Studium

Die Universität Bonn bietet als eine der wenigen Hochschulen in Deutschland einen Studiengang M.Sc. in Astrophysik an. 

Der Einstieg: Bachelor of Science in Physik

Bereits in der Ausbildung zum B.Sc. in Physik können viele Lehrveranstaltungen mit astronomischem Inhalt gewählt werden.

Mit der Wahl der Astronomie als Wahlpflichtfach werden bereits in den beiden ersten Semestern Einführungsvorlesungen belegt, in denen die gesamte Bandbreite der astronomischen Forschung, von den Sternen und Gasnebeln unserer Milchstraße bis hin zu Galaxien, Quasaren, sowie dem Universum als Ganzem, also der Kosmologie, dargestellt wird. Etwa 70 % aller Bachelor-Studierenden wählen die Astronomie als Wahlpflichtfach.

Im Proseminar (typischerweise im 4. Fachsemester) kann ein Thema aus der astronomischen Forschung gewählt werden.

Typischerweise im 5. Fachsemester wird eine Veranstaltung eines der beiden Master Programme (also Physik oder Astrophysik) belegt; so besteht die Möglichkeit, ein tiefes Verständnis etwa der Physik der Sterne oder der Kosmologie bereits frühzeitig zu erlangen.

Das Thema der Bachelorarbeit (6. Fachsemester) kann aus einem Bereich der Astrophysik gewählt werden und bietet oftmals einen guten Einstieg in künftige Forschungsarbeiten im Rahmen des Masterstudiums.

Somit bietet der Studiengang B.Sc. in Physik genügend Flexibilität, um sich bereits in der Frühphase des Studiums mit einer Vielfalt astronomischer Themen vertraut zu machen. 

ESA - Christophe Carreau

Die Satelliten-Mission Euclid der Europäischen Weltraumagentur ESA wird ab 2020 mehr als ein Drittel des Himmels abbilden und mit Methoden des Gravitationslinseneffekts sowie der räumlichen Verteilung der Materie im Universum die Expansionsgeschichte des Kosmos untersuchen. Das Hauptziel von Euclid ist die empirische Untersuchung der sog. Dunklen Energie, die für die beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich ist. Bonner Astrophysiker sind zentral an dieser Mission beteiligt.









Der Weg zum Astrophysiker: Studium M.Sc. Astrophysics

Voraussetzung für das Studium M.Sc. in Astrophysik ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium, in der Regel im Fach Physik. Dort erworbene astronomische Kenntnisse sind sehr hilfreich für das Masterstudium, aber nicht zwingend Voraussetzung. Der Studiengang wird ausschließlich in englischer Sprache angeboten, was zu einer starken Internationalität verhilft: Mehr als die Hälfte aller Bonner Master-Studierenden kommen aus dem Ausland.

Neben den Pflichtveranstaltungen, in denen die (astro-)physikalischen Grundlagen sowie die Eigenschaften der Bausteine unseres Universums vermittelt werden (Sterne, Interstellares Medium, Galaxien, Kosmologie), gibt es ein Laborpraktikum, bei dem neben fortgeschrittenen Experimenten zur Astrophysik auch Experimente zu modernen Themen der Physik durchgeführt werden, sowie eine Vielzahl an Wahlveranstaltungen, die die Breite der astrophysikalischen Forschung abbilden. Die Schwerpunkte dieser Wahlpflichtveranstaltungen werden durch die Arbeitsgebiete der an der Bonner Universität und dem benachbarten Max-Planck-Institut für Radioastronomie angesiedelten Forscher definiert: Sternentstehung, Sternentwicklung, Supernovae, kompakte Objekte wie Mikroquasare, Neutronensterne und Pulsare, Schwarze Löcher, Interstellares Medium, Sternhaufen, Galaxien, Aktive Galaktische Kerne (wie z. B. Quasare), Galaxienhaufen, Kosmologie, großräumige Struktur des Universums, Gravitationslinsen, Himmelsdurchmusterungen in unterschiedlichen Frequenzbereichen (Radio- und Röntgenastronomie sowie Optische Astronomie). Im Rahmen der Bonn-Cologne Graduate School können ebenfalls Lehrveranstaltungen an der Universität zu Köln belegt werden, was die Themenvielfalt nochmals erhöht.

Nach einer zweisemestrigen Ausbildung in den verschiedenen Vorlesungen, Praktika und Seminaren sowie eines möglichen 4-wöchigen Projekts („Internship“) in einer der Forschergruppen folgt dann eine einjährige Forschungsphase, aus der am Ende eine Masterarbeit resultiert.

In dieser Forschungsphase werden die Studierenden Mitglied jeweils einer Forschergruppe. Dort werden sie in der Regel nicht nur vom jeweiligen Gruppenleiter/Dozenten betreut, sondern haben die anderen Gruppenmitglieder als weitere mögliche Ansprechpartner. Da die Arbeitsthemen aktuellen Problemen astrophysikalischer Forschung gewidmet sind, führt die Arbeit im Rahmen der Forschungsphase in vielen Fällen zu einer Veröffentlichung in einem Fachjournal.

Clem & Adri Bacri-Normier (wingsforscience.com)/ESO

Das neue ALMA Observatorium in Chile wird von der Europäischen Südsternwarte betrieben. Mit seinen 64 Antennen untersucht ALMA mit bisher nicht gekannter Empfindlichkeit und Winkelauflösung die Verteilung von Gas und Staub im Kosmos, und hat bereits zu bahnbrechenden Resultaten auf vielen Gebieten geführt, von der Sternentstehung in unserer Milchstraße bis hin zur Entwicklung weit entfernter Galaxien. Bonn beheimatet mehrere Gruppen, die intensiv mit ALMA forschen, sowie das deutsche ALMA Regional Center.






Berufsperspektive

Im Laufe der Ausbildung, speziell in der Forschungsphase, eignen sich die Studierenden eine Vielzahl von Kenntnissen an, die weit über rein astronomisches Fachwissen hinausgehen wie z. B.: Bildverarbeitung, statistische Methoden, Umgang mit großen Datenmengen, Datenreduktion und -analyse, unterschiedliche Programmiersprachen und Methoden der graphischen Darstellung quantitativer Zusammenhänge, wissenschaftliches Schreiben oder wissenschaftliches Englisch. Diese Kenntnisse und Erfahrungen stellen eine exzellente Grundlage für den weiteren Berufsweg dar.