]

Zum aktuellen Blog! Und das war im 5. und 4. Sechstel und 2. und 1. Quartal 2007,
dem 4. und 3. Quartal und 1. Halbjahr 2006, im 2. Halbjahr 2005 und noch früher bebloggenswert!

Abgeschlossene Blogs und Posting-Sammlungen:
von den SoFi-Reisen 2005 und 2001 und den Leoniden in Korea 2001
und vor den Reisen 2006 und 2001 zu SoFis und zum Kometen-Duo 2004.

Daniel Fischer