Noch ein Blog ... über das Universum und mehr
Aktive Spezial-Blogs
: Planetarisches (häufig), Deep Impact, SoFi'08 (zuweilen), Mintron (selten)
Heisse News und Links dazu gibt's im Cosmic Mirror in Englisch und hier in Deutsch!


2006 - Sa, 30. Dezember: Bei Genial Daneben wird "Hutmethode" nicht gewusst - schon wieder (s.a. 24.9.2005) ein Begriff aus der Amateurastronomie, der dem Einsender EUR 500 einbringt ... [2.1.2007]
Do, 28. Dezember: ARDtext sagt, Reader's Digest Deutschland sagt, Emnid sagt, 40% der Deutschen sagen, daß die Menschheit nicht allein sei. Und 37% glauben, "Sie" waren schon mal hier ... [2./9.1.2007]
Mi, 27. Dezember: Der (u.a.) Exoplanetenjaeger COROT startet puenktlich auf einer Soyuz - waehrend die franzoesischen Webseiten dazu (wo es auch Live-TV-Bilder geben solle) hoffnungslos ueberlastet zu sein scheinen. Aber bald nach dem Start gibt es einen funktionierenden Feed mit dem weiteren Verlauf der Startveranstaltung (aus Toulouse) in bester Bild- und Tonqualitaet. Sie endet gegen 17:20 MEZ mit einem "Bravo à tous!" des CNES-Praesidenten: Die Exoplanetenjagd kann beginnen, "although a leading scientist involved in the project said it was unlikely to find 'any little green men'".
Der fruehere US-Praesident Gerald Ford ist gestern gestorben: Als Kongressabgeordneter hatte er einst bei der Gruendung der NASA geholfen. In seiner kurzen Zeit vor drei Jahrzehnten als Praesident erntete er aber nur die Fruechte frueherer Initiativen.
Wollen Sie mal von BILD gelobt werden? Dieser Blogger hat beim grossen Netzslang-Test alles gewusst und die Antwort erhalten: "Sie haben 16 von 15 Fragen richtig beantwortet. Toll!" :-)
Di, 26. Dezember: Der japanische Satellit "Kiku Nr. 8" hat eine riesige Antenne entfaltet - und davon auch gleich Bilder geschickt! [9.1.2007]
Mo, 25. Dezember: Der Papst & die Raumfahrt - bei "Urbi et Orbi" fallen heute u.a. diese Worte: "Ist noch ein Erlöser für den Menschen notwendig, der den Mond und den Mars erreicht hat und sich auf die Eroberung des Universums vorbereitet?" Der Mensch hat den Mars erreicht? Und wird das Universum erobern? Weiß der Vatikan mehr als NASA und ESA verraten ...? :-)
Meteorologen ziehen Bilanz: Wieder geht ein Jahr voller Wetterrekorde zu Ende, und inzwischen gibt es keinen Zweifel mehr, dass wir uns bereits mitten im Klimawandel befinden. [27.12.]


Sa, 23. Dezember: "Gott und der Urknall" - ein längeres Interview der Welt mit dem COBE-Nobelpreisträger Smoot. [9.1.2007]
Fr, 22. Dezember: Die Landung der Discovery - against all odds doch am KSC; die allseits erwartete Umleitung nach White Sands konnte vermieden werden, was man dort aber traurig fand - wird von CNN-I, n-tv und Phoenix ausgiebig übertragen; die letzteren beiden haben umfangreiche Sondersendungen im Programm. Aber in Echtzeit erfahren, was in Houston oder an Bord passiert, kann man mal wieder nur dank telefonischen Einklinkens in den NASA-O-Ton: Um 22:21 MEZ wird dem Orbiter mitgeteilt, daß das Wetter in Florida doch paßt (Antwort aus dem All: "You're a good man!"), doch die o.g. Sender melden es erst mit 4, 6 und geschlagenen 11 Minuten Verspätung. Als der Deorbit burn (22:27-31) längst stattgefunden hat. Vom deutschen Weltenraumeroberer sieht man erwartungsgemäß nichts; zum ersten Mal öffentlich auftreten soll er am 18.1.2007 in Köln. [23.12.]
Nix los gewesen in der Astronomie 2006? Kein einziger der 10 "Breakthroughs of the Year" im heutigen Science (314, 1848-55) stammt aus dem Weltraum. Und bei den "Scorecards" wird bedauernd zur Kenntnis genommen, daß sich leider entgegen den Ende 2005 geäußerten Erwartungen 2006 weder eine Gravitationswelle blicken noch die Natur der Ultrahochenergetischen Kosmischen Strahlung klären ließ. Wenigstens hat der "Breakdown of the Year" - Betrug in der Forschung - keinen Bezug zur Astronomie. Und bei den "Areas to Watch 2007" stehen die Exoplanetensuche mit COROT und erwartete Pretty Pictures von MRO und Venus Express (man erinnert sich noch an ihn!!!) an erster Stelle ... [23.12.]
Astronautin Kamera bei EVA entschwebt: Erst jetzt ist ein Video aufgetaucht, das im Detail zeigt, wie Suni Williams während der dritten STS-116-EVA eine Kamera verliert - die war nicht richtig angegurtet ... [23.12.]
Do, 21. Dezember: Jetzt wird's (ganz langsam) ernst mit dem International Year of Astronomy 2009 (siehe 18.8.) - die zentrale Website ist heute online gegangen, und es wurden nationale Ansprechpartner (in Deutschland: J. Krautter) benannt! [23.12.]
"Die heiße Spur der Dino-Detektive" auf arte zeigt zwar ausgiebig Fieldtrips der Karlsruher Paläontologen E. Frey & W. Stinnesbeck im pittoresken NO Mexikos, wo sie ein paar Detailerkenntnisse über die Umwelt der Oberkreide in dieser Region herausbekommen - aber die Doku verliert, großen Ankündigungen zum Trotz, kein Wort über die seit drei Jahren brodelnde Kontroverse über die Rolle des Chicxulub-Impakts, bei der Stinnesbeck auf Seiten der Häretikerin Gerta Keller steht (s.a. 16.9.2005). Dabei ist sie gerade heute besonders virulent: Im Oktober gab es Pressemitteilungen von NSF und GSA pro, im November eine der Univ. Missouri contra Keller, und die Debatte geht mal so und mal so weiter ... [23.12.]
Mi, 20. Dezember (ein Eintrag in Englisch für den weltweiten Sagan Blogathon zum 10. Todestag von Carl Sagan): Instead of a big review of an amazing life and a lasting legacy (which you can find in the - IMHO - very well researched and balanced article by David Morrison in the latest Skeptical Inquirer (31 #1 [Jan./Feb. 2007] 29-36; the TIME cover story from 1980 mentioned there is available online, by the way!), I would just like to share some recollections about by only personal encounters with Carl, which happened in August 1989 in California. It was the time around the final planetary encounter of the Voyager program, when Voyager 2 flew past Neptune and its big moon Triton. There were lots of events taking place around Los Angeles these days, both public and for the project people and news media (to which I belonged). During one panel debate on some space topic, Carl came late, rushing on stage with a half-eaten sandwich in his hand: There was just too much demand on him, still a celebrity at that time. A much more relaxed Carl could be experienced a few days later, however, when the Neptune encounter was over and everyone had switched into a celebratory mood: On the central JPL campus, directly in front of the building from which the Voyagers were being controlled, a big party was staged, with Chuck Berry playing Johnny B. Goode (a piece that's on the Voyager Golden Record) and other tunes - and when night fell you could see Chuck and Carl dancing on stage, arm in arm. An image - actually recorded on IMAX; wonder whether the footage was ever used - that encapsulated for me, more than any other, that science, and space science in particular, is foremost one thing: enormous fun!
Neuer Ärger um's NASA-Budget 2007: Weil der Kongreß nicht zurande gekommen ist, wird nun wohl einfach die gleiche Summe wie 2006 kommen, d.h. 500 Mio.$ weniger als vorgesehen - mit entsprechenden Folgen. [23.12.]
Inder reden von jeder Menge Deep-Space-Missionen, selbst zu einem Kometen: Hauptsache, das Weltraumprogramm erscheint nicht stagnierend ... [23.12.]
Di, 19. Dezember: Die Sonder-EVA in der Nacht war erfolgreich, aber nun gibt es Sorgen um die Rückkehr Ende der Woche - allerorten droht schlechtes Wetter, und es könnte im Extremfall sogar mal nach New Mexico gehen. Was ein großes Problem für die Rückführung nach Florida wäre ...
Eine große Vorschau auf Raumfahrtprojekte aller Art Rußlands liefert Novosti: Auch Planeten- und Astro-Missionen finden Erwähnung. [23.12.]
Erster deutscher militärischer Radarsatellit im Orbit! Der erste von fünf SAR-Lupe-Satelliten wird in Plesetsk gestartet.
Mo, 18. Dezember: Bei einer kuriosen Multi-Autoren-Rezension des neuen Pynchon (mit 1200 Seiten) im heutigen SPIEGEL wird immer wieder auf das Tunguska-Ereignis Bezug genommen, das dort wohl eine wichtige Rolle spielt - wobei die weithin akzeptierte Interpretation als Airburst eines kleinen Asteroiden (mit entsprechenden Folgen am Boden) natürlich gegenüber wilden Spekulationen zu kurz kommt. [19.12.]
"The Sky at Night" wird nächstes Jahr 50! Und Patrick Moore denkt noch lange nicht ans Aufhören. [23.12.]
Auf dem Mond wird das metrische System eingeführt! Wie AW&ST (S. 19) berichtet, werden auf der Mondbasis (im Gegensatz zur ISS) internationale Einheiten benutzt werden - was andeutet, daß die Einladung zu viel weltweiter Beteiligung (siehe 4.12.) ernst gemeint ist. Bereits Anfang Januar wird die ESA eine Tagung zum Thema veranstalten. [25.12.]
Saddam Hussein kondolierte Ronald Reagan zum Challenger-Unglueck: Den Schrieb hat jetzt ein Historiker ausgegraben ... [27.12.]
NASA & Google kooperieren bei der Erschließung der Datenschätze der Weltraumbehörde - was das alles genau bedeutet, ist aber noch unklar. [19.12.]


So, 17. Dezember: Ein ungeplanter 4. Spacewalk ist erforderlich geworden, um mit den alten Solarzellen der ISS klarzukommen - eigentlich keine Überraschung, denn STS-116 galt schon vor dem Start als besonders komplex. Um so enttäuschender, daß diesmal die EVAs von TV-Sendern rundum weitgehend ignoriert werden: Ist wohl schon wieder alles viel zu langweilig geworden ... [17./23.12.] Und die Art, wie die NASA ihre Raumflüge im eigenen TV-Kanal präsentiert, ist auch nicht gerade produktiv, wie in langes Essay eines Ex-Mitarbeiters (Teile 1 und 2) ausführt, inkl. Verbesserungsvorschlägen. [22.2.2007]
Du ... bist die Person des Jahres, behauptet TIME, wo man kurz vor 5 Uhr morgens MEZ (im Rahmen einer einstündigen CNN-Sondersendung) die Katze aus dem Sack läßt: Der Hype um das angebliche "Web 2.0" hat die anderen beiden Finalisten (den Oberchinesen und den Oberiraner) aus dem Feld geschlagen. Als ob es nicht schon vor 10(!) Jahren die Möglichkeit gab, sich ohne Fachkenntnisse und kostenlos im WWW zu verbreiten, was sinnigerweise sogar die ursprüngliche Hauptintention dieses Mediums - nur lesen war gestern, jetzt kann jeder was beisteuern - war. Der eigene Webauftritt war vor 10+ Jahren genau so einfach wie heute, dank immer mehr kostenloser Anbieter von Webspace. Die Quantität des Angebots 'von unten' ist heute natürlich größer denn je, und Broadband hat die Verbreitung von Videos vereinfacht. Aber was es heute gibt, ist weder qualitativ anders als einst noch (von Ausnahmen natürlich abgesehen) in der Masse qualitativ besser ... [17.12.2006/4./13.2.2007]
Sa, 16. Dezember: Auf CNN Anderson Cooper 360° tritt live Tyson Mao auf, der in Höchstgeschwindigkeit und mit verbundenen Augen einen Rubikwürfel richten will - das gelingt zwar nur fast, sieht aber cool aus. Und der Mann ist auch noch Astronom ... [17.12.]
An Bord des heute gestarteten TacSat-2 befindet sich auch ein ... 20-Zoll-Amateurteleskop! Das hatte man - laut den Space News vom 4.12.2006 S. 16 - für $20,000 eingekauft, um viel preiswerter zu einem Erdbeobachtungsinstrument zu kommen, das immerhin 1 m Bodenauflösung schaffen soll. [21.1.2007]
Mo, 11. - Fr, 15. Dezember: Virtuelle »Teilnahme« am Fall Meeting der American Geophysical Union in San Francisco dank der Möglichkeit, sich bei den zahlreichen Pressekonferenzen auf der jährlich größten Tagung über Geophysik (wozu hier das gesamte Sonnensystem gerechnet wird) telefonisch zuzuschalten. (1994 war der Blogger persönlich auf einer dieser Ultra-Tagungen: Über 30 Sessions parallel und Poster ohne Ende, die zweimal am Tag ausgetauscht wurden, freie Verpflegung für die Medien ...) Von dem eher improvisierten Angebot der AGU wird am Ende 11-mal Gebrauch gemacht, nachdem sich auch astro-ferne Themen als spannend erweisen, wobei die Tonqualität (und die Qualität der Präsentationen ...) erheblich schwankt. Bei dem großen Themenmix kommt man schon ins Grübeln: Der direkte Nutzen für die Menschheit durch FormoSats Luft- und GRACEs Erdfeuchtedaten, die Untersuchungen an Methanhydrat, Tsunamis und Hawaii-Beben usw. ist offenkundig, während man bei Mars, Titan und Kometenschweifen allenfalls hoffen kann, daß mal eine »nützliche« Erkenntnis abfällt. Aber das ist eben das Wesen der Grundlagenforschung, offenkundig bei den aktuellen energischen Versuchen, den Sonnenzyklus vorherzusagen: Das hätte sich Schwabe beim Fleckenzählen einst sicher nicht träumen lassen, daß das von ihm entdeckte Auf und Ab einmal große Bedeutung für Technik und Wirtschaft erlangen würde ... [17.12.]


(Fr, 15. Dezember) Im Physikalischen Kolloquium der Uni Bonn spricht Carlos S. Frenk - PI des legendären VIRGO-Konsortiums zur Simulation des Universums, einer der Pioniere auf diesem Feld, mit der ersten Publikation 1985, und TV-bekannt (siehe 30.11.) - über »Our implausible universe«: einerseits eine kompakte Bestandsaufnahme der Kosmologie Anno 2006 (s.a. 6.12.), andererseits eine recht persönliche Sicht des charismatischen Star-Kosmologen auf die dramatische Entwicklung dieser Wissenschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten, der mit dezidierten Meinungen nicht spart. So hält er wenig von Ia-Supernovae als kosmologische Wegweiser: Man verstehe ihre Physik überhaupt nicht, sagt er (was manche anders sehen), es könne viele unerkannte systematische Effekte geben - und die Sensation vom Januar 1998, als sich in den Ia-Helligkeiten erstmals die Dunkle Energie abzeichnete, erklärt er glatt zum »Hype«, der mal wieder typisch amerikanisch gewesen sei. Denn der Nachweis des Lambda-Terms der Kosmologie sei damals nur mit 1.8 Sigma - nach physikalischem Meßstandard also eigentlich gar nicht - gelungen und nur im Kombination mit der Annahme eines flachen Kosmos stark erschienen.

Heute, mit viel mehr Supernova-Daten, gilt das zwar nicht mehr, und zahlreiche andere Methoden haben genau das bestätigt, was damals schon die Supernovae sagten, aber für Frenk sind diese Standardkerzen per se immer noch nicht richtig überzeugend. Ganz anders war das im Jahre 1993 gewesen, als für ihn unverrückbar feststand, daß die Materiedichte des Kosmos (Dunkle Materie inklusive) nur bei 30±10 Prozent des kritischen Wertes lag, ein starkes Resultat aus der Untersuchung von Galaxienhaufen: Da fast alles, was in sie hineinfällt, auch drinnen bleibt, sind sie repräsentativ für den ganzen Kosmos. Das offenkundige Materie-Defizit des Alls habe ihm damals tatsächlich schlaflose Nächte bereitet, sagt Frenk, der sich heute darüber amüsiert, daß ESO und ESA jedes Jahr hunderte Mio. Euro ausgeben, um gerade einmal 1% des Universums (nämlich die leuchtende Materie = 1/4 der baryonischen, wiederum nur ein kleiner Anteil der von Cold Dark Matter dominierten Materie insgesamt) zu sehen. Der Rest läßt sich dafür um so besser in den Computern seiner Arbeitsgruppe simulieren, von der großräumigen Struktur des Kosmos bis zur Galaxienbildung: Das sog. Satelliten-Problem - es »entstehen« immer viel mehr Minihalos aus Dunkelmaterie rund um Galaxien als wir heute Zwerggalaxien sehen - hält er dabei für banal, es bildeten sich halt nicht in allen DM-Halos auch Galaxien.

Auch wenn es ihn eigentlich ziemlich nervt, daß wir weder wissen, was hinter der Dunklen Materie (das Kandidatenspektrum reicht von Axionen mit 10-5 eV bis Neutralinos mit > 100 GeV Masse ...), geschweigendenn der Dunklen Energie steckt, so ist Frenk doch hin und weg darüber, wie gut die »unplausible« moderne Kosmologie alle Daten beschreibt: Von 10 bis 1000 Mpc paßt sie genau zum Powerspektrum der Massenverteilung im All, gemessen von großen Galaxiendurchmusterungen wie 2dFGRS auf kleineren und dem Satelliten WMAP auf größeren Skalen. Und bereits das Powerspektrum der CMB-Schwankungen, das WMAP sieht, dokumentiert für ihn eine der größten Leistungen der Menschheit. Da wurde aufgrund frührerer Beobachtungen ein verrücktes Modell des Kosmos erstellt, das Voraussagen macht, ein Satellit in den Weltraum geschossen, um die subtilen Effekte zu prüfen - und das Modell war goldrichtig. »Physics doesn't get any better than this,« jubelt Frenk, ja das WMAP-Spektrum sei »a highlight of human civilization« insgesamt. Obwohl die Kosmologie also funktioniert, so hält es Frenk doch mit einem Helden seiner Kindheit, dem spanischen König Alfonso X (»der Weise« und der mit den Alfonsinischen Tafeln), der da im 13. Jh. gesagt haben soll: »If the Lord Almighty had consulted me before embarking upon creation, I would have recommended something simpler ...« [17.12.]
In der Antarktis startet ANITA, ein exotisches Neutrino-Ballonexperiment (New Scientist vom 23.12.2006 S. 4-5), das Auskunft über die mysteriöse (und selbst in ihrer Existenz umstrittene) Kosmische Strahlung ultrahoher Energie (s.a. 22.12.) geben könnte. 40 Tage sollte der Detektor in der Luft bleiben und das gesamte Eis der Antarktis als Teilchenfänger ausnutzen, 35 Tage sind es schließlich geworden. [16.1./7.2.2007]
Das hat aber gedauert: Genau 10 Jahre alt sind die Spektren des WHT, deren Interpretation - Überproduktion von Rubidium-87 - heute Garcia-Hernandez & al. in Science (314, 1751-4) veröffentlichen. Vermutlich weil erst jetzt Softwarecodes existieren, um sie so gut zu fitten, daß subtile Effekte hervortreten. [19.12.]
Astronomie als Pflichtfach an deutschen Schulen? Das fordert ein von über 100 Professoren unterzeichneter Appell. [23.12.]
Alles ganz anders auf Enceladus?! Nach einem neuen Modell von Kieffer & al. (Science 314, 1764-6) ist kein flüssiges Wasser dicht unter der Oberfläche des Saturnmonds nötig, um seine sporadischen Geysire zu erklären, ein Klathrat-Reservoir tut es auch. Die mutmaßliche Entdeckung des oberflächennahen Wassers (nach dem ursprünglichen Modell nur 7 m tief!) hatte in der US-Politik schon den Ruf laut werden lassen, doch lieber dort hin als zu Europa zu fliegen. Das war wohl verfrüht ... [19.12.2006/7.2.2007]
(Do, 14. Dezember) Im Rahmen der ausgedehnten »Weltraumwochen« ist VOX bei The Sun (BBC 2006) angekommen: eine ausnehmend gelungene Doku mit schönem Aufbau (beginnend mit der Forschungsgeschichte - Herschel bestimmt die gesamte Leuchtkraft nur mit Hilfe eines schmelzenden Stücks Eis erstaunlich genau) und exzellent bebildert, wobei die Koronabögenfilme von TRACE dominieren, geradezu ein Best-of des im Off-Text leider nie namentlich genannten Satelliten. Als Experte kommt häufig David Hathaway ins Bild, der auch auf der AGU-PK (s. oben) zur Prognose des nächsten Sonnenzyklus auftrat; er glaubt an einen besonders starken. [17./23.12.]
In Abu Dhabi endet die zweitägige First Emirates Astronomy Conference, die unter anderem fordert, einen einheitlich(er)en islamischen Kalender aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse über die theoretische Sichtbarkeit der Mondsichel einzuführen - und de facto unmögliche angebliche Sichtungen zu verwerfen. [19.12.]
Sea-level rise could be greater than IPCC predictions, warns physicist. [27.12.]
Auf arte läuft The Discovery of Heaven, eine Literaturverfilmung, die Genre-Grenzen sprengt - mit einem Radioastronomen (der in Westerbork ISM im Galaktischen Zentrum erforscht, bei VLBI-Experimenten mitmacht und von fiesen Engeln sogleich mit einem Meteoriten ermordet wird, nachdem er auf ihren Teil des Raumes gestoßen ist) und einem Politiker, der den Diskus von Phaistos zu entziffern versucht, in den männlichen Hauptrollen. Gedreht auch an Originalschauplätzen, also etwa der niederländischen Radiosternwarte (dem Betreiber ASTRON wird im Abspann gedankt) oder dem Tempelberg in Jerusalem (an die Sicherheitsschleuse und den Aufgang kann sich der Blogger noch gut von einem Besuch 2000 erinnern, was auch die Zeit der Dreharbeiten gewesen sein dürfte) - aber waren die Innenaufnahmen des »Felsendoms« mit dem himmelsfahrtsrelevanten Felsen echt? 2000 durfte man darin nicht mal fotografieren. [17.12.]
Wo endet eigentlich Europa im Osten? Eine eindeutige Definition gibt es offenbar nicht, womit auch unklar bleibt, welches denn der hoechste Berg Europas ist. [27.12.]
(Mi, 13. Dezember) Gibt es zu viele Marsmissionen? Ein köstliches Video gibt die Antwort ... [23.12.]
(Di, 12. Dezember) Die Quarks&Co-Sendung Aliens gesucht bietet wenig neue Aspekte, dafür aber ein gelungenes Intro, mit einer langen Zoomfahrt weg von der Erde, unterlegt mit immer älteren Tondokumenten. Aber orginell war das nicht: Ganz ähnliches gab es auch schon 1997 in den Filmen »Contact« und sogar »Men in Black« ... [17.12.]
(Mo, 11. Dezember) Aviation Week widmet viele Seiten den Aussichten von »NewSpace«, den kleinen Firmen, die unabhängig von den etablierten Giganten der L&R-Industrie und von Regierungsaufträgen in den Weltraum streben (früher als »alt.space«-Community bekannt). Daß diese Zeitschrift auf diesen Sektor »abfährt«, läßt zumindest aufhorchen: 2003 berichtete sie als erste groß über das SpaceShipOne (siehe Skyweek 19 # 6 [Mai 2003] 6-7), das 1½ Jahre später tatsächlich den X Prize gewann. Jetzt gibt sie neben dem SS1-Nachfolger »Virgin Star Ship Enterprise« (siehe 28.9.) auch etlichen Mitbewerben Chancen auf ein Stück des Suborbitaltourismus-Kuchens und sieht einen Markt von 600 Mio.$ in den nächsten 15 Jahren. [17.12.]
Die European Association of Archaeologists verabschiedet eine harsche Deklaration gegen den bosnischen Pyramiden-Wahn: "We, the undersigned professional archaeologists from all parts of Europe, wish to protest strongly at the continuing support by the Bosnian authorities for the so-called 'pyramid' project being conducted on hills at and near Visoko. This scheme is a cruel hoax on an unsuspecting public and has no place in the world of genuine science. It is a waste of scarce resources that would be much better used in protecting the genuine archaeological heritage and is diverting attention from the pressing problems that are affecting professional archaeologists in Bosnia-Herzegovina on a daily basis." Science (314 [22.12.2006] 1862) berichtet, und das ReiseJournal (Beilage u.a. der WAZ) weiß am 23.12., daß bereits jedes Wochenende 10'000 Besucher angetrabt kommen ... [2.1.2007]
Sky&Tel.-Ableger gibt auf: Night Sky wird eingestellt. Zusammen mit einer Entlassungswelle bei der Hauptzeitschrift, von der der Blogger erfahren hat, läßt das nichts gutes ahnen ... [19.12.]


So, 10. Dezember: Das Wetter wird plötzlich immer besser, und die Discovery kann tatsächlich pünktlich um 2:47 MEZ abheben. Was 20:47 Uhr Ortszeit entspricht: der erste Nachtstart in vier Jahren - und der erste mit einer Live-Kamera auf dem External Tank. Im Gegensatz zu den miserablen Bildern der Cape-Kameras vom Start (eine saß offenbar in einem dreckigen Aquarium :-) gibt es hier im weiteren Verlauf des Aufstiegs - den CNN wie CNN-I brav bis zum Schluß übertragen - die tollsten farbigen Plasmaeffekte zu sehen, ganz besonders in den Sekunden rund um den Abwurf des Tanks. Selbst am Tage kann es da schon mal leuchten (siehe 4.7.), aber nachts ist es wesentlich dramatischer. [17.12.2006/9.1.2007]
Mit einer abgründig grottenschlechten Pseudodokumentation wagt sich Pro 7 auf Sendung: »Apokalypse - Wann kommt der Todesmeteorit?« Es wird keinerlei Unterschied zwischen dem harmlosesten Meteor in der Atmosphäre und dem Erzeuger eines 500-km-Kraters gemacht, und praktisch alles ist schlicht falsch. Der nämliche Krater z.B., der angeblich in der Antarktis aufgespürt wurde und, gelinde gesagt, umstritten ist - oder das Märchen von den Chiemgau-Impakten, auf das nun schon mindestens der dritte deutsche TV-Sender hereingefallen ist. Running Gag des Machwerks ist freilich der Asteroid Apophis, bei dem die Entdeckungsgeschichte völlig falsch dargestellt wird (im Sommer 2004 gibt es keinerlei Hinweise auf eine potenziell bedrohliche Bahn, erst im Dezember), es wird verschwiegen, daß die Impaktwahrscheinlichkeit nie 1:37 überstieg und stattdessen ein sicherer Impakt 2029 insinuiert, und die prompte Entwarnung für dieses Jahr und das rasche Sinken des Risikos des inzwischen als weitgehend harmlos erkannten Asteroiden für spätere Jahre wird ganz am Schluß fast bedauernd mitgeteilt. Was sollte denn dieser Unfug??? Unfaßbar miese Recherche oder bewußte Irreführung der Zuschauer? Schade, Pro 7 war einst Pionier mit teilweise sogar guter Wissenschaftsberichterstattung im Privatfernsehen - der unfreiwillige Namenspate dieses TV-Skandals, der als »Galileo Spezial« firmierte, würde sich im Grabe umdrehen ... [17.12.]
Überraschende Wendung gegen Ende einer Doku über Australien im Rahmen der ZDF-Reihe »Faszination Erde: Feindliche Welten«: Da steht Bublath doch tatsächlich vor dem Radioteleskop von Parkes, und es wird - mit kaum mehr Bezug zum Kontinent - ein Loblied auf die Radioastronomie angestimmt, mit Betonung des Galaktischen Zentrums, schauerlichen Schwarzloch-Animationen und gar einer Vision des Square Kilometer Array (s. 5.12.). Aber irgendetwas mußte ja schiefgehen: der Stern »Alpha Centauris« z.B. ... [17.12.]
Wie man Archäologie und Computervisualisierung optimal zusammenbringt, zeigt "Blick in ein Weltreich" auf HR3: Eine aufwändige 3D-Rekonstruktion des Perser-Palastes von Persepolis (wo der Blogger bereits 1969 und noch einmal 2000 war) wird immer wieder mit Realaufnahmen der heutigen Ruine überblendet. Wann wird man am Eingang Augmented-Reality-Brillen überreicht bekommen, die solche Teil-Einblendungen der Rekonstruktion vor Ort erlauben? Das wäre mal ein nützliches Technologieprogramm für den Iran ... [17.12.]
Eine seltene Planetenkonstellation macht sich unsichtbar: Seit dem amerikanischen Bürgerkrieg standen drei Planeten nicht mehr so nahe zusammen wie heute morgen Jupiter, Merkur und Mars - aber die extrem geringe Höhe über dem Horizont und ohne schlechtes Wetter verhindern (wie auch am 11.12.) eine Sichtung. Dann eben vom üblichen Verdächtigen Aufnahmen z.B. aus Frankreich von heute und gestern. Warum finden »relevante« Trios oder Paare eigentlich immer derart tief in der Dämmerung (vgl. 26.+27.6. und 4.9. 2005 und 17.6.2006) statt? [17.12.]
Sa, 9. Dezember: Wie soll man mit erheblich Andersdenkenden in der Wissenschaft umgehen? Im New Scientist (S. 46ff) werden ganz unterschiedliche Antworten gegeben. [2.1.2007]
Fr, 8. Dezember: Um halb vier Uhr morgens läuft der Countdown für STS-116 bis t-5 min und muß dann angehalten werden, um auf ein Weichen tiefer Wolken zu lauern - vergeblich, das kurze Startfenster wird verpaßt und der nächste Versuch für den Sonntag 2:47 MEZ anberaumt, wenn die Wetteraussichten allerdings auch kaum besser sind. CNN I interviewt einen Funktionär der Mars Society, der gegen die Konzentration der NASA-Planung auf die Mondbasis (s. 4.12.) wettert und einen baldigen Marsflug anmahnt, dieser Himmelskörper sei doch so viel interessanter. Von den ungelösten medizinischen Problemen kein Wort, dafür behauptet er mal wieder keck, ein Geologe auf dem Mars hätte an einem Tag all das leisten können, wofür die beiden Marsrover 3 Jahre brauchten. Ach ja, auch die zeitraubenden chemischen Analysen der Gesteine und die umfassende fotografische und mikroskopische Erfassung, und das an zig Standorten über viele Kilometer verteilt? Das Argument (das auch der MER-Chef gerne benutzt) sollte allmählich mal neu 'berechnet' werden ... [9.12.]
Kosmologie und Sternphysik sind enger verwoben als es manchmal scheint: Wie Podsiadlowski & Justham (Science 314, 1551-2) ausführen, führten erst Vorraussagen aus dem Big Bang zur Erkenntnis eines Problems mit Sternmodellen - das wurde jetzt behoben, und die Messungen passen. [19.12.]
Wie die Genesis-Forscher um die Rettung ihrer abgestürzten Sonnenwind-Proben ringen, beschreibt das Seed Magazine - über zwei Jahre sind bereits vergangen. [9.12.]
FAZ verfälscht Mars-Erkenntnisse (siehe 6.12.): ganz schön tendenziös, was da heute geboten wird. Auf die Marsforschung haben die Gully-Effekte jedenfalls schon erste Auswirkungen: Laut AW&ST (11.12. S. 26-8) werden bereits Sondenmissionen erwogen, um dort mal nachzusehen, und die Instrumente des MRO - inklusive des Radars, das Wasservorkommen unter der Oberfläche sehen sollte - werden bereits in den nächsten Wochen hinschauen. Wobei die Wahrscheinlichkeit, fließendes Wasser in Aktion zu sehen, laut Nature (14.12. S. 800-1) allerdings nur bei 1 zu 1021 liegt ... [19.12.] Und ob man es trinken sollte, weiß Slate. [23.12.]
NASA-Sprecher nennt Mondgrundstückshandel "Betrug" - und The Register all die bisherigen Käufer "Idioten". Schade, daß man so klare Worte in den Massenmedien kaum je hörte (wo stattdessen zuweilen ein TV-Moderator mit seinem Kauf-'Vertrag' in die Kamera wedelt)! Derweil zetert Easterbrook mal wieder über die NASA-Pläne zum Bau einer Mondbasis (s. 4.12.). [9.12.] Die auch schon Gegenstand eines Cartoons ist ... [23.12.]
Do, 7. Dezember: Die BBC-Doku »Bye bye Planet Pluto«, von VOX - im Rahmen der laufenden Schwerpunktwochen Weltraum, immer Do-Abend - als Deutschlandpremiere angepriesen, erweist sich als enttäuschender Schnellschuß, wie er leider im TV-Astro-Journalismus immer mehr um sich greift (vgl. 18.12.2005 zu einer genau so unbefriedigenden Schnell-Doku über Deep Impact). Zum ersten Mal gesendet wurde sie nämlich schon im Juni; alle Interviews sind dementsprechend lange vor der Prager Entscheidung vom 24.8. geführt worden, die nur - unbebildert und ohne jede Erklärung im Detail - quasi als Schlußsatz dieser Version vorkommt. (Nicht ganz: Das letzte Wort erhält ... ein Astrologe!) Was denn ein »Zwergplanet« überhaupt sein soll und wie er sich von einem normalen Kleinplaneten unterscheidet: kein Wort dazu.

So bleiben die Aussagen der Pluto=Planet-Gegner (die ihn meist als Asteroiden ansprechen; der Begriff Zwergplanet wurde schließlich erst in Prag geboren) und -Befürworter (die auf Rundheit als alleiniges Planetenkriterium pochen und z.T. sogar die großen Monde mitnehmen würden) ohne die eigentlich in der IAU-Definition gelungene Synthese gegeneinander stehen - eine vertane Chance der Aufklärung, die aber dringend not täte. (Denn die von Sky & Tel. [1/2007 S. 12] beschworenen 80% Anti-IAU-Anteil der Leserbriefe und die geschürte Aggressivität dürften größtenteils auf Unkenntnis der tatsächlichen Prager Vorgänge basieren, die genau diese Zeitschrift leider angemessen darzustellen verweigerte [11/2006].) Immerhin kommt Brian Marsden als gewissermaßen Chef des ganzen Sonnensystems so üppig ins Bild und zu Wort wie selten im TV: Auch die chronische Arbeitsüberlastung des MPC kommt zur Sprache. [9.12.]
Neuartiger Algorithmus zum Bilderschärfen vorgestellt: APEX setzt keine Kenntnis der PSF voraus. [23.12.]
Großer Auftritt der Orioniden bei CSI: In der Episode Shooting Stars löst dieser Meteorschauer als erwartetes himmlisches Zeichen den Massenselbstmord einer Jugendsekte in Nevada aus, eine Anspielung auf die Vorgänge um Heavens Gate und Hale-Bopp 1997, die explizit auch Erwähnung finden (die erste Nennung dieses Kometen in einem Krimi?); bei CSI ist der Sektengründer allerdings ein Betrüger, der sich rechtzeitig aus dem Staub machen wollte. Einer der CSI-ler hat die Meteore sogar selbst beobachtet (die ein so ausgeprägtes Maximum hatten, daß man daraus unabhängig den Todeszeitpunkt bestimmen kann) - wieso die Serienmacher wohl gerade auf diesen Strom (der übrigens just dieses Jahr überraschend stark ausfiel) gekommen sind, anstatt die sicherlich bekannteren Perseiden oder Geminiden oder etwa Leoniden zu nehmen? Vielleicht lag's am Termin der Erstausstrahlung in den USA (13.10.2005): Dann hätten die Produzenten einen enormen Durchblick bewiesen ... [9./17.12.]
WDR im Marsfieber: Den neu entstandenen Gullies widmet die Aktuelle Stunde zur besten Sendezeit gleich vier volle Sendeminuten, produziert am Planetarium Bochum, wo auch jugendliche Besucher der aktuellen 3D-Mars-Ausstellung (siehe 12.10.) interviewt werden. Die spekulieren sogleich über intelligentes Leben auf dem Mars - und einer findet, daß ein Kontakt mit denen uns auf der Erde helfen würde ... [9.12.]
Mi, 6. Dezember: Abends erscheint der Mond - nur 1½ Tage nach Vollmond - bereits mit dem bloßen Auge erheblich angefressen, während er im September (siehe 6.-8.9.) drei Tage lang rund geblieben war. Die Ursache = ??? [7.12.]
Neue Gullies auf dem Mars, die in den letzten paar Jahren entstanden, hat der MGS (kurz vor seiner Funkstille) entdeckt: Das wird als Evidenz für flüssiges Wasser auf dem heutigen Mars interpretiert, aber viele Fragen bleiben offen. Immerhin ein spannendes Vermächtnis des schweigenden Orbiters! [7.12.]
Gelehrter Vortrags-Marathon in Bonn, erst im Zusammenhang mit dem Dies Academicus, dann im Deutschen Museum: Am Rande der letzten Veranstaltung wird noch bekannt, daß der Aufbau der LOFAR-Station in Effelsberg noch vor Weihnachten über die Bühne gehen soll, falls der Boden nicht friert (der Vertrag mit den Niederlanden wurde gerade unterzeichnet); lokales First Light (d.h. die erste Bildung eines Beams nur dieser Station) soll in der 2. Jahreshälfte 2007 sein. [7.12.]
"How Long Will a Frisbee Fly in Space?" Solch bedeutenden Fragen geht man auf der ISS nach - aber wo man schon Golf spielt (s. 23.11.) ... [9.12.]
Di, 5. Dezember: Eine große Volkssternwarte auf Long Island hat jetzt einen 20-Zöller - an einem der wenigen dunklen Plätze zwischen Boston & NYC. [9.12.]
In einem weiteren Live-Interview aus der ISS für Phoenix (das lange wegen Tonproblemen zu scheitern droht - "Thomas does not react," tönt es mitunter aus dem Off - und schliesslich nur knapp 4 Minuten dauert) spricht unser Sternenkind Thomas Reiter fast nur über ... Astronomie! Er betont noch einmal - siehe 27.10.! - den "wunderschönen Sternenhimmel", der bei ihm geradezu Fernweh auslöse, schwärmt von den Aurorae ueber den beiden Polen und meldet zahlreiche "Eintritte von Meteoriten in die Atmosphäre" Anfang Oktober, womit er wohl die Orioniden meint? Auch nach seinem Mir-Aufenthalt hatte Reiter (bei seiner ersten PK in Bonn beim DLR) die Beobachtung eines Boliden unter sich als das beeindruckendste Erlebnis beschrieben. [6.12.]
"Big Blue chips in on Big Bang research": Die zentrale Rolle modernster Computer beim SKA - siehe 25.10. - fällt auch in der Industrie auf. [9.12.]
Mo, 4. Dezember: Die NASA will allen Ernstes eine feste Basis auf dem Mond bauen, die permanent bewohnt sein soll, vielleicht ab 2024 - das ist die Quintessenz der "Global Exploration Strategy and Lunar Architecture", die auf einer Pressekonferenz vorgestellt wird. Die Zahlen fliegen nur so: Über 1000 Leute haben mitgewirkt, 14 Raumfahrtagenturen, 6 Themen wurden definiert mit 23 Kategorien und 180 Zielsetzungen - bloss zu den Kosten hört man nichts. Der NASA-Etat von gegenwärtig 6 Promille des Gesamtetats der USA werde so bleiben, heisst es: Damit haengt der Umfang der lunaren Operationen entscheidend von den Beiträgen anderer Nationen oder kommerzieller Unternehmen ab, die nun eingesammelt werden sollen. Die erste Transport- und Kommunikations-Infrastruktur bauen die USA alleine, aber "the door is wide open" für kreative Beiträge anderer aller Art: Energieversorgung, Wohneinheiten, Rover etc. Die erste Landung (mit 4 Astronauten) soll weiterhin bis spätestens 2020 erfolgen (also 51 Jahre nach Apollo 11 ...), gefolgt von 180-Tages-Trips und schließlich einer permanent besetzten Basis: Nach gegenwärtigem Wissen über den Mond wäre sie am Südpol, z.B. am Krater Shackleton, am besten aufgehoben, aber Erkenntmisse des LRO oder anderer Mondmissionen könnten auch zu neuen Prioritäten führen. Alles in allem ein "vibrant exploration program", das "hope to old and young alike" verspricht ... [4./9.12.]
Jetzt hat der MRO auch Spirit und die beiden Viking-Lander bzw. ihre Hinterlassenschaften auf der Marsoberfläche gefunden!
Die Bedeckung der Plejaden durch den nahezu vollen Mond läßt sich wegen des doch arg grellen Mondlichts und starker Bewölkung kaum verfolgen, kein Vergleich zum Event vom 12.9. (siehe dort). Aber just beim Eintritt von Electra um 3:58 MEZ ist es ziemlich klar, und die Videokamera zeigt bei 25-fach-Zoom tatsächlich den Stern direkt am Mondrand (wo noch ein schmaler Streifen unbeleuchtet ist). Das eigentliche Verschwinden ist aber nicht eindeutig zu verfolgen. [4.12.] Die spätere Auswertung von Videoaufnahmen der späteren Eintritte von Maia, Merope & Alcyone (4.0, 4.3 und 3.0 mag.) durch ein 500-mm-Tele mit der Mintron durch dicke ziehende Wolken zeigt ueberraschenderweise die Sterne, sauber vom Mondrand getrennt, wenn auch die eigentlichen Eintritte jeweils verpaßt wurden. [6.12.]


Fr, 1. - So, 3. Dezember: Noch mehr Weltraum im TV (s.a. 30., 28.-29. und 25.-26.11.) ... Am Fr auf Vox Der Mythos der Heiligen drei Könige: Stellt zwar die ganzen symbolischen Aspekte der Story dar und korrekte Zusammenhänge mit dem damaligen Umfeld her, tut aber nicht den logischen nächsten Schritt, nämlich zu fragen, ob es nicht naheliegt, dass entsprechende Geschichten in den Evangelientext hineingeschrieben wurden, um entsprechend symbolisch verstanden zu werden. Stattdessen reiten "die Magier" mal wieder munter durch die Wüste und erleben allerlei Abenteuer - angeregt durch ein quasi unsichtbares astronomisches Ereignis: Der Hypothese von Molnar (Sky & Tel. 83 #1 [Jan. 1992] 37-9) wird gegenüber der Kepler'schen der Vorzug gegeben, Probleme werden verschwiegen, man nimmt sie buchstäblich für bare Münze ... ;-)

Am Sa auf Arte Rebuilding Stonehenge über den Nachbau der Anlage 2005 aus Styropor, mit anschliessender archäoastronomisch korrekter Beleuchtung durch eine 18-kW-Kunstsonne. Michael Parker Pearson kommt zu Wort, erzählt von seinen Schweineknochen und entwirft ein grosses Gemälde eines wintersonnwendfeierlichen Totenkults an und bei Stonehenge - und auch der Top-Archäoastronom Großbritanniens, Clive Ruggles, befindet nach Betrachtung des Nachbaus im Kunstsonnenlicht, daß zur Wintersonnenwende der "Effekt noch dramatischer" ist als zur Sommersonnenwende. Vielleicht hat man damals in die untergehende Sonne gepeilt, um vor der längsten Nacht ihre Wiederkehr zu erflehen?

Am So auf Pro-7 in der "Simpsons"-Episode Don't Fear The Roofer spielt am Schluß eine Art Gravitationslinse (wenn auch nur innerhalb eines Baumarkts :-) eine entscheidende Rolle, wobei S. Hawking die Zusammenhänge erklärt - aber offenbar wenig verstanden wird ... [4.12.]
(Sa, 2. Dezember) In einem Interview im New Scientist (S. 48-9) beschreibt Costas Efthimiou seinen berühmten Kurs Physics in Films, über den er jüngst auch ein Paper verfasste. Bevor er auf die Idee kam, die Studenten physikalische Fehler in Hollywood-Filmen suchen zu lassen (s.a. 3.9.2005!), hatte er überhaupt keinen Bock auf Vorlesungen: "I was taken aback by their aggression." [7.12.]
(Fr, 1. Dezember) Moleküle im Weltall und der Ursprung des Lebens: Der Brite Dr. Sydney Leach erhält die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin. "A Shadow Biosphere" - there could be undiscovered alien life forms on Earth, alternative forms of microbial life; the discovery of a shadow microbial biosphere would be philosophically and scientifically important.
Der Venus-Transit von 1769 als leuchtendes Beispiel für die Raumfahrt im 21. Jahrhundert? In einer Rede vor der Royal Society of the United Kingdom geht der NASA-Chef ausgiebig auf die Abenteuer Von Käptn Cook ein. [18.2.2007]
Neue Temperatur-Rekorde - nach dem Juli (siehe 25.-29.7.) fiel auch der Herbst völlig aus dem Rahmen und hat selbst manchen Klimaforscher überrascht: ein weiterer Baustein, der den globalen Wandel belege und sich einreihe in eine zunehmende Zahl von Extremereignissen. Zwar kann keines dieser Ereignisse für sich als Indiz der Erwärmung gewertet werden, da es im Klimasystem immer Ausreißer gibt. Die Zunahme der Extreme ist allerdings deutlich mit der globalen Erwärmung korreliert und entspricht den Erwartungen der Klimawissenschaftler.
Do, 30. November: Gleich zwei Sendungen zum Thema Dunkle Materie unmittelbar nacheinander im TV, erst bei Odysso im SWR, dann bei BBC Exklusiv auf VOX - und sie koennten nicht unterschiedlicher sein. Waehrend der SWR kaum Zusammenhaenge herzustellen vermag (und sich zuvor noch ueber "geheimnisvolle Molekuelwolken" auslaesst, als ob das etwas mit DM zu tun haette), kommt der BBC-Beitrag zwar stellenweise noch bizarrer daher als sein Gegenstand, insgesamt aber wird die Geschichte der DM ueber Zwicky und Rubin bis heute korrekt dargestellt. Und obwohl drei Zweifler zu Wort kommen (wusste gar nicht, dass Mike Disney auch dazu gehoert), erscheint am Ende doch der heutige Konsens ('Concordance Model') als ueberzeugend, mit Carlos Frenk (falsch untertitelt!) und Dave Spergel (WMAP) als Kronzeugen. Jetzt waere es nur schoen, die Teilchen der DM auch mal direkt zu finden ... [1.12.]
Quasi zeitgleich zur TV-Kosmologie spricht im VSB-Forum Torsten Enßlin über "Radiogeister; später zeigt er "beim Italiener" auf dem Notebook noch mehrere weitere Vorträge aus seinem umfangreichen Schaffen, etwa zur Rotationsrichtung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstrasse (leider gibt es noch keinen zweiten Fall). [1.12.]
Tieferes Verständnis des Antikythera-Maschinchens haben offenbar Freeth & al. (Nature 444, 587-91; auch 551-2 und 534-8!) erreicht, dank neuer Durchleuchtungen: Das gesamte himmelsmechanische Wissen von vor rund 2100 Jahren scheint hier in 37 Zahnrädern verewigt worden zu sein - und das Konzept könnte über den Umweg Arabien im Mittelalter in Form der großen astronomischen Uhren (wie in Prag; siehe 19.8.) nach 1½ Jahrtausenden wieder aufgetaucht sein. Merke: "History seldom follows simple, linear paths ..." [1.12.]
CSICOP gibt es nicht mehr! Das Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal hat sich in Committee for Skeptical Inquiry umbenannt und die Abkürzung auf CSI gestutzt. Hintergrund: die Ausweitung der 'Mission' (s.a. 19.7.2005). [17.12.]
Die - dramatische - Geschichte hinter dem einzigen gut dokumentierten Fall eines Meteoriten, der einen Menschen verletzte, wird aufgerollt. Der Blogger wurde des Originalmeteoriten und der Stories drumherum 1987 in einer Ausstellung am (heute runderneuerten, s.a. 3.11.) Griffith Observatory ansichtig. [6./23.12.]
Ab mit Hawking in den Weltraum? Auch Körperbehinderte können mit dem SpaceShipTwo fliegen - oder wenigstens im Parabelflieger. Aber der Physiker - der gerade die älteste Wissenschaftsauszeichung erhielt - möchte eh' lieber zu einem anderen Planeten ... [1.12.]
Immer neue astrobiologisch relevante Entdeckungen werden an den Meteoriten von Tagish Lake gemacht. Aber nicht nur die Funde sind bemerkenswert, auch der Fall selbst: Am Rande der Leonidenkonferenz 2000 in Tel Aviv berichtete der 'Leoniden-General' (und heutige Ames-Direktor) Pete Worden in einem öffentlichen Vortrag von einer lange am Himmel stehenden Rauchspur. [6.12.]
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem Sonderforschungsbereich/Transregio 7 (SFB/TR7) "Gravitationswellenastronomie" rund sieben Millionen Euro bewilligt: An den 15 Einzelprojekten des SFB/TR7 werden sich in den kommenden vier Jahren deutschlandweit insgesamt etwa 75 Physiker, Astronomen und Mathematiker beteiligen, um Gravitationswellen theoretisch und experimentell zu erforschen. [1.12.]
In der Nacht geht es auf Phoenix in der Reihe "Jäger verlorener Schätze" nach NW-China, just in das Primärzielgebiet der nächsten ToSoFi: Turfan & Umgebung kommen ebenso vor wie Dunhuang weiter östlich - hier wurde die vermutlich älteste erhaltene chinesische Sternkarte gefunden (Näther, MegaLithos 7 #3 [2006] 85-7), die wiederum bei der Aufklärungsarbeit für die Bundeskunsthalle (siehe 21.9.2005) eine Rolle spielte. [1.12.]
Di, 28. - Mi, 29. November: Teleskope satt im TV - am Dienstag stellt der ndr in einer "Weltbilder"-Sendung mit dem Schwerpunkt Licht das südafrikanische Großteleskop SALT den kosmischen Vorstellungen der ortansässigen San gegenüber (der Medizinmann war schon auf Sternenreise ...), am Mittwoch wird in »Rund um dem Wendelstein« von 2001 auf BR 3 auch die Sternwarte daselbst opulent ins Bild gesetzt - und hochauflösende Videoclips der Sonnenoberfläche vom neuen japanischen Satelliten Hinode werden von n-tv als »vulkanische Aktivitäten auf der Oberfläche des Sonnenplaneten« beschrieben. BR 3 wiederum verweist als Intro für den Beitrag »Hund und Katz fit für den Winter« in der Sendung »Wir in Bayern« auf den 45. Jahrestag des Raumfluges des US-Schimpansen Enos - auf sowas muß man erstmal kommen ... [30.11.]
SWAN (bei seiner größten Annäherung an Atair) noch mal gesichtet oder nicht (s.a. 26. und 21.11.)? Am Di wie am Mi sieht man am mondhellen - aber zumindest am Di sehr klaren - Abendhimmel im 11x70-Feldstecher nichts mehr, aber auf Mintron-Videos ist am Di ein kleiner etwas diffuser Fleck an einer Stelle zu erkennen, wo am Mi (unter allerdings schlechteren Bedingungen) nichts mehr zu sein scheint. More research needs to be done ... [30.11.]
(Mi, 29. November) Was passiert, wenn man Röntgen-, sichtbare und IR-Bilder von drei Satelliten zusammenmischt, zeigt als neues Beispiel der SNR N49 in der LMC. [1.12.]
Hinterlassenschaften Opportunitys im Eagle-Krater hat der MRO aufgenommen - scharf wie ein Luftbild aus geringer Höhe. Und ein Bildpaar zeigt Opportunitys Reise am Rand des Victoria-Kraters! [1.12.]
Der nächste NASA-Lander nimmt Gestalt an: Phoenix wird bereits getestet. [1.12.]
(Di, 28. November) New Horizons hat bereits Pluto aufgespürt, schon im September mit der Telekamera LORRI - aber jetzt heißt das Ziel erst einmal Jupiter. [1.12.]
Klimawandel könnte Satelliten helfen: Die Hochatmosphäre wird kühler und senkt sich, so daß die Reibung abnimmt. [1./23.12.]
Was Astronomen auf dem Mond treiben würden, wenn man sie (bzw. ihre Instrumente) dort absetzen würde, wird heute auf einem Workshop am STScI diskutiert: Eine so tolle Plattform ist der Mond auch nicht, und noch gibt es ohnehin tiefe Gräben zwischen "Exploration" und Wissenschaft. [1./9.12.]
Zum ersten Mal wird ein Deutscher in die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften - die die Nobelpreise vergibt - berufen: ein Physiker aus Bochum! [30.11.]
Der Welterbe-Status der Victoria-Fälle ist in Gefahr, weil die Sambier in unmittelbarer Nähe jede Menge Chalets bauen wollen ... [1.12.]
Mo, 27. November: Die erwartete Bilderflut vom MRO hat begonnen! "They're enormous files, and difficult to handle unless you've got a pretty souped-up computer ..." [1.12.]


Sa, 25. - So, 26. November: Innerhalb von 12 Stunden gleich 3 bemerkenswerte Weltraumsendungen im TV (zwar alles Wiederholungen, aber was soll's)! Auf Pro 7 »End Day« von BBC 3 von 2004: diverse gewaltige Naturkatastrophen in atemloser Abfolge, präsentiert überwiegend durch TV-Sendungen (natürlich ebenfalls BBC :-), die ständig irgendwo auf Monitoren zu sehen sind (wo sie wiederum von echten Experten kommentiert werden). Während sich in einer Spielhandlung ein Physiker in England Richtung Flughafen begibt - und zwar »Groundhog Day«-mäßig immer wieder auf's Neue, während jeweils eine andere Katastrophe passiert, wobei stets alles innerhalb von Stunden, wenn nicht Minuten, abläuft. Z.B. ein Asteroideneinschlag, der Berlin vernichtet, nachdem ein spontaner Abwehrversuch per Atomrakete (dargestellt z.T. von einer Delta 2 - da fehlte wo der Etat für Special Effects ...) mißlingt. Und dabei war der Brocken nur 100 m groß ...

Am Schluß erreicht der Physiker sein Ziel, einen Teilchenbeschleuniger in den USA, den er trotz öffentlicher Proteste (von denen man in den früheren »Groundhog«-Episoden immer wieder hörte) mit seinem Zündschlüssel in Betrieb nimmt: Augenblicklich entsteht ein Schwarzes Loch, Film wie Erde am Ende. Wenn man die Hintergründe der einzelnen Disaster kennt, kann man über die In-Jokes schmunzeln, sonst trägt das - zugegebnermaßen ausgesprochen originelle - Format der eigentlich als seriöse Information gedachten Sendung (die jedenfalls als Dokumentation verkauft wird) sicher in keiner Weise zur Aufklärung über tatsächliche Gefahren für die Erde bei. Allein die Asteroidenproblematik wurde selten derart verzerrt (Motto: Es geht allein um Abwehr in letzter Sekunde mit vorhandenen Atomraketen, die dann nicht funktionieren) dargestellt, vom Risiko eines Weltuntergangs durch neuartige Teilchenbeschleuniger - einst beim RHIC diskutiert, heute erneut beim LHC (siehe 19.9.) - ganz zu schweigen ...

Auf RTL mitten in der Nacht der dokumentarische Spielfilm »October Sky« (USA 1999), der den Ruhm von Homer Hickham unter amerikanischen Raumfahrtenthusiasten endgültig zementierte. Wobei »October Sky« ein Anagramm von »Rocket Boys« ist, dem Originaltitel seiner Memoiren. Und auf VOX - als Eröffnung der Schwerpunktwochen "Universum und Astronomie" 2006 - in der Reihe BBC Exklusiv »Urlaub im Weltraum«, ein eigentlich irreführender Titel, da es fast nur um Suborbitalflüge (mit ein paar Minuten im Weltraum) geht, insbesondere den X Prize. Hier freilich bekommt man eine Menge selten gezeigter interner Videoaufnahmen nicht nur der Gewinner des Preises um Burt Rutan zu sehen (Trivia item: Die markante Tail number N328KF steht für 328 Kilo-Feet = 100 km), sondern auch von einigen der Konkurrenten, die bis 2004 am weitesten gekommen waren. Und zumindest hier erzählen, daß sie weiter machen und sich einen Teil vom erwarteten großen Kuchen der kommerziellen Suborbitalfliegerei abschneiden wollen. So viel Weltraumtourismus im TV - s.a. 23.11. - war selten, und just im aktuellen Aviation Week (vom 20.11. S. 70) schreibt Ex-NASA-Manager G. S. Hubbard, daß "Space entrepreneurs finally may be nearing their goals." [27.11.]
(So, 26. November) AusgeSchWANt: Bei Mondsichel und dünner Bewölkung (wodurch die visuelle Grenzgröße gerade etwas über Albireo hinaus reicht) läßt sich der Komet am frühen Abend im 11x70 nicht mehr blicken und etwas später auch bei klarerem Himmel nicht - gegenüber 5 Tagen zuvor (siehe 21.11.) muß er weiter deutlich eingebrochen sein. Auch die Mintron sieht mit 45 mm zumindest auf den ersten Blick an der erwarteten Stelle nichts. [27.11.]
(Sa, 25. November) Abends spielt in Heisterbacherrott Still Collins, mit 10½ Jahren Bühnenerfahrung inzwischen eine Genesis-Tribute-Band ersten Ranges, mit vielen überraschenden Live-Gags (die hier natürlich nicht verraten werden). Der hiesige Dorfsaal wird immer mehr zur Bühne erstklassigen Rocks; s.a. 2.9. ... [27.11.]
Fr, 24. November: Der neue (21.) Bond vollzieht eine bemerkenswerte Beinahe-180°-Wende im Anspruch (was ihm aber in den USA am ersten Wochenende nicht gegen Pinguine helfen konnte). In einer Szene am Flughafen Miami scheint für einen Sekundenbruchteil Richard Branson als Statist (bei einer Personenkontrolle im Hintergrund) zu erscheinen, was zu den häufig ins Bild geratenden Virgin-Flugzeugen passen würde. Erstaunlich jedenfalls, wie ein Film, dessen Handlung permanent von SMSsen und Handy-Anrufen vorangetrieben wird, auf einer Romanvorlage von 1953(!) basieren kann ... :-) [27.11.]
In einem Interview mit Science (314, 1228-9) erzählt der nach 24 Jahren aus dem US-Repräsentantenhaus ausscheidende gemäßigte Republikaner Sherwood Boehlert über den Effekt einer Reise von 10 Abgeordneten und Senatoren zum Südpol: "Of that 10, there were probably two who shared my view that global climate change was real and the we damn well better do something about it. The rest were skeptical or neutral. But after we got back, every one of them had a heightened interest in the subject," dank der Gespräche mit Klimaforschern vor Ort. Irgendwann sollte mal jemand ausrechnen, ob der Effekt dieser Lehrstunde den Klimaschaden durch den Fernflug auf 90° Süd mehr als ausgeglichen hat. [7.12.]
Die Fernsteuerung eines Teleskops in Arizona durch einen Astronomen in Florida - eigentlich ganz normal - ist dem Miami Herald eine große Story wert. [1.12.]
Do, 23. November: Die erste Hälfte des einstündigen CNN Future Summit "World in Motion" aus Singapur über die Zukunft des Verkehrs gehört dem Weltraumtourismus (wobei dieser Begriff ziemlich kontrovers ist); im Panel sitzen u.a. Buzz Aldrin und Anousheh Ansari, die »gut drauf« sind. In Einspielern kommt neben Richard Branson (der als Projekt irgendwann nach SpaceShipTwo von einem Weltraumhotel fabuliert, von dem aus man mit 2-Personen-Raumschiffchen bis 50 Fuß über die Mondoberfläche absteigen können werde) auch Jim Benson (siehe 28.9.) zu Wort. Dann geht es um eine Reise zum Mars, und Aldrin fordert, wenn man schon dorthin wolle, dann müsse man gleich an eine Kolonisation denken und keine langen Pausen zwischen einzelnen Besuchen lassen.

Zur ISS (von der er sowieso wenig hält, wie er durchblicken läßt) zieht es Aldrin übrigens nicht: »I'm a little beyond of going to the Space Station,« sagt er, schließlich sei er - außer auf der Mondoberfläche - auch schon bei der Titanic und am Nordpol gewesen. Nach etwas futuristischem Auto- und Flugverkehr (wobei wenig Optimismus über exoatmosphärische Blitzflüge zwischen Punkten auf der Erde verbreitet wird), dürfen sich in den letzten 10 Minuten noch Physiker und SF-Autoren über Zeitreisen, Warp-Antriebe und Beamen streiten (wobei die Autoren meistens skeptischer als die Physiker rüberkommen) - und moderiert wird der ganze Talk vom fraglos bizarrsten CNN-I-Anchor Richard Quest ("who looks like a cross between Roger Daltry and a Muppet"), der einst im Rahmen seiner zufällig gerade laufenden Börsensendung Live-Bilder der ToSoFi 2001 aus Afrika zu kommentieren versuchte, hier aber wesentlich besser aufgehoben war ... [27.11.]
Vortrag in Herne ueber Raumfahrt im Umbruch (Neufassung eines bereits im April in Hof gehaltenen Vortrags). [24.11.]
Schon wieder ein US-Akademiker, der die eigene Regierung für 9/11 verantwortlich macht, als Hobby »bringing fascist states down« (womit er die USA meint) angibt und von seinen Studenten - denen er solches in den Vorlesungen angeblich nicht nahezubringen trachtet - gleichwohl hoch geschätzt wird, wird in Anderson Cooper 360° auf CNN vorgestellt: Kevin Barrett von der Univ. Wisconsin ... [27.11.]
Die Benennung von Strukturen auf Planeten wird vereinfacht: Es gibt keine vorlaeufigen Namen mehr! Alle Namen, dis bisher zugeteilt wurden, sind hier zu finden. [24.11.]
Wie es zu Verspätungen bei der Bahn kommt und wie das ganze System radikal reformiert werden könnte ... [6.12.]
In der Nacht hat waehrend einer ISS-EVA der erste Golfabschlag von der ISS aus stattgefunden - siehe 17.11. zu den moeglichen Orbits des Balls. [24.11.]
"Plagiarismus, Redundanz, Blaeh-Rhetorik: Zur Krise der Kulturwissenschaften durch den Einzug des Copy/Paste-Paradigmas ..." [24.11.] Die Naturwissenschaften - und insbesondere die Physik - scheinen indes von diesem Problem nur minimal betroffen zu sein, wie eine Analyse anhand von arxiv.org in Nature (444 [30.11.] 524-5) zeigt. [1./23.12.]
Mi, 22. November: Gibt's im Weltraum nichts mehr zu sehen? Das heutige Astronomy Picture of the Day koennte diesen Eindruck vermitteln ... [24.11.]
Di, 21. November: Noch einmal ein (8.) Blick auf Komet SWAN, inzwischen deutlich unter 7. Groesse gefallen - weder im 11x70 noch im Comet Catcher ist noch viel zu sehen, zumal ein Stern dicht daneben erheblich blendet. Wieder obsiegt die Mintron bei weitem: sowohl mit 45 wie 500 mm Brennweite tritt der Komet klar hervor! Das wirft (einmal mehr) die Frage auf, ob man derartige Technik nicht verstaerkt in Volkssternwarten einsetzen sollte, parallel zur direkten Beobachtung mit dem Okular als Kompromiss zwischen einem trueben Bild darin und einer Hi-Tech-Praesentation mit einer integrierenden CCD-Kamera, wo dann irgendwann ein Ergebnis auf einem Computerbildschirm erscheint. Vision: ein groesseres Teleskop, wo ein Teil des Lichts in eine Mintron-aehnliche Kamera umgeleitet wird - und das Videobild kann auf Wunsch nicht nur auf einem externen Monitor betrachtet sondern (mit der Technologie des Augmented Telescope; s.a. 22.7.) dem Realbild im Okular zugemischt werden, um das Auge zu leiten. Waere das nicht das ultimative Instrument fuer die Volksastronomie ...? [24.11.]
Der MGS ist wahrscheinlich Geschichte - der NASA fallen keine Optionen mehr ein, um den betagten Marsorbiter zu retten. [23./24.11.]
Atmosphaerische Optik, die man aus dem Flugzeug sehen kann, wird von Science@NASA anlaesslich Thanksgiving diskutiert - wobei die dort (zu Recht!) angepriesene Webseite inzwischen umgezogen ist. Erklaert z.B. schoen die Supernumeraries, wie sie am 14.8. (siehe dort) ueber Prag strahlten. [24.11.]
"Russia to build telescope superior to Hubble": kuehne Versprechungen von Novosti und MosNews in Sachen Spectrum-UV. [24.11.]
Wir werden darauf zurueckkommen: Angesichts der heutigen Unterzeichung des ITER-Vertrages weiss das MPI fuer Plasmaphysik zu berichten, dass "ein Fusionskraftwerk etwa in 50 Jahren wirtschaftlich nutzbare Energie liefern" koennte - 2056 sehen wir uns wieder ... [24.11.]
Mo, 20. November: Opportunity ist wieder unterwegs - und hat schon wieder neue Ausblicke auf den Krater Victoria! [24.11.]
Geruechte (ueber Probleme mit Ares I), Blogger und die NASA - wem soll man da wohl glauben ...? [24.11.]
Das weite Umfeld des Orionnebels, das man nicht haeufig sieht, ist heute und erneut am 25.1.2007 APOD. Was wohl herauskaeme, wenn man alle Orionnebel des WWW - von solchen Weitfeldperspektiven ueber Nahaufnahmen bis zu Extrem-Details praezise aufaddiert (Sterne zur Orientierung hat's ja genug) - und dann mit Druckmueller's Korona-Software bearbeitet ...? [24.11.2006/22.2.2007]


So, 19. November: Der langersehnte letzte Ausbruch der Leoniden - der wegen Regen eh' nicht zu sehen gewesen wäre - findet sowieso nicht statt, die ZHR klettert nach ersten Berichten aus Wolkenlöchern anderswo kaum über 30. Dass es 2006 noch mal was werden könnte, wurde erstmals 1999 vorausgesagt und von den aktuellen Prognosen bestätigt - eine Wiederkehr der glorreichen Fünf Wilden Jahre 1998-2002 hatte dabei eh' nie zur Debatte gestanden. [20.11.] Der detaillierten Auswertung weltweiter visueller Beobachtungen nach (Arlt & Barentsen, WGN 343 #6 [Dec. 2006] 163-8), wurde um 4:46±6 UTC eine maximale ZHR von 75±8 erreicht. [16.1.2007]
RTL berichtetüber Fern-Billigflieger; nach Rio ging gerade der erste für EUR 199 one-way plus Gebühren, demnächst geht's mit Oasis nach Hongkong (wobei an der Seriösität dieses Angebots aber gezweifelt wird und der erste Flug aus London ein Reinfall war) - derartige Anbieter könnten höchst astrorelevant werden (ToSoFis 2008+9 in China, IAU-Tagung 2009 in Rio)! [20./30.11.]
In derselben Nachrichtensendung geht es auch um den mehr oder weniger humoristischen Missbrauch von Wikipedia, wo bereits ein Humorarchiv existiert, für Leuchtschnabelbeutelschaben und dergleichen ... [20.11.]
Bildung per Satellit ist nicht so einfach, zeigen die indischen Erfahrungen mit dem anfangs hochgelobten EDUSAT ... [20.11.]
Turiner Grabtuch mittels »Durchpausens« eines Flachrelieffs produziert? Das ist der geheimnisvolle Erklärungsvorschlag, den das ZDF am Ende bei allem Man-weiß-es-nicht als recht naheliegende Lösung präsentiert, nebst Experimenten eines skeptischen Physikers der Uni Nizza. Immerhin sehen die so entstandenen Bilder dem »Original« recht ähnlich und wie dieses im fotografischen Negativ »besser« als in dunkel-auf-hell aus. [20.11.]
Sa, 18. November: Schwanengesang eines Kometen - SWAN ist bereits viel schwächer und kleiner geworden (aber wegen der Nähe eines hellen Adler-Sterns besonders leicht zu finden; der Stern blendet aber fast schon wieder). Im 11x70 noch als diffuses Miniwölkchen (nach Dunkelanpassung) zu sehen, im Comet Catcher eine richtig trübe Erscheinung - aber mit der Mintron statt einem Okular noch recht beeindruckend. Zwischen 7 und 8 mag. dürfte aber die Grenze für diese Technik sein. [20.11.]
Fr, 17. November: Unermüdlich zelebriert Phoenix seinen ALL-Tag, auch wenn Berichte über das, was Reiter auf der ISS eigentlich so treibt oder was da oben überhaupt passiert, die absolute Ausnahme bleiben (s.a. 19.7.). Heute geht es z.B. ums ATV und ... die Milchstrasse. Neue Sendetermine übrigens: Dienstag + Freitag, 21:30 Uhr. A propos ISS: Wie lange wird der Golfball im Orbit bleiben, der jetzt von der ISS aus 'gestartet' werden soll? In Rußland und den USA kommt man zu unterschiedlichen Prognosen ... [20.11.]
Ist das der ideale Weg, um Lichtverschmutzung zu begegnen? In Lemgo gehen jetzt die Straßenlampen nur noch auf eine SMS hin an; die Nachrichten von Sat.1 und RTL berichten über diese 'zündende' Idee ebenfalls, am 1.12.2006 und 2.2.2007, sowie die WAZ am 11.1.2007 - und das Thema kommt auch bei Genial Daneben am 17.2.2007 vor und wird trotz mehrerer Hilfestellungen nicht herausbekommen. Allerdings schien Balder selber nicht begriffen zu haben, daß es um Fußgänger geht. [5.12.2006/22.2.2007]
Das chemische Element Nr. 111 heißt jetzt Roentgenium: "Die Taufe des neuen Elements vollzog Ministerin Schavan, indem sie Roentgenium, symbolisiert durch einen Würfel mit der Aufschrift Rg, an die noch vakante 111. Stelle in ein großes - als Hintergrund aufgebautes - Periodensystem der Elemente einsetzte ..." [20.11.]
Do, 16. November: Telecon mit der NASA über neue HST-Erkenntnisse zur Konstanz der Dunklen Energie, gut »besucht« und über eine Stunde lang. Wie schon bei der Hubble-PK (siehe 31.10.) sprühen die Sprecher vor kosmologischen Gleichnissen: So könne man die DE mit dem Wasser in den Ozeanen vergleichen, bei dem die Menschheit erst seine Eigenschaften erforschte (so wie wir jetzt bei der DE) und erst viel später die Chemie & Physik dahinter verstand. Wovon wir bei der DE (vgl. New Scientist vom 17.2.2007 S. 28-33 zu den aktuellen Hypothesen) auch mit den neuen Ergebnissen noch weit entfernt sind. [20.11.2006/22.2.2007]
Kontakt mit Aliens? Wir wären nicht vorbereitet - sagt ein Diplomat in einem Buch: Versuche, die UN-Weltraumbehörde OOSA damit zu befassen, hätten jedenfalls wenig Echo gefunden. [20.11.]
Was passiert, wenn sich Marktforscher ueber den Outreach der NASA hermachen: In einer 81-Seiten-Praesentation ("For internal NASA use only") wird u.a. gefordert, den X Files-Star D. Duchovny as Sprecher einzusetzen (S. 62) oder gezielt Hiphopper anzusprechen (S. 65) ... [24.11.]
Morgens kommt in einer Phoenix-Doku über Käptn Cook - eigentlich ganz gut gemacht, inklusive Gedanken zur Hochseenavigation der Polynesier - natürlich auch der Venus-Transit vor. Doch die Grafik dazu ist schauerlich (Venus ungefähr halb so gross wie die Sonne, mit extrem diffusem Rand ...), und der Kontext ist ähnlich diffus, mit dem Längengrad-Problem als Hauptmotivation der ToV-Kampagnen. [20.11.]
In der ZEIT ein langes Interview mit Martin Rees, dem Astronomer Royal, ueber Klima-Bedrohungen. [24.11.]
Mi, 15. November: Immer noch kein Lebenszeichen vom Mars Global Surveyor (siehe 7.11.) - aber es gibt weiterhin umfangreiche Bemühungen zur Kontaktaufnahme. [16.11.]
Kommt die "kosmische Hintergrundstrahlung" aus ... den Ozeanen??? Ein bizarres Paper von einem amerikanischen Radiologen, der die Physik seit Jahren auf schweren Abwegen sieht, landet heute bei zahlreichen Astronomen im E-Briefkasten. Macht immerhin konkrete Voraussagen, was der Satellit Planck demnächst messen wird ... [16.11.]
Mo, 13. November: Amazon hebt ab - der erste (Tief-)Flugtest des Blue-Origin-Vehikels (s.a. 25.7.) findet statt, mal wieder alles furchtbar geheim. Derweil wird der EnMAP-Vertrag unterzeichnet, über die Bedeutung des Machtwechsels im US-Kongress (siehe 8.11.) für die NASA spekuliert, die neue National Space Policy der USA wird gerne missverstanden (aber es ist ihr aggressiver Tonfall, der berechtigtes Mißfallen auslöst), die Hoffnungen für den MGS schwinden zusehends, ein Top-SETI-Mann sagt, daß die Aliens jeden Tag anrufen könnten, ein Journalismusprofessor macht sich über falsche Ausgewogenheit in der Klima-Debatte Gedanken (s.a. 19.12.2005) - und die Mondlandungen waren doch gefälscht! Endlich liegen unumstößliche Beweisfotos vor, dem Web sei Dank. [15./20./27.11./6.12.]


So, 12. November: Was man aus einem Mintron-Kometenvideo herausholen kann, hat H. Lüthen jetzt anhand meiner Aufnahmen vom 8. Mai demonstriert, die die Annäherung von SW3-C an M 57 zeigen! [16.11.]
Premiere der "Sphinx"-Sendung ueber die Kinderkreuzzuege, fuer die auch einen ganzen Tag lang im Bochumer Planetarium gedreht worden war (siehe 7.2.) - am Ende sieht man v.a. dramatische Finger ueber der Tastatur des Steuerrechners des Projektors ...
Sa, 11. November: 25. Bochumer Herbst-Tagung, angesichts des runden Jubilaeums mit zahlreichen gegenseitigen Ordens- (und Weinflaschen-)Verleihungen. Im insgesamt 9-stuendigen und mal wieder sehr reichhaltigen Programm fallen u.a. auf: Nach seinem Fachvortrag (ueber massereiche Sterne in Messier 17) berichtete Rolf Chini uebrigens, dass die Bochumer Aussensternwarte Cerro Armazones in Chile, an der bereits seit 1995 gebaut wird, an diesem 28. September eingeweiht wurde. Neben dem kontroversen Hexapod (das 6 Jahre im Bochumer Botanischen Garten stand und prompt eine ganz neue Alu-Belegung des Hauptspiegels brauchte) gibt es dort u.a. auch ein 25-cm-Robottelekop fuer Transitbeobachtungen im Kontext mit COROT. [12./20.11.]
Der angebliche Nachweis von starkem Gravitomagnetismus in einem Labor in Österreich ist dem New Scientist - welcher Zeitschrift auch sonst ... - die Coverstory (S. 36-39) wert: Derartige Ergebnisse würden elementare Teile der Physik auf den Kopf stellen (und der PI hat in der Tat schon bei seltsamen Projekten mitgemacht), aber sie wollen einfach nicht weggehen. Zum Glück gibt es bald Antworten von oben: Gemäß den neuesten Statusberichten gehen die Auswertungen der Messungen der Gravity Probe B planmäßig voran, die Daten aller vier Gyros werden bereits gemeinsam betrachtet, und Mitte April 2007 darf mit der entscheidenden Veröffentlichung gerechnet werden. [27.11.2006/13.2.2007]
Fr, 10. November: Im MPI-Kolloquium berichtet Rick Perley über den Stand des Expanded Very Large Array, bei dem man zwar auf die einst geplanten neuen Antennen verzichten mußte (was 115 Mio.$ gekostet hätte und von der NSF 2005 abgelehnt wurde), dafür aber jede Menge neue Empfänger für die 27 existierenden Antennen sowie einen neuen Korrelator bekommt - mindestens 10-mal leistungsfähiger wird der VLA insgesamt, wenn der rund 80 Mio.$ teure (und komplett finanzierte) Umbau bis 2012 abgeschlossen sein wird. 7 Antennen wurden bereits teilweise umgerüstet, Anfang 2008 kommt aus Kanada ein Prototyp des neuen Korrelators (Herzstück: eine Platine mit 12'000 Bauteilen und 1.2 km Verkabelung!) und noch im selben Jahr der endgültige, der ab 2009 in Betrieb genommen wird.
Do, 9. November: Nature (444, 134-5) berichtet über das EARTHTIME-Projekt für die ultimative Chronologie der Erde - bis 180 Myr in die Vergangenheit sollen dabei astronomische Zyklen (die durch die schwankende Insolation das Klima beeinflussen, was sich wiederum in Sedimenten niederschlägt) die Schlüsselrolle spielen. [16.11.]
Kosmische Daten als der ultimative Zufallsgenerator? Auch eine Art Geschäftsidee, noch dazu vom Gründer von MirCorp ... [10.11.]
In der Sendereihe Thueringen Exklusiv (bundesweit erst heute morgen ausgestrahlt) berichtet der mdr über den Wechsel des Jenaer Planetariums zum ADLIP-System (siehe 21.7.2006 und 11.10.2005), ohne übrigens dessen horrende Kosten auch nur einmal zu erwähnen (dem Vernehmen nach 2.7 Mio. Euro, ohne das Stellarium) - es wird klar, dass die Entwicklung von Content bei Alldome-Video in völlig neue Dimensionen vorstossen muß. Und siehe da: Eines der selbst entwickelten Programme, das eigentlich schon seit der Premiere am 17.10. laufen sollte, ist in solche Probleme geraten, daß man erst im Januar damit rechnen soll!

In einer ZDF-Doku von 1998, die ebenfalls in der Nacht (auf Phoenix) laeuft, wird als Requisite für die Nachstellung einer Bootsfahrt im Grand Canyon Anno 1869 ein Peilkompass verwendet - bei dem es sich sich ganz offensichtlich um exakt dassselbe Plastikteil handelt, das ich 2003 in Aberdeen kaufte und das bei der folgenden Shetland-Expedition und v.a. der Doppelkometenjagd in Namibia 2004 wertvolle Dienste leistete. Das ZDF hatte den Billigkompass lediglich mit Goldfarbe (?) angemalt - sollte wohl wie ein wertvolles Bronzeinstrument aussehen ...
Mi, 8. November: In einer spannenden Wahlnacht jagen die US-Demokraten nach 12 Jahren den Republikanern wieder das Abgeordnetenhaus ab (mindestens 31 Sitze, 15 wurden benötigt); beim Senat steht es zunächst 50:49, und über dem letzten Sitz, der mit hauchdünner Mehrheit ebenfalls an die "Dems" zu gehen scheint, wie sich eine Nacht später abzeichnet, scheinen zunächst Wochen der Nachzählung entscheiden. Am Abend des 9.11. gibt sich der Republikaner aber geschlagen und verzichtet auf eine Anfechtung des Ergebnisses: beide Häuser in demokratischer Hand! Die jeweils ersten »Picks« von Rep-Sitzen in Haus und Senat verkündet CNN um 2:24 MEZ bzw. kurz danach; zwischen 3:00 und 3:27 gibt es je zwei weitere, dann kommt allerdings lange nichts Definitives mehr (weil die meisten Rennen ziemlich knapp sind bzw. keine Exit Polls vorliegen). Gegen 5:15 MEZ ist dann aber schon klar, daß das House gewonnen wurde.

Einer der ersten eindeutigen Gewinner der Nacht war übrigens Punkt 1:30 MEZ der Senator Robert Byrd aus West Viriginia, seit 47 Jahren im Amt und, so CNN, wegen der vielen Bundesmittel, die er immer wieder in den kleinen Staat umleitet (»Pork«), dort anhaltend populär. Auch das große neue Radioteleskop von Green Bank hat er herbeigeschafft, was durchaus Anlaß dezidierter Kritik (bis "Kevin Marvel" scrollen) anderswo im Land ist (s.a. 22.8.).

Praktisch zeitgleich mit Byrds Sieg steht auch fest, daß Daniel Ortega die Wahlen in Nicaragua klar gewonnen hat und nach 16 Jahren erneut Präsident wird: Die Anhänger singen - live auf CNN-I - »Give Peace a Chance« auf Spanisch. Ob der Sieg der Revolution nun mal wieder in Bad Godesberg gefeiert wird, so wie einst 1989 (mit Udo Lindenberg und Co.) ...? [9.11.]
25 Petabyte Speicherplatz ... bieten 6 "Silos" voller Datenbänder am San Diego Supercomputer Center, was freilich für 10'000 Nutzer reichen muß. [13.11.]
The Strangest Little Things in Nature - die gesamte Quantentheorie und mehr in einem kurzen Artikel ... :-) [13.11.]
Di, 7. November: Sechste Beobachtung des Kometen SWAN, der zwar verblaßt ist, dafür aber endlich mal mit dem Comet Catcher - wo das Objekt für die Mintron im Live-Bild mal wieder drastisch besser aussieht als im selben Moment in direkter Sicht in diversen Okularen. [9.11.]
Vor genau zehn Jahren startete der Mars Global Surveyor, der dann über 9 Jahre im Marsorbit arbeitete - aber just zum Jubiläum ist der Kontakt abgerissen. [9./12.11.]
Modernes Planetarium oeffnet in Oesterreich: der Sternenturm in Judenburg, mit einem ZKP 4 und Spacegate - beides wurde von Zeiss vor einem Jahr demonstriert, wobei Spacegate aber noch auf herkoemmlichen Beamern basiert und vom Kontrast her nicht ueberzeugte (und die hellen Sterne beim ZKP reichlich dicke Dinger waren). [12.11.]
Mo, 6. November: Die Konjunktionspause des MRO ist vorbei - die Kamera HiRISE wurde wieder eingeschaltet! [12.11.]


Fr, 3. - So, 5. November: Tagung der VdS-Fachgruppe Kometen auf der Sternwarte Heppenheim, mit Teilnahme zahlreicher »Prominenter«, darunter wieder (wie schon bei der Heppenheimer Halley-Tagung genau 20 Jahre zuvor) zwei Kometenentdeckern (auf dem Gruppenbild sitzend), diesmal S. Hönig und erneut F. Gerber (l.). Zu den interessantesten Vorträgen gehören ernsthafte Versuche, CCD- und visuelle Kometenhelligkeiten unter einen Hut zu bringen (W. Hasubick anhand eigener Beobachtungen jeweils am selben 44-cm-Spiegel - mit dem er inzwischen jährlich rund 100 verschiedene Kometen verfolgt), der Aufbau eines Remote-Asteroiden- und Kometenjagd-Teleskops auf Tahiti (Hönig) und eine Gesamtdarstellung der 1882-er Erscheinung des mit -17 mag. hellsten Kometen aller Zeiten. Am Rande der Tagung wird natürlich auch über das bevorstehende sonnennahe Perihel des Kometen C/2006 P1 (McNaught) diskutiert, der völlig naiv extrapoliert Mitte Januar ähnlich hell werden und in der Abenddämmerung hierzulande sichtbar werden würde. Wenn dem nicht ganz andere Erfahrungen mit sonnennahen kleinen Kometenkernen entgegenstünden ... [9./27.11.]
(So, 5. November) Eine Konferenz über "Science, Religion, Reason and Survival" beginnt in La Jolla, und die Beiträge und weitere Diskussion werden online konserviert. [6.12.]
HR 3 im Vollmond-Rausch: Stundenlang wird am Vormittag der Mond thematisiert, mal seriös (Klarstellungen in Sachen Apollo-Verschwörung und Mondgrundstücke), mal ambivalent anything-goes-mässig. Denn zur Frage, ob »uns« der Vollmond beeinflusst, werden zwar kurze skeptische Mails vorgelesen, im O-Ton kommen indes mehrere Frauen zu Wort, deren kleine Kinder nicht nur just am Vollmondtermin so schlecht schlafen, sondern auch schon Tage früher. Oder auch bei Neumond ... [9.11.]
(Sa, 4. November) Ein erstaunlich umfangreicher Stromausfall ereilt Teile Europas - nach späteren Untersuchungen der EU waren Versäumnisse von EON die Hauptursache. [1.2.2007]
(Fr, 3. November) Das Griffith Observatory ist nun wieder offen (s.a. 3.10.), zur Freude der Angelinos. [10./16.11.]
Die Senior Review der National Science Foundation in Sachen neue Prioritaeten fuer existierende US-Sternwarten kommt heraus; vor allem manchen Radioobservatorien droht Verdruss. [24.11.]
"Space Sunshade Might Be Feasible in Global Warming Emergency" - könnte man für einen Scherz halten, aber der Vorschlag stammt vom Astro-Optik-Guru Roger Angel und ist nur eine von vielen Ideen ... [9./12./20.11.]
Do, 2. November: Ja fasst man das?! Mitten aus Singapur heraus gelingt es YK Chia heute, einen Sprite aufzunehmen, genau ein Videobild lang, aber voller Details. [13.11.]
VSB-Forumsvortrag von S. Solanki über Schwankungen der Sonnenaktivität und mögliche Klimafolgen (die er äußerst skeptisch sieht) - praktischerweise ziemlich deckungsgleich mit seinem Artikel in der ersten IAU-Tagungszeitung vom August. Sind diese Kurven der rekonstruierten Sonnenaktivität und -strahlung nun der Weisheit letzter Schluß? Zumindest sind sie der beste Versuch, aber natürlich könnte durchaus irgendein Faktor bei der vielstufigen Umrechnung der Isotopen-Mengen in Sonnenwerte übersehen worden sein. [9./15.11.]
"Space Religion and the Infidels": "Space advocacy is like a religion in that you have to have faith, either in the overarching goal of settling the solar system and maybe one day the stars, or in how that next Reaction Control System will have an ignition system that doesnt use a single point criticality method for lighting the fuel and oxidizer ..." [13.11.]
"Asteroid could hit Earth in 2009 - Russian scientist" - na, wieviele Fehler stecken in diesem Artikel ...? [10.11.]
Mi, 1. November: Eine Hochglanzzeitschrift "focused on hobby rocketry and 21st Century space travel and exploration" geht an den Start - "[w]ith a retro style design". [13.11.]
Di, 31. Oktober: In gleich drei Events von zusammen drei Stunden Länge - ideal per Telefonliveübertragung zu verfolgen - verkündet die NASA die Rückkehr der letzten Servicing Mission zum Hubble Space Telescope. Erst sprechen ab 16:00 MEZ Ed Weiler, Mike Griffin und die Senatorin Barbara Mikulski, es folgen ab 18:45 MEZ eine PK zu Details der Mission (wobei Griffin erneut auftritt) und ab 20:30 MEZ eine weitere PK der designierten Besatzung der SM-4. Vor allem Mikulski (an deren »The trouble with Hubble is over« von 1994 zuvor Weiler erinnerte) findet mal wieder feurige Worte: »What an exceptional day!« Besonders wichtig ist ihr die Wirkung der stetigen Flut von Hubble-Entdeckungen auf die Jugend - und sie zitiert Briefe an das Teleskop. In denen es z.B. aufgefordert wird, Engel oder Gott abzulichten oder »meine Katze zu finden.«

Mikulski betont auch, daß sie und eine republikanische Kollegin auch nach den midterm elections (siehe 8.11.) weiter für 1 Mrd.$ Emergency-Mittel für die NASA kämpfen würden und endet mit den Worten: »May the force be with us!« Auf der 1. PK wird - im Hinblick auf die beiden neuen HST-Instrumente COS und WFC3, die das HSR auf den »apex of its capabilities« hieven werden - eine Menge über die Epoche der Reionisation in der kosmischen Entwicklung doziert (und einer vergleicht die Galaxien im Netz der Dunklen Materie mit den Kerzen auf einem Weihnachtsbaum), während auf der Crew-PK einer der Astronauten findet: »A mission to Hubble is worth risking my life for!« Wobei die SM-4 natürlich dank der Umbauten am ET etc. »much safer« als alle vorangegangenen Hubble-Missionen sein werde: »We've come a long way since Columbia.« [9.11.]
"The Heavenly Science Of 'Cosmic Collisions' - New Planetarium Show Is Out of This World": Die Washington Post ist hin & weg. "The planetarium was an ideal version of the stars that anyone brave enough to endure a cold night or an attack of mosquitoes could see just by walking outside. No more. The planetarium is now all about motion, about flying through the solar system, grazing the edge of the Milky Way and moving forward and back in time, as galaxies take form and wend their way through the ether ..." [10.11.]
What Halloween is Really About - nämlich das zweitgrößte Geschäft des Jahres nach Weihnachten (s.a. 31.10.2005). In den USA jedenfalls, Mißverständnisse nicht ausgeschlossen ... [13./20.11.]
Mo, 30. Oktober: Die Reise zum Kometen Boethin mit dem Mutterschiff von Deep Impact (s.a. 21.7.2005) ist einen Schritt weiter!


So, 29. Oktober: Endlich wieder eine Wolkenlücke für einen Blick auf den jüngst ausgebrochenen SWAN - trotz halbmonderhelltem Himmel ein auffälliger Blob in der Nähe von M 13 (Komet sieht wie eine etwas vergrößerte Kopie desselben aus). Für die Mintron dagegen (Normalobjektiv, auch mit x2-Vorsatz) sind dagegen beide kaum unterscheidbar, M 13 vielleicht sogar heller. [30.10.]
Sa, 28. Oktober: In einem Spiegel TV Spezial »Expedition Dschungel - Reise ins Verborgene« werden die Regenwälder der Erde wirklich exzellent ins Bild gesetzt - macht ungeheuer Lust, gleich nochmal hin zu fahren. Natürlich nur mit LED-beleuchteter Vogelspinnenhöhlenminikamera. Aber muss man wirklich eine vom Baum stürzende Paranuss dabei zeigen, wie sie in Zeitlupe beinahe eine Ratte (?) erschlägt ...? [20.11.]
Fr, 27. Oktober: Volkssternwarte ISS? In einem kurzen Live-Interview betont Reiter, dass nicht nur der Blick auf die Erde faszinierend ist, "es ist auch der Blick in die umgekehrte Richtung. Wir hatten gerade in der vergangenen Woche sehr schöne Flüge über der Nachtseite der Erde, wo wir ohne Mondschein sehr gut den Sternenhimmel beobachten konnten und auch das ist absolut faszinierend." Claude Nicollier am Boden pflichtet bei: Besonders die Milchstrasse sei aus dem Orbit besser als von der Erde aus zu sehen und erscheine geradezu dreidimensional. [30.10.]

Ähnlich wie Reiter hatte auch seine Besucherin im September, die letzte Weltraumtouristin A. Ansari, empfunden, wie sie in ihrem Orbital-Blog schrieb: »The best part and by far my favorite view up here is the view of the universe at night. The stars up here are unbelievable.« Und vor dem Start erwähnte sie in einem Interview sogar vage ein Projekt, bei dem ein Amateurastroteleskop auf der ISS installiert werden soll! Ob damit das ISS-AT gemeint war, an dem schon seit etlichen Jahren geplant wird, oder etwas Neues? Kuriosum am Rande: Einer von Ansaris Vorgängern hat sich bei Sonnenaufnahmen ohne Filter aber mit Teleobjektiv von der ISS aus einen Retina-Schaden zugezogen ... [27.11.]
Do, 26. Oktober: In der mdr-Sendung "Hier ab 4 - Talk & Spiel" ist der Klimaforscher Mojib Latif zu Gast, während die Zuschauer telefonisch ihre eigenen Klima-Theorien zum Besten geben. Einer wittert einen Zusammenhang mit "den Ozonlöchern" (die wiederum von startenden Raketen hinterlassen werden, klar, die müsssen die Atmosphäre ja irgendwo passieren), der nächste glaubt, dass sich die Erdrotation verändert, weil gleichzeitig die äquatorialen Regenwälder abgeholzt und weiter nördlich Hochhäuser gebaut werden (clever! :-), und der nächste führt alles Übel auf die unterirdischen Atomtests zurück ... [30.10.]
Mi, 25. Oktober: Vortrag von R. Beck im Deutschen Museum Bonn zum nunmehr laufenden Bau von LOFAR und SKA-Status, wobei er die Kosten des letzteren mit 2 Mrd. Euro angibt - noch letztes Jahr war in einer offiziellen SKA-Broschüre von einem »target budget of 1 billion Euros« die Rede gewesen. In Nature (444 [9.11.2006] 138-41) gibt's auch ein grosses LOFAR-Feature - und es werden sogar jetzt schon Lehren aus LOFAR gezogen. [9.11.]
Di, 24. Oktober: Im MPIfR-Kolloquium kommt A. Quirrenbach beim Thema "Interferometrie heute & morgen" am Ende auf das vage ELSA-Konzept einer Art VLA mit 27 optischen 8-m-Teleskopen zu sprechen. Erst Gelächter, dann Staunen, denn das Ganze soll nur 400 Mio. Euro kosten, die Teleskope davon die Haelfte. Offenbar gilt universell das Gesetz, dass zu einem gegebenen Zeitpunkt die Kosten eines Teleskops mit der 2.7-ten Potenz des Durchmessers des Hauptspiegels steigen (einfach weil entsprechend mehr Volumen und damit Masse an Stahl für die Struktur benötigt wird). Da sich nun aber ESO im Begriff ist zu überzeugen, daß ein European Extremely Large Telescope mit 42 m Durchmesser fuer 700 Mio. Euro zu machen ist, sollte mit dessen Technologie (also der Massenproduktion von Spiegelsegmenten) eine Großserie von 8-m-Teleskopen fuer 8 Mio. Euro pro Stück machbar sein - man läßt die Produktion einfach weiter laufen, wenn die EELT-Segmente fertig sind ...
Mo. 23. Oktober: Warum die Viking-Experimente Probleme hatten, organische Substanzen auf dem Mars nachzuweisen, haben Experimente in irdischen Wuesten mit aehnlicher Technik gezeigt - womit die Interpretation der 30 Jahre alten Daten mal wieder offen ist. [24.11.]
Zwei neue Baryonen sind vom Fermilab entdeckt worden, exotische Verwandte von Proton & Neutron - die "discovery helps complete the 'periodic table of baryons.'" [20.11.]


So, 22. Oktober: Bei den zweiten internationalen "Weltraumfahrstuhl-Meisterschaften" während des X Prize Cups sind auch Deutsche dabei (und werden zweite); die ganze Veranstaltung verläuft aber eher chaotisch, und den Hauptpreis (ausgesetzt von der NASA) gewinnt wieder keiner ... [24.10./13.11.]
Fr, 20. Oktober: Das TV (WDR, RTL, ZDF) ist voll von Berichten über einen angeblichen kosmischen Angriff auf eine Schrebergarten-Hütte bei Troisdorf am 8.10., amtlich bestätigt von der Polizei. Als ob Meteoriten auch nur warm wären - und vorzugsweise bei Sternschnuppenschauern fallen (von denen es am 8.10. zudem keinen nenneswerten gab, der Meinung von Experten zum Trotz). Die bekloppte Geschichte wird dann in "Wunderwelt Wissen" auf Pro7 am 18.2.2007 in grotesker Weise entstellt nachgespielt (CSI: Troisdorf sozusagen): Frei erfunden wird da behauptet, "80 Berichte" über Feuer am Himmel seien "bei der örtlichen Sternwarte" eingegangen - und dann sei in der Ruine auch ein Meteorit gefunden worden! Umgekehrt wird der schwer verletzte Bewohner der Hütte mit keinem Wort erwähnt. Wird in Pro7-"Wissens"-Magazinen inzwischen nur noch gelogen (vgl. 10.12.)? Die Dreharbeiten für den Schwachsinn dokumentiert übrigens ein Feuerwehr-Blog ... [23.10./30.11.2006/22.2.2007]
Online-Zeitschrift New Journal of Physics erreicht erstes "Mega-Download": Die Marke von einer Million abgerufener Artikel ("Volltextdownloads") aus der Open Access-Zeitschrift - der Autor, nicht der Leser zahlt - ist überschritten. [23.10.]
Do, 19. Oktober: Die schockierende wissenschaftliche Studie, nach der seit dem amerikanisch-britischen Angriff auf den Irak 2003 rund 650'000 Menschen ums Leben gekommen sind, ist laut einem Artikel heute in Nature (443, 728) trotz aller unvermeidlichen methodischen Mängel glaubhaft. In Science (314, 396 [20.10.2006]) kommen dagegen überwiegend kritischere Stimmen zu der Studie zu Wort. [24.10./9.11.]
Dramatische Gore-Rede auf dem Wirefly X Prize Cup Executive Summit vor dem Wettbewerb (siehe 22.10.) - "Earth is in 'Full-Scale Planetary Emergency'". Aber von einem globalen Sonnenschirm (siehe 3.11.) hält er wenig. [13.11.]
Mi, 18. Oktober: Neue Erkenntnisse über die Navigation von Ameisen, die neben Gerüchen auch auf optischen Informationen basiert - doch auch diese Arbeit erklärt nicht, wie letztens auf Kreta winzige Ameisen aus dem Nirgendwo auftauchten, um jeden Krümel, der vom Frühstückstisch fiel, sofort zu orten, zu packen und auf dem kürzesten Weg von der Terrasse zu schaffen ... [13.11.]
Diesen Winter können endlich die Flugtests mit SOFIA beginnen, der fliegenden Sternwarte, die dieses Jahr nur knapp dem Abbruch entgangen ist! Aber vor 2010 sollte man nicht mit regulärer Wissenschaft rechnen ... [24.10.]
Di, 17. Oktober: "Die neuen 7 Weltwunder" - aus 21 Kandidaten darf gewählt werden; zu den Finalisten gehören Stonehenge ... und als (einziges) deutsches Bauwerk Schloss Neuschwanstein. [13.11.]
Mo, 16. Oktober: Spontane SWAN-Party bei der VSW Bonn im Rahmen des "Fernrohr-Führerscheins" (siehe 4.9.) - der Komet ist dank seiner Stellung direkt neben Gamma Bootis selbst unter den unsäglichen Bedingungen hier (stark aufgehellter Himmel, Gebäude + hohe Bäume allerorten) vom Parkplatz aus leicht zu finden. Deutlich bereits im 10x50, recht beeindruckend (aber natürlich schweiflos) in einem 8-cm-Refraktor. Laut IAUC # 8761 hat er derzeit 6.0 mag - was ihn dank guter Kondensation auch für Beobachtungen unter grottigen Bedingungen tauglich macht (in 30° Höhe). Um 22:22 MESZ in 13° Höhe ist er übrigens von Heisterbacherrott aus in einem 11x70 immer noch leicht zu erkennen, durch die Lichtglocke Bonns hindurch. [17./23.10.]
Radioastronomie muss keine brotlose Kunst sein: Bis zu $1000 gibt's vom NRAO für hübsche Bildchen - und weil es 2006 kaum Einsendungen gab, hat fast jeder was gewonnen! [23.10.]
The map gap - even now, it's hard to find a truly accurate picture of our planet. [13.11.]
Atemberaubende Nahaufnahmen des großen Delta-2-Unfalls von 1997 sind jetzt bei YouTube erschienen. [13.2.2007]
Elemente 116 und 118 entdeckt - und diesmal ist das schwere keine Fälschung. [17.10.]
Kosmologie einmal anders: Primack & Abrams, die schon seit Jahren eine Moral für die Menschheit aus der modernen Kosmologie ableiten wollen, haben jetzt auch ein tiefschürfendes Buch geschrieben. [13.11.]
Single Pixel Cameras? Eine exotische Technologie könnte die Fotografie revolutionieren. [23.10.]


Sa, 14. - So, 15. Oktober: In Nürnberg auf einer großen Redaktionssitzung von Interstellarum - alle Details sind natürlich vertraulich. :-) [16.10.]
(So, 15. Oktober) Schweres Erdbeben morgens um 7 (Ortszeit) auf Hawaii - während die Keck-Teleskope keinen Schaden nehmen (auch wenn auch die Beobachtungen erst einmal ruhen), ergeht es anderen z.T. schlechter. Insbesondere das CFHT hat gelitten, wo u.a. ein Encoder zerquetscht wurde. Auch Heidi Hammel wurde bei dem Beben ordentlich durchgeschüttelt. [17./24.10.]
Hawking wird in einem 3D-IMAX-Film auftreten, Beyond the Horizon - er wird "take the starring role and narrate a soundtrack explaining cosmological concepts as they are brought to life by advanced computer graphics" ... [16.10.]
(Sa, 14. Oktober) Brian May kehrt zunehmend in die Astronomie zurück! Der Queen-Gitarrist hat vor seiner Karriere als Rockstar über Zodiakalstaub geforscht, fotografiert auch schon mal das GranTeCan in 3D - und will nun, wie er in einem heute im New Scientist (S. 56-7) erscheinenden Interview (und später auch dem Guardian u.a.) erzählt, seine damals angefangene Dissertation zum selben Thema fertigstellen. Gerade schrieb May zusammen mit Patrick Moore ein Kosmologie-Buch: Den Vorschlag hatte Moore gemacht, als die beiden 2003 zusammen in Schottland waren, um die Ring-SoFi vom 31. Mai zu beobachten ... [24.10.]
Do, 12. Oktober: Feierliche Eroeffnung der Bochumer Mars-Ausstellung des DLR unter Anwesenheit einer gruenen Buergermeisterin und HRSC-Mann U. Koehler. Seit der Premiere haben die spektakulaeren 3D-Riesenposter schon fast 500'000 gesehen. [13.10./20.11.]
Spanische Nagetiere spüren die grossen Zyklen des Sonnensystems - nach einer statistischen Untersuchung bisher unerreichter Qualität, die heute in Nature erscheint, steuern Klimaschwankungen aufgrund der variablen Bahnelemente der Erde (s.a. EARTHTIME, 9.11.) die Evolution des Lebens auf Zeitskalen im Bereich von Jahrmillionen. [20.11.]
"Eavesdropping on Radio Broadcasts from Galactic Civilizations with Upcoming Observatories for Redshifted 21cm Radiation": Zwei Harvard-Astronomen finden, dass heute schon technisch mögliche "low-frequency observatories (culminating with the Square Kilometer Array [SKA]) will be able to detect radio broadcast leakage from an Earth-like civilization out to a distance of ~10-500 pc." [23.10.2006/12./19.1.2007] SETI-Forscher haben allerdings so ihre Zweifel daran ... [13.11.]

Und das war im 3. Quartal und 1. Halbjahr 2006, 2005 und noch früher berichtenswert!

Abgeschlossene Blogs und Posting-Sammlungen:
von den SoFi-Reisen 2005 und 2001 und den Leoniden in Korea 2001
und vor den Reisen 2006 und 2001 zu SoFis und zum Kometen-Duo 2004.

Daniel Fischer